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„Zahl der Unfälle alarmierend hoch“

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe beim DRK-Kreisverband Bremervörde und ehrenamtlich oberste Vertreterin des Jugendrotkreuzes und der Schulsanitätsdienste im Altkreis Bremervörde, steht den hiesigen Schulen mit ihrem Mitarbeiter-Team gerne zur Seite (Foto: St. Jeschke/DRK)

Deutsches Rotes Kreuz appelliert: Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen muss dringend verbessert werden

Bremervörde. Die Erste-Hilfe-Ausbildung an den Schulen hierzulande muss nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dringend verbessert werden. Die Zahl von bundesweit mehr als eine Million Schulunfällen im Jahr 2018 sei alarmierend hoch, sagt die Präsidentin des DRK-Bundesverbandes Gerda Hasselfeldt anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 14. September. Die Gefahr von Unfällen in Schulen sei in Deutschland weitaus größer als in Betrieben.

Der DRK-Kreisverband Bremervörde als einer von 500 bundesweit hat 2017 und 2018 knapp 5.500 Frauen und Männer aus dem Altkreis Bremervörde in insgesamt 422 Kursen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet, mehr als die Hälfte darunter von der Berufsgenossenschaft geforderte betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer.

2018 wurden laut DRK bundesweit in Betrieben 23 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 sogenannte Vollarbeiter verzeichnet, aber 66 meldepflichtige Schulunfälle je 1.000 Schüler. Während die Unfallversicherungsträger für Betriebe eine Ersthelfer-Quote von bis zu 10 Prozent der Belegschaft vorschreiben, gibt es laut DRK-Bundesverband bislang keine verpflichtenden, einheitlichen Regelungen für Schulen. Die Notwendigkeit einer besseren Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern bekräftigte erst im Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Darin wird die Amtspflicht des Lehrpersonals betont, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchführen zu können.

Das BGH-Urteil beruht auf der Klage eines Schülers. Dieser war im Januar 2013 während des Aufwärmtrainings im Sportunterricht bewusstlos geworden und hatte in der Folge einen Atemstillstand erlitten. Vor Eintreffen des Notarztes sei keine Laienreanimation durch die zwei anwesenden Sportlehrer erfolgt.

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe im DRK-Kreisverband Bremervörde, schließt sich der Meinung des DRK-Bundesverbandes an, dass Schulen generell dringend dafür sorgen müssten, dass genügend Lehrpersonal in Erster Hilfe ausgebildet werde und auf dem neuesten Stand sei. Verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe sei die Schulleitung. „Wir als DRK stehen dabei als kompetenter und erfahrener Partner gerne zur Seite“, unterstreicht Grabau.

So seien in den zurückliegenden zwei Jahren von ihr und ihrem ehrenamtlichen Kollegium 522 Pädagogen (und in Kindertagesstätten tätige Erzieher) nach Maßgabe der Berufsgenossenschaft in Erster Hilfe am Kind aus- beziehungsweise fortgebildet worden, darüberhinaus erhielten 474 Mädchen und Jungen ab Klasse fünf eine sogenannte MESI-Schulung (Vermittlung von Kenntnissen der medizinischen Erstversorgung mit Selbsthilfe-Inhalten).

Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich ferner das Jugendrotkreuz (eigenständiger Jugendverband des DRK) im Schulsanitätsdienst. Grabau wurde vor knapp zwei Wochen von den Delegierten des den DRK-Ortsvereinen angegliederten Gruppen des Jugenrotkreuzes (JRK) zu deren Kreisleitung gewählt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht sie davon aus, dass in den JRK-Gruppen sowie als Schulsanitäter an den weiterführenden Schulen in Bremervörde, Zeven, Gnarrenburg, Tarmstedt, Zeven und Sittensen zwischen 100 und 150 Schülerinnen und Schüler mit Erste-Hilfe-Kenntnissen organisiert sind.