Aktuelle Pressemitteilungen Foto: A. Zelck / DRKS
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Corona: aktuelle Meldungen aus dem Landkreis Rotenburg

Obere Reihe von links: Frank Tiedemann (THW), Lutz Früchtenich (DLRG), Landrat Herrmann Luttmann, Torsten Oestmann (Polizei); untere Reihe von links: Andreas Rothgeber (DRK), Anika Schulz (DRK), Inken Dettmer (Rettungsdienst), Karl-Heinz Seiler (ASB), Peter Dettmer (Kreisfeuerwehr) Foto: Landkreis Rotenburg
Blutspenden – trotz bestehenden Kontaktverbotes zur Aufrechterhaltung des medizinischen Versorgungsauftrages unter Anwendung besonderer Sicherheitsvorkehrungen möglich (Foto: DRK-Blutspendedienst NSTOB)

Blutspenden - vom Kontaktverbot ausgenommen

Bremervörde. Seit Wochenbeginn besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein Kontaktverbot, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Der Besuch von (aktuell unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen abzuhaltenden) Blutspendeterminen  unterliegt diesem Kontaktverbot nicht. Darauf weist der DRK-Kreisverband Bremervörde unter Berufung auf eine Mitteilung des für Niedersachsen zuständigen DRK-Blutspendedienstes hin.

Hintergrund ist die Aufrechterhaltung des medizinischen Versorgungsauftrages des Roten Kreuzes - sprich: die Belieferung von Krankenhäusern mit lebenswichtigen Blutpräparaten. Da täglich weiter Blutspenden für die Versorgung von Patienten in Therapie und bei Notfällen benötigt werden, fänden die Blutspendetermine in aller Regel weiter statt. 

Bei den Blutspendeterminen stehen für den Blutspendedienst die Sicherheit der Spender, Mitarbeiter und Helfer an vorderster Stelle. Termine, die räumlich nicht die neuen Standards zur Abstandshaltung erfüllten, würden aktuell geprüft und gegebenenfalls abgesagt. Aufgrund der dynamischen Lage bittet der DRK-Blutspendedienst Spender, bevor sich diese auf den Weg ins Spendelokal machten, sich im Internet (www.blutspende-leben.de/blutspendetermine) zu vergewissern, ob der Termin wie angekündigt stattfinde. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich unter der kostenlosen Telefonhotline (Rufnummer 0800/11 949 11) schlau zu machen.

Schon vor Verhängung des Kontaktverbotes durch die Bundesregierung fanden die Spendetermine in jüngster Vergangenheit unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt: Abstand zwischen Menschen und Spendeliegen, Temperaturmessung noch vor der Registrierung, Desinfektionstationen für die Hände und ein reduzierter Spenderimbiss (Lunchpakete zur Mitnahme) - letzteres, um die Aufenthaltszeit der Spender im Spenderlokal so gering wie möglich zu halten.

Nach Kenntnisstand von Stephan Jeschke (Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtskoordination im DRK-Kreisverband Bremervörde) sei die Bereitschaft der Bevölkerung, auch gerade in Krisenzeiten Blut zu spenden, groß. Dies könne bei den Terminen unter Umständen zu Wartezeiten und -schlangen führen. Genau wie im „richtigen Leben“ sei aber auch dabei der Körperabstand  von 1,50 Meter einzuhalten.

Das DRK weißt darauf hin, dass Blutspender auf den Terminen bei der Anmeldung laut Richtlinie der Bundesärztekammer seit längerer Zeit schon ihre Identität nachweisen müssen - entweder durch ihren Personalausweis, Führerschein oder Reisepass. Sozialversicherungsausweis, Krankenver-sicherungskarte, Firmenausweis, Schüler- oder Studentenausweise oder ähnliche Dokumente dürften bei der Registrierung hingegen nicht akzeptiert werden.

Am Wochenende Kleiderspenden an die Straße zu stellen, macht keinen Sinn. Denn: Das Deutsche Rote Kreuz hat die für Freitag und Samstag im Altkreis Bremervörde vorgesehene Straßensammlung abgesagt (Foto: St. Jeschke/DRK)

Am Wochenende keine Altkleidersammlung

Bremervörde. Der Kreisverband Bremervörde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) weist nochmals darauf hin, dass die ursprünglich für das kommende Wochenende im Altkreis Bremervörde geplante Altkleider-Straßensammlung entfällt. Bereits an die Haushalte verteilte Tüten mit DRK-Aufdruck könnten die Bürger für die nächstmögliche Kleiderspende an das Rote Kreuz verwenden.

„Wir sind beim Einsammeln auf die Unterstützung der Feuerwehren im Altkreis Bremervörde angewiesen. Diese aber rücken angesichts der Corona-Pandemie und zu der gerade jetzt in der Krise erforderlichen Aufrechterhaltung ihrer Infrastruktur ausschließlich zu den von der Leitstelle in Zeven angeforderten Einsätzen aus - was wir einerseits ohne Wenn und Aber verstehen und andererseits selbstverständlich auch respektieren. Das ist ja überhaupt keine Frage“, unterstreicht DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, der vor mehr als einer Woche auch die zwei vom Roten Kreuz betriebenen Kleidershops in Bremervörde und Zeven schloss.

Wie Eckhoff weiter ausführt, hätten die Bürger alternativ weiterhin die Möglichkeit, ihr Spendengut in einen der altkreisweit mehr als 50 Sammelcontainer des Roten Kreuzes abzulegen. „Aber das hat Zeit. Das Gebot der Stunde lautet in diesen Tagen und Wochen zu Hause zu bleiben und das Nichtlebensnotwendige sein zu lassen. Das ist jetzt oberste Bürgerpflicht“, so Eckhoff.

Mit den Erlösen, die das DRK entweder durch den Verkauf der Kleiderspenden über die Kleidershops oder aber die Weitergabe an einen Textilverwerter erzielt, finanziert das Rote Kreuz die in der Vereinssatzung festgeschriebene Erledigung gemeinnütziger Zwecke, unter anderem die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen, die über die Bereitschaften im Katastrophenschutz tätig sind, deren Dienstunterkünfte sowie in Teilen die Einsatzfahrzeuge.

 

 

DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff (Foto: St. Jeschke/Archiv)

So reagiert das DRK auf Corona

Die Geschäftsstelle desDRK-Kreisverbandes Bremervörde am Großen Platz in Bremervörde ist seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratungen zu Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen sind derzeit nur auf telefonischem Wege (Tel.: 04761/99370) und postalisch beziehungsweise per E-Mail ( info@drk-bremervoerde.de) möglich. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff hat gegenüber der Redaktion der Bremervörder Zeitung erläutert, was die Corona-Krise konkret für alle DRK-Angebote bedeutet - vom „Voralarm“ für die Bereitschaften bis hin zur Versorgung und der Betreuung von Corona-Patienten im Bedarfsfall.

 

 

  • Geschäftsstelle am Großen Platz in Bremervörde seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratung zu den vielfältigen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen derzeit nur auf telefonischem Wege (04761-99370) und postalisch bzw. per Mail (info@drk-bremervoerde.de) möglich
  • somit ruhen auch alle Aktivitäten im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss (Kartenspieler, Seniorennachmittag, Seniorentanz- und gymnastik, Alzheimer-Selbsthilfegruppe, Jugendrotkreuz, Handarbeitsgruppe/Stricken für Krebspatienten) sowohl des DRK-Kreisverbandes als auch des DRK-Ortsvereins Bremervörde mit Mitgliedern und externen Teilnehmern, auch bei den übrigen 15 DRK-Ortsvereinen im Altkreis Bremervörde
  • Die derzeit sechs vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt sind geschlossen, Notgruppen werden bei Bedarf eingerichtet
  • niedrigschwellige Beratungs- und Betreuungsangebot in den vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Mehrgenerationenhäusern in Oerel und Zeven sowie im DRK-Familienzentrum in Zeven werden bis auf weiteres ausgesetzt
  • die Kleidersammlung des DRK im Altkreis Bremervörde am 27./28. März sind abgesagt (weil die das DRK maßgeblich unterstützenden Feuerwehren derzeit angehalten sind, ausschließlich Brandeinsätze zu fahren und ansonsten die Aktivitäten ruhen zu lassen, um ihre für insbesondere in Krisenzeiten notwendige Infrastruktur nicht zu gefährden), außerdem sind die vom DRK betriebenen Kleidershops in Bremervörde und Zeven geschlossen
  • Schulung der Bevölkerung in Erster Hilfe bis zunächst 30. April ausgesetzt
  • Der Ambulante Pflegedienst der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle (Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführung DRK) ist eine Einrichtung des Gesundheitswesens und muss weiterbetrieben werden. Die Tagespflegen in Oerel und Bevern werden am morgigen Mittwoch, 18. März, ebenfalls geschlossen. Analog zur Regelung der Kindertagesstätten ist eine Notbetreuung vor Ort möglich.
  • Rettungsdienst: Die rund 160 Mitarbeitenden bilden die größte Beschäftigungsgruppe innerhalb innerhalb des DRK-Kreisverbandes Bremervörde (knapp 450 Mitarbeiter). Sie sind genau wie die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege für die augenblickliche Situation in besonderem Maße sensibilisiert (Abstand halten, kein Händeschütteln), die Einhaltung von Hygiene-Regeln gehören aber unabhänging von der aktuellen Lage ohnehin zum beruflichen Alltag
  • Am Wachenstandort Zeven hat das DRK einen zusätzlichen Krankentransportwagen (KTW) stationiert, der über die Rettungsleitstelle Zeven zum Transport von Corona-Patienten angefordert werden kann. Besetzt wird dieses Fahrzeug von ehrenamtlichen DRK-Mitarbeitern aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Zeven und Tarmstedt. Die Bereitschaften befinden sich laut DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff in Voralarm und werden im Bedarfsfall für die Betreuung und Versorgung von sich in Quarantäne befindlichen Corona-Patienten mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfes zur Verfügung stehen, sofern sie in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit abkömmlich sind. Dieser Personalpool umfasst circa 80 bis 90 Ehrenamtliche.
  • Blutspenden: Der in Berlin ansässige DRK-Bundesverband stellt mit seinen sechs regionalen Blutspendediensten mehr als 70 Prozent der Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland sicher, beobachtet die aktuelle Lage sehr aufmerksam und steht in engem Austausch mit den verantwortlichen Behörden. Die Verantwortlichen des für Niedersachsen zuständigen Blutspendedienstes teilen mit, wer gesund und fit sei, könne Blut spenden. Auf den Terminen herrschten hohe hygienische Standards. Und um die Verweildauer der Spender im Spenderlokal zu reduzieren, werde überlegt, bei der Verköstigung auf Lunch-Pakete umzustellen. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff weiß: „Es muss im Prinzip täglich neues Blut gespendet werden, um die Patientenversorgung in den Krankenhäusern abzusichern, weil einige Blutpräparate nur über einen kurzen Zeitraum haltbar sind.“ Ansonsten könne es schnell zu Engpässen kommen und infolgedessen in solchen Momenten Operationen oder Therapien nicht durchgeführt werden können - was in erster Linie Krebspatienten träfe, die auf die kontinuierliche Gabe von aus Spenderblut gewonnene Blutpräparaten angewiesen seien.

 

 

Aus den Händen der Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege nahm DRK- und Sozialstation-Geschäftsführer Rolf Eckhoff einen symbolischen Schlüssel zur Eröffnung der Tagespflege und den elf Mietwohnungen des Betreuten Wohnens entgegen. Rechts im Bild: DRK-Präsident Frank Pingel (Fotos: S. Jeschke/DRK)

„Wichtiger Beitrag für die Zukunft Beverns“
DRK und Sozial- und Pflegestation eröffnen Einrichtung / Mietwohnungen überzeugen Besucher


Bevern. Eine außerordentliche Resonanz erfuhr der Tag der offenen Tür bei der offiziell eröffneten und drei Tage später in Betrieb genommen Tagespflege in Bevern. Sehr zur Freude von Rolf Eckhoff (Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde und der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle), der auch ein großes Interesse der Besucher an den ab sofort für Mieter zur Verfügung stehende Wohnungen mit Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) vernahm.

„Ich hatte gehofft und mir insgeheim auch gedacht, dass dieser Tag gut angenommen wird. Dass es aber soviele Besucher sein würden, hat mich doch schon ein bisschen überrascht. Das fand ich überragend“, zog Eckhoff ein mehr als zufriedenstellendes Resümeé.

Was ihn besonders gefreut haben: Die in persönlichen Gesprächen geäußerte Rückmeldung vieler Beverner, dass das Rote Kreuz als Bauherr und die Sozial- und Pflegestation als Betreiberin der Tagespflege etwas Zukunftsweisendes und für die ältere Generation Hilfreiches geschaffen habe.

Ins gleiche Horn stießen am Freitagvormittag bei der Eröffnung die Grußwortredner aus Politik und Verwaltung. Ortsbürgermeister Matthias Betz etwa sagte, das Gemeinsame, das von einer Tagespflege für deren Gäste ausgehe, sei für die Gemeinschaft eines Ortes wie Bevern unerlässlich. Dass auf dem Grundstück, auf dem die Einrichtung und die Wohnungen in den zurückliegenden elf Monaten errichtet wurden, 1986 die 1.000-Jahr-Feier stattfand, sei ein Sinnbild dafür.

DRK-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Sozial- und Pflegestation Frank Pingel brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Kosten- und Zeitplan vollumfänglich im Rahmen geblieben sei. Ausdrücklich dankten er und Eckhoff den bauausführenden Firmen für deren geleistete Arbeit sowie insbesondere auch den Bremervörder Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege. Sie überreichten Eckhoff einen symbolischen Schlüssel, den der Geschäftsführer wiederum an Pflegedienstleiterin Doris Blank weitergab. Frank Pingel ist nun voller Hoffnung, dass Tagespflege und Mietwohnungen „gut bevölkert“ werden und eine gute Zukunft in Bevern vor sich haben.

Daran hat Rotenburgs stellvertretender Landrat Erich Gajdzik (Elm) keinen Zweifel. „Schon 2010 gab es in Deutschland mehr Leute, die in Rente gehen, als Schulabgänger. Und wie wir wissen, wird sich die Bevölkerungsstruktur weiter stark verändern“, so Gajdzik. Tagespflegen generell seien eine ideale Ergänzung ambulanter Pflegedienstleistungen und förderten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf pflegender Angehöriger. „Und für Bevern ist eine solche Einrichtung ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der Ortschaft“, richtete Gajdzik seinen Blick auch in Richtung Betz.  

Uwe Matthias, stellvertretender Stadtbürgermeister und zusammen mit Erster Stadträtin Dr. Silke Fricke und Oerels Gemeindebürgermeister Stephan Meyer als Aufsichtsräte der Sozial- und Pflegestation bei der Eröffnung zugegen, zeigte sich nach einem Rundgang mit DRK-Ehrenvorsitzenden Rainer Brandt von dem auf knapp 6.000 Quadratmetern Fläche Geschaffenen beeindruckt und richtete sich anschließend voller Anerkennung direkt an Rolf Eckhoff: „Als sie uns vor mehr als zwei Jahren die Pläne für das Bauvorhaben vorgestellt haben, haben Sie nicht zu viel versprochen“.

1. Auf dem mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundstück in Bevern (aus Blickrichtung Selsinger Straße) errichtete der DRK-Kreisverband Bremervörde innerhalb eines knappen Jahres eine Tagespflege sowie elf seniorengerechte Wohnungen, für die die Mieter Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) in Anspruch nehmen können (Fotos: St. Jeschke/DRK)

Neues Angebot schließt eine Lücke

Bevern. Hocherfreut zeigen sich die Verantwortlichen des Bremervörder Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Präsident Frank Pingel und Geschäftsführer Rolf Eckhoff. Denn: Die offizielle Inbetriebnahme der Tagespflege durch die Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle sowie des Betreuten Wohnens in Bevern am Montag, 3. Februar, steht nach weniger als einem Jahr Bauzeit unmittelbar bevor.

Zunächst jedoch steht am Freitag, 31. Januar, eine Feierstunde für geladene Gäste auf der Tagesordnung, ehe im Ansschluss interessierte Bürger den Tag - oder besser: Nachmittag - der offenen Tür (14 bis 17 Uhr) zur „Abnahme“ nutzen können.

„Wir haben das ehrgeizig gesteckte Ziel, mit der Einrichtung spätestens Anfang Februar ans Netz gehen zu können, vollumfänglich eingehalten. Für die kompetente Begleitung dieses Projektes gilt unser ganzer Dank deshalb den Bau ausführenden Firmen, Architekten und Planern, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg in Sachen Bauleitplanung sowie dem Gesundheitsamt als zuständige Fachaufsichtsbehörde für Pflegeeinrichtungen“, unterstreicht Rolf Eckhoff.

In dem Wissen, dass für die vor vier Jahren in Betrieb genommene Tagespflege in Oerel schon bald nach ihrer Eröffnung eine Warteliste eingeführt wurde und Tagesgäste aus dem östlichen Teil der Stadt Bremervörde (Elm, Hesedorf, Bevern) mitunter zeitintensive Fahrten durch den Stadtverkehr mit dem Hol- und Bringdienst in Kauf nehmen mussten, wurde beim DRK-Kreisverband Bremervörde (Bauherr) im Sommer 2017 die Idee geboren, in Bevern eine weitere Tageseinrichtung zu errichten. Nach dem im April 2018 erfolgten Erwerb des mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundstückes im Bereich Selsinger Straße/Bockeler Ring begannen im Februar/März 2019 schließlich die konkreten Arbeiten. Die Tagespflege wird  - genau wie die in Oerel - werktags geöffnet sein und bietet täglich Platz für bis zu 20 Tagesgäste.  

Ferner hat das DRK auf dem Gelände elf senioren- und behindertengerechte Wohnungen errichtet, die zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sind und deren Mieter DRK-Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) in Anspruch nehmen können. Ein Teil der barrierefreien und somit seniorengerechten Wohnungen, die über ein Blockheizkraftwerk geheizt werden, das wiederum für niedrige Mietnebenkosten sorgt, sind schon vermietet. Ansprechpartnerin für weitere Interessenten ist DRK-Mitarbeiterin Ulrike Blank (04761/9937-15).  

Laut DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff zeigt sich, dass immer mehr alte Menschen ein Leben zu Hause dem Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim vorziehen, sich jedoch gezwungen sähen, in ein Alten- oder Pflegeheim zu ziehen. Denn: „Die ambulante Versorgung reicht nicht aus. Angehörige sind zwar bereit, ihre alt gewordenen Partner oder Eltern zu pflegen, diese Pflege überfordert sie aber langfristig in ihren zeitlichen, körperlichen und seelischen Möglichkeiten“, weiß Eckhoff.

Die Gestaltung und Umsetzung vernetzter wohnortnaher, gesundheitlicher und pflegerischer   Dienstleistungen für ältere Menschen gewönnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Die Zielsetzung, ambulante Pflegekonzepte anzubieten, sei ein erster Schritt, um den Bedürfnissen älterer Menschen im Gebiet der Stadt Bremervörde gerecht zu werden, so der DRK-Geschäftsführer weiter.

Wie Eckhoff ausführt, verfügten die Stadt Bremervörde und die Samtgemeinde Geestequelle über einen überdurchschnittlich hohen Anteil stationärer Pflegeplätze – mehr als 450, verteilt auf acht Altenpflegeheime. Auch die ambulante pflegerische Versorgung sei gewährleistet – drei ambulante Pflegedienste versorgten in einem Umkreis von zehn Kilometern circa 350 Patienten. Mehr als die Hälfte würden von den knapp 35 bei der Sozial- und Pflegestation beschäftigten Fachkräften angesteuert.

Im Vergleich zu anderen Regionen - zum Beispiel dem Landkreis Stade - sei die Versorgung an teilstationären Pflegeeinrichtungen (Tagespflegen) im Raum Bremervörde mit zusammen 33 Tagesplätzen hingegen eher unterdurchschnittlich. Das Angebot einer Tagespflege in Bevern (1.500 Einwohner) mit 20 Plätzen trage schon bald dazu bei, die häusliche Situation pflegebedürftiger Älterer weiter zu stabilisieren. Zusätzlich zu Bremervörde ergänzten dessen Nachbargemeinden Hesedorf (1.800 Einwohner) und Elm (1.500) sowie weitere angrenzende Ortschaften das Einzugsgebiet der künftigen Tagespflege.

Diese wird genau wie die in Oerel über einen hauseigenen Fahrdienst verfügen. Die Einrichtung wird von Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. „Es ist gewährleistet, dass während der Öffnungszeit eine examinierte Pflegekraft anwesend ist. Die Einrichtung wird - wie vom Gesetzgeber auch vorgesehen - mit einem Pflegepersonalstellenschlüssel von 1:5 ausgestattet. Der Stellenschlüssel für das Betreuungspersonal beträgt 1:20“, erläutert Eckhoff.

Art und Inhalt der Leistungen richten sich im Grundsatz nach den Rahmenvereinbarungen des Landes Niedersachsen, dem Versorgungsvertrag sowie den Inhalten der Anleitung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zur Prüfung der Qualität.

Die Leistungen umfassen Grundpflege (untergeordneter Leistungsbereich der Tagespflege), gegebenenfalls die medizinische Behandlungspflege, als Tätigkeitsschwerpunkt die soziale Betreuung in Form sogenannter tagesstrukturierender Maßnahmen (Handarbeiten, Spielen, Seniorentanz und -gymnastik, kleinere Ausflüge, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) sowie ärztlich verordnete therapeutische Angebote und Beratung.

Ferner ist die Speise- und Getränkeversorgung vorgesehen, die sich nach dem Nährstoffbedarf der Gäste richtet und individuelle Bedürfnisse auch bei Sonderkost und Diäten berücksichtigt.

Uneingeschränkte Zustimmung für den von ihm vorgelegten Tätigkeitsbericht für 2018 sowie den Wirtschaftsplan für 2020: Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

DRK-Kreisverband Bremervörde bilanziert 2018 / „Ein ziemlich großer Gemischtwarenladen“

Brauel. 87 stimmberechtigte Delegierte aus allen 16 Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde hatten sich zur Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in den Braueler Gasthof Zur Linde eingefunden, um das Tätigkeitsjahr 2018 Revue passieren zu lassen. „Schwarze Zahlen sagen vor allem eines immer aus: Es wurde gut oder sehr gut gearbeitet“, lautete das Fazit von Heinz Wöltjen.

Wöltjen, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Klenkendorfer Mühle, hatte die Entlastung des Präsidiums um Präsident Frank Pingel (Bremervörde) durch die Mitglieder beantragt. Die Abstimmung darüber fiel eindeutig aus: 100 Prozent Ja-Stimmen, ohne Enhaltungen. Gleiches traf auch für den ebenfalls von Geschäftsführer Rolf Eckhoff vorgelegten Wirtschaftsplan für 2020 zu. Zevens Samtgemeindebürgermeister Henning Fricke gab sein Debüt als Grußwort-Überbringer bei der DRK-Kreisversammlung und bekannte, er finde die Rotkreuzaktivitäten „echt beeindruckend“ - weltweit sowieso, aber auch auf lokaler Ebene.

„Ein doch ziemlich großer Gemischtwarenladen“ mag mancher Zuhörer gedacht haben, als Rolf Eckhoff den Tätigkeitsbericht des DRK-Kreisverbandes für 2018 vortrug. Angefangen über die zur Zeit sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, in denen mehr als 430 Mädchen und Jungen betreut werden (der Bau und Betrieb einer weiteren Kita für Tarmstedt ist in Planung), über die aktuell 44 Schulassistenzen, die Kindern und Jugendlichen mit Handicap den Besuch einer Regelschule ermöglichen, bis hin zur Koordinierungsstelle Familienhebammen, die, seit die Trägerschaft vor fünf Jahren vom Landkreis Rotenburg auf das DRK übertragen wurde, nicht weniger als 423 überwiegend junge bis sehr junge Paare oder Alleinerziehende betreut hat.

Zu den klassischen Hauptaufgabenfeldern des DRK führte Eckhoff aus, die aktuell mehr als 160 Mitarbeiter des landkreisweit tätigen DRK-Rettungsdienstes bildeten innerhalb der 446 Mitarbeiter zählenden hauptamtlichen Belegschaft die größte Gruppe der Beschäftigten. Hinzu kämen knapp 100 Frauen und Männer, die ehrenamtlich über die Katastrophenschutzeinheiten (Bereitschaften, Schnell-einsatzgruppen Rettung, Einsatzzug, Kriseninterventionsteam) aus Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven bei Großschadenslagen und einem sogenannten Massenanfall von Verletzten den erweiterten Rettungsdienst bildeten.

194 Erste-Hilfe-Lehrgänge mit fast 3.000 Teilnehmern (überwiegend betriebliche Ersthelfer) meldete Andrea Grabau als hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte nebst fünfköpfigem, ehrenamtlichen Ausbilderteam ihrem Dienstherrn Eckhoff für 2018. Nicht weniger als 123 Blutspendetermine fanden 2018 in 28 Ortschaften des Altkreises Bremervörde statt. Dazu erschienen 10.581 Spender - 157 weniger als im Jahr zuvor.

Eine über Jahre schon steigende Tendenz hingegen beobachtet Eckhoff bei der Vermittlung, Installation und Betreuung von Hausnotrufanschlüssen durch das DRK. Knapp 350 Kunden standen 2018 im Bestand. Und auch die Durchführung des Behindertenfahrdienstes nimmt sprichwörtlich immer mehr Fahrt auf: Im zurückliegenden Jahr schlugen laut Eckhoff 236 Fahrten zu Buche – 41 mehr als 2017.

„Sorgenkind“ ist und bleibt der Menüservice Essen auf Rädern. Die Auslieferung der Speisen, so wird Eckhoff schon seit Jahren nicht müde zu betonen, lasse sich aufgrund der wegen der großen Wegstrecken kostenintensiven Warmauslieferung durch hauptamtliches Personal nicht ansatzweise kostendeckend durchführen. Aber: „Wir sind eine gemeinnützige Hilfsorganisation und kein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen und werden dieses Angebot für Menschen, die auf uns angewiesen sind, deshalb aufrechterhalten.“ Und immerhin: Während die Umsätze im Raum Bremervörde laut des Geschäftsführers leicht rückgängig sind, seien sie in Zeven und umzu stark gestiegen.

Zur Nachwuchsrekrutierung führte Eckhoff aus, rund 250 Kinder und Jugendliche würden im Altkreis Bremervörde über das Jugendrotkreuz (JRK) und den Schulsanitätsdienst an die Ideale und praktische Arbeit des Roten Kreuzes herangeführt. Bemerkenswert: Der DRK-Landesverband Niedersachsen habe das Gymnasium sowie die Berufsbildende Schule in Bremervörde sowie die Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg zum Ende des Schuljahres 2018/2019 als Preisträger des Wettbewerbes Humanitäre Schule zertifiziert.

Was Eckhoff besonders wichtig war zu betonen: Die Zahl der über die Ortsvereine organisierten Mitglieder sei Dank einer Werbeaktion mit knapp unter 5.000 konstant geblieben. Deren Förderbeiträge und Spenden schlugen in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 119.000 Euro zu Buche.

Die Ertragsseite weist (hauptsächlich resultierend aus dem Betrieb des Rettungsdienstes und der Kindertagesstätten) 17,4 Millionen Euro aus, die Aufwandsseite (zu mehr als 80 Prozent bestehend aus Personalkosten) rund 17,2 Millionen Euro. Abzüglich der Bildung von Rücklagen weist die Bilanz (Volumen: 11,5 Millionen Euro, 710.000 Euro mehr als 2017)  für 2018 einen Gewinn von 245,05 Euro aus. 

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“, schloss Schatzmeister Johann Heins (Selsingen) seinen  pointiert vorgetragenen Kassenbericht und gab dabei Einblick in die von drei Prüfern des DRK-Landesverbandes Niedersachsen erstellten Expertise über das Zahlenwerk des hiesigen Roten Kreuzes.

Nicht ganz 90 Delegierte aller 16 DRK-Ortsvereine aus dem Altkreis Bremervörde waren zur Kreisversammlung in Brauel erschienen. Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Venjakob, Rothgeber und Hagemann bestätigt

Im Namen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zeichnete Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber Niclas Kahrs und Stefan Blome für deren Einsatz beim Moorbrand 2018 in Meppen aus Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Uneingeschränkte Zustimmung für Fortsetzung der Mitarbeit im Präsidium des Bremervörder DRK

Brauel. Dr. Henning Venjakob (Seedorf) bleibt für weitere drei Jahre in seiner Funktion als sogenannter Kreisverbandsarzt Mitglied des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Er stützt sich dabei auf das 100-prozentige Votum von 87 stimmberechtigen Delegierten aus 16 DRK-Ortsvereinen, die zur Kreisversammlung in Brauel erschienen waren.

Das ranghöchste Beschlussorgan bestätigte ferner die im Vorfeld von den Bereitschaften Bremervörde, Zeven, Tarmstedt und Gnarrenburg vorgenommene Wiederwahl Andreas Rothgebers (Tarmstedt) als Kreisbereitschaftsleiter. Und die Delegierten vernahmen mit Freude, dass das Kreisverbandspräsidium in einer vorangegangenen Sitzung Sven Hagemann (Bremervörde) erneut zum Katastrophenschutz-beauftragten und somit weiteres Mitglied des Präsidiums ernannt hatte.

Vorbehaltlich der für Anfang Dezember zu erwartenden Zustimmung durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes Niedersachsen bestätigte die Kreisversammlung außerdem Andrea Grabau (Bremervörde) als neue Kreisleitung Jugendrotkreuz (JRK). Delegierte aus den Ortsvereinen, denen entweder eine Jugendrotkreuz- oder eine Schulsanitätsdienstgruppe angegliedert ist, hatten Grabau Ende August zu ihrer Repräsentantin im Kreisverbandspräsidium gewählt. Die übergeordnete DRK-Instanz aus Hannover muss ihrer Wahl satzungsgemäß jedoch noch zustimmen, weil Grabau auch hauptamtlich für den DRK-Kreisverband Bremervörde tätig ist, nämlich als Ausbildungsbeauftragte im Bereich Erste Hilfe.

Bereits fest im Sattel sitzt Stefan Kniemeyer, der nach ordnungsgemäß intern erfolgter Wahl jetzt während der Kreisversammlung durch Andreas Rothgeber offiziell zum Leiter der Bremervörder DRK-Bereitschaft ernannt wurde.

Eine von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius unterschriebene und von Andreas Rothgeber überreichte Auszeichnungen erhielten  Niclas Kahrs und Stefan Blome sowie in Abwesenheit Lynn Höltge und Andre Lohmann. Sie alle wurden im Herbst 2018 beim Moorbrand in Meppen eingesetzt, um den dort betriebenen „Betreuungsplatz 500 Land Niedersachsen“ sanitätsdienstlich abzusichern.

 

 

Informationen zur künftigen Tagespflege in Bevern

Foto: DRK Bremervörde

Bevern. Tagespflege – was ist das eigentlich? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der DRK-Kreisverband Bremervörde im Rahmen einer Informationsveranstaltung, die am Freitag, 29. November, ab 15 Uhr in der Gaststätte „Beverner Schweiz“ (Selsinger Straße 16) in Bevern stattfindet. Hintergrund ist die vom Roten Kreuz für Anfang 2020 geplante Eröffnung der Einrichtung (und als separates Angebot Wohnen mit Serviceleistungen/Betreutes Wohnen), die künftig von der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle betrieben wird. Und zwar nach dem Vorbild der bereits Ende 2015/Anfang 2016 in Betrieb genommenen Tagespflege in Oerel. Deren Leiterin Agnes Hildebrandt sowie DRK-Präsident Frank Pingel und -Geschäftsführer Rolf Eckhoff freuen sich, das Projekt interessierten Bürgern aus Bevern und umzu vorstellen zu können.

„Auf den Ernstfall gut vorbereitet“

Ein „Behandlungsplatz 50“ - kurz: BHP50 - aus der Distanz betrachtet. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können (Foto: St. Jeschke/DRK)

Katastrophenschutzübung: DRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber zieht positive Bilanz

Bremervörde/Wiepenkathen. Eine rundum positive Bilanz zieht der Tarmstedter Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter und Präsidiumsmitglied im Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), mit Blick auf eine jüngst stattgefundene Katastrophenschutzübung im Stade-Wiepenkathener Gewerbegebiet Ohle Kamp. An dieser waren mehr als 100 Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Stade, Rotenburg und eben Bremervörde, aber auch von den Stader Ortsgruppen der DLRG (Gesamteinsatzleitung), des THW und der örtlichen Feuerwehr (Verletztendarsteller) beteiligt.

Die Übung zog das Interesse hochrangiger Gäste auf sich – mit Holger Rathjens darunter ein Mitarbeiter des zuständigen Fachministeriums von Landesinnenminister Boris Pistorius, Wolfgang Kasperek (Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg als den Landkreisen Rotenburg und Stade vorgesetzte Katastrophenschutzbehörde), der Stader Landrat Michael Roesberg, vom Landkreis Rotenburg Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Silke Hinze (Leiterin Betrieb Rettungsdienst) und Ordnungsamtsleiterin Martina Karstens, Verbindungsoffiziere der Bundeswehr sowie Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Aus den DRK-Führungskreisen zugegen waren Gunter Armonat (Präsident DRK-Kreisverband Stade), Hans Eckert (stellvertretender Vorsitzender DRK-Kreisverband Rotenburg) sowie die Kreisgeschäftsführer Uwe Lütjen (Stade) und Rolf Eckhoff (Bremervörde).

Das Szenario der Übung: ein Zugunglück mit mehreren Dutzend Verletzten. Landkreisseitig wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Hauptamtliche Beschäftigte des DRK-Regelrettungsdienstes sowie des sogenannten Erweiterten Rettungsdienstes (Rotkreuz-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppen für Großschadenslagen) befinden sich bereits am Einsatzort. Zur Unterstützung dieser Einheiten und zur Entlastung umliegender Krankenhäuser treffen ergänzend - von der Rettungsleitstelle mit Verkehrssonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) ausgestattete - ehrenamtliche Sanitäts-, Betreuungs-, Technik- und Logistikkräfte aus den Bereitschaften der drei DRK-Kreisverbände ein.

Sie errichten aus mehr als einem halben Dutzend Zelte einen Behandlungsplatz 50 (kurz: BHP 50) - eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können. Der Behandlungsplatz ist eingeteilt in die Bereiche Sichtung/Registrierung der Verletzten durch einen Notarzt, die anschließende Einteilung der festgestellten Verletzungen in Schweregrade (mittels roter, gelber oder grüner Karte, die dem Patienten umgehängt wird), Behandlung, Ausgangsregistrierung und schließlich Transport in weiterführende Versorgungseinrichtungen – oder die Übergabe an die Betreuungsdiensteinheit innerhalb des Behandlungsplatztes.

Dieser hat eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern – inklusive Zu- und Abfahrtswege für die gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge, darunter ein geländegängiger Rettungstransportwagen auf Unimog-Basis sowie ein Enduro-Motorrad für Erkundungsfahrten auf unwegsamen Gelände.

„Die Rotkreuz-Einsatzeinheiten aus Bremervörde, Rotenburg und Stade sind auf den Ernstfall gut vorbereitet“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber im Nachgang zur Übung mit Zufriedenheit fest. Die Führungskräfte hätten die Möglichkeit gehabt, die Abläufe nach kurzen Unterbrechung zu optimieren. Und auch für die Helfer habe die Übung einen durchaus als realistisch anzusehenden Einsatz dargestellt, den es im Ernstfall zu beherrschen gelte.

Was ihn, Rothgeber, gefreut habe: „Von unseren geladenen Gästen aus den Katastrophenschutzbehörden ernteten wir ausschließlich Lob. Alle sagten, sie seien beeindruckt von der Professionalität der Abläufe. Wir werten das als starke Anerkennung unserer Arbeit.“

„Zahl der Unfälle alarmierend hoch“

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe beim DRK-Kreisverband Bremervörde und ehrenamtlich oberste Vertreterin des Jugendrotkreuzes und der Schulsanitätsdienste im Altkreis Bremervörde, steht den hiesigen Schulen mit ihrem Mitarbeiter-Team gerne zur Seite (Foto: St. Jeschke/DRK)

Deutsches Rotes Kreuz appelliert: Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen muss dringend verbessert werden

Bremervörde. Die Erste-Hilfe-Ausbildung an den Schulen hierzulande muss nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dringend verbessert werden. Die Zahl von bundesweit mehr als eine Million Schulunfällen im Jahr 2018 sei alarmierend hoch, sagt die Präsidentin des DRK-Bundesverbandes Gerda Hasselfeldt anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 14. September. Die Gefahr von Unfällen in Schulen sei in Deutschland weitaus größer als in Betrieben.

Der DRK-Kreisverband Bremervörde als einer von 500 bundesweit hat 2017 und 2018 knapp 5.500 Frauen und Männer aus dem Altkreis Bremervörde in insgesamt 422 Kursen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet, mehr als die Hälfte darunter von der Berufsgenossenschaft geforderte betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer.

2018 wurden laut DRK bundesweit in Betrieben 23 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 sogenannte Vollarbeiter verzeichnet, aber 66 meldepflichtige Schulunfälle je 1.000 Schüler. Während die Unfallversicherungsträger für Betriebe eine Ersthelfer-Quote von bis zu 10 Prozent der Belegschaft vorschreiben, gibt es laut DRK-Bundesverband bislang keine verpflichtenden, einheitlichen Regelungen für Schulen. Die Notwendigkeit einer besseren Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern bekräftigte erst im Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Darin wird die Amtspflicht des Lehrpersonals betont, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchführen zu können.

Das BGH-Urteil beruht auf der Klage eines Schülers. Dieser war im Januar 2013 während des Aufwärmtrainings im Sportunterricht bewusstlos geworden und hatte in der Folge einen Atemstillstand erlitten. Vor Eintreffen des Notarztes sei keine Laienreanimation durch die zwei anwesenden Sportlehrer erfolgt.

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe im DRK-Kreisverband Bremervörde, schließt sich der Meinung des DRK-Bundesverbandes an, dass Schulen generell dringend dafür sorgen müssten, dass genügend Lehrpersonal in Erster Hilfe ausgebildet werde und auf dem neuesten Stand sei. Verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe sei die Schulleitung. „Wir als DRK stehen dabei als kompetenter und erfahrener Partner gerne zur Seite“, unterstreicht Grabau.

So seien in den zurückliegenden zwei Jahren von ihr und ihrem ehrenamtlichen Kollegium 522 Pädagogen (und in Kindertagesstätten tätige Erzieher) nach Maßgabe der Berufsgenossenschaft in Erster Hilfe am Kind aus- beziehungsweise fortgebildet worden, darüberhinaus erhielten 474 Mädchen und Jungen ab Klasse fünf eine sogenannte MESI-Schulung (Vermittlung von Kenntnissen der medizinischen Erstversorgung mit Selbsthilfe-Inhalten).

Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich ferner das Jugendrotkreuz (eigenständiger Jugendverband des DRK) im Schulsanitätsdienst. Grabau wurde vor knapp zwei Wochen von den Delegierten des den DRK-Ortsvereinen angegliederten Gruppen des Jugenrotkreuzes (JRK) zu deren Kreisleitung gewählt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht sie davon aus, dass in den JRK-Gruppen sowie als Schulsanitäter an den weiterführenden Schulen in Bremervörde, Zeven, Gnarrenburg, Tarmstedt, Zeven und Sittensen zwischen 100 und 150 Schülerinnen und Schüler mit Erste-Hilfe-Kenntnissen organisiert sind.