Aktuelle Pressemitteilungen Foto: A. Zelck / DRKS
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„Spannende Zeit der Weichenstellung“

25-jähriges Dienstjubiläum beim DRK-Kreisverband Bremervörde: stellvertretender Kreisgeschäftsführer und kaufmännischer Leiter Thomas Hechler (Foto: St. Jeschke/DRK)

DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff gratuliert Thomas Hechler zum 25-jährigen Dienstjubiläum

Bremervörde. Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde, gratuliert einem seiner dienstältesten Mitarbeiter: Thomas Hechler. Mitte Oktober 1995 stieß der 59-jährige Nieder Ochtenhausener zum Roten Kreuz und wurde fünf Jahre später unter Eckhoffs Vorgänger Peter Hoheisel und dem damaligen Vorsitzenden Rainer Brandt zum stellvertretenden Geschäftsführer und kaufmännischen Leiter ernannt.

Hechler, verheirateter Vater zweier erwachsener Söhne, wurde in Oldenburg geboren und wuchs in Augustendorf auf. Im Anschluss an seine in Bremerhaven absolvierte Ausbildung zum Steuerfachgehilfen verpflichtete er sich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Zum Ende seiner Soldatenzeit im August 1994 besuchte Hechler über einen Zeitraum von zwei Jahren und zur Vorbereitung auf die Rückkehr in einen zivilen Beruf die Bundeswehrfachschule in Hamburg, die er mit der Fachhochschulreife (Wirtschaft) und als staatlich geprüfter Betriebswirt verließ.

Der 15. Oktober 1995 markiert den Beginn von Hechlers Tätigkeit beim Roten Kreuz in Bremervörde - zunächst in der Finanzbuchhaltung, im Controlling des Rettungsdienstes sowie vertretungsweise in der Personalbuchhaltung. „Das war damals noch ein schnuckeliger DRK-Kreisverband mit kaum mehr als 100 Hauptamtlichen, ein Viertel davon Zivildienstleistende im Rettungsdienst“, erinnert sich Hechler.

Den unter Hoheisel und Brandt eingeleiteten sowie durch Eckhoff (seit 2006 Geschäftsführer) und Frank Pingel (trat Brandts Nachfolge als Präsident 2012 an) erfolgreich fortgesetzten Ausbau von mittlerweile mehr als 30 unterschiedlichen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen des Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde mit inzwischen 450 hauptamtlichen Beschäftigten bezeichnet Hechler als „sehr spannende Zeit der Weichenstellung für die Zukunft“.

Verbunden mit dem Wunsch für beste Gesundheit und Freude an der weiteren Zusammenarbeit sprach Rolf Eckhoff seinem Stellvertreter für dessen erfolgreiche Arbeit, Loyalität, Treue und Verbundenheit zum Roten Kreuz seinen dank aus.

„Können wir uns sehr gut mit identifzieren“

Phyiotherapeutin Christina Rode (rechts) und Christhild Bütepage inmitten der Spielelandschaft, die das DRK-Kinderhaus mit Unterstützung der Phyiotherapie-Praxis Barkow & Kosch anschaffen konnte (Foto: St. Jeschke/DRK)

Physiotherapie-Praxis Barkow & Kosch unterstützt Bremervörder DRK-Kinderhaus

Bremervörde. Freudige Überraschung für das DRK-Kinderhaus in der Robert-Koch-Straße: Aus den Händen von Physiotherapeutin Christina Rode (Barkow & Kosch, Praxis für Physiotherapie und Gesundheitstraining) nahm Einrichtungsleiterin Christhild Bütepage einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro entgegen.

Dabei handelt es sich um den Erlös eines alljährlich stattfindenden Ratespiels, das die Frage nach der Länge eines Therabandes zum Inhalt hatte. „An dem Gewinnrätsel konnten sich unsere Patienten per Kauf eines Loses zum Preis von zwei Euro beteiligen. Etwas weniger als 400 Euro sind dabei zusammengekommen, wir haben dann auf 500 Euro aufgerundet“, berichtet Christina Rode.

Geld, dass die Rotkreuz-Krippe für die Anschaffung einer Wild Climber genannten Bewegungslandschaft mit Rutsche, Sprossenleiter und Matten gut gebrauchen konnte. Das mehrteilige Kletterset fördert, so Bütepage, die Gesamtheit der körperlichen Bewegungsabläufe der Kinder. „Also auch den Gleichgewichtssinn und die Koordination – das passt schon. Damit können wir uns als Praxis sehr gut identifizieren“, so Christina Rode.

 

 

 

Norbert Weber geht - und bleibt doch

Wechsel an der Spitze der DRK-Kindertagesstätte am Tannenkamp in Bremervörde: Dörte Lorenz-Klose übernimmt die Einrichtungsleitung nach fast 25 Jahren gemeinsamer, erfolgreicher Arbeit von Norbert Weber. Dieser widmet sich künftig wieder mehr den erzieherischen und therapeutischen Aspekten seiner Arbeit (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bisherige Stellvertreterin Dörte Lorenz-Klose neue Leiterin der DRK-Kindertagesstätte am Tannenkamp

Bremervörde. Rechtzeitig vor Verfügung neuer Kontaktbeschränkungen führte der Bremervörder Kindergarten des Roten Kreuzes (Standort: Am Tannenkamp) an mehreren aufeinanderfolgenden Abenden seine Elternabende durch. Diese fanden erstmalig unter neuer Leitung statt. Denn: Der bisherige Einrichtungsleiter Norbert Weber widmet sich auf eigenen Wunsch neuen Aufgaben innerhalb der Hilfsorganisation. „Eine rein fachliche und persönliche Entscheidung“, unterstreicht Weber.

Statt seiner leitet seine bisherige Stellvertreterin Dörte Lorenz-Klose (und deren Vertretung Andrea Koritke) seit Anfang September die Geschicke der Bildungs- und Betreuungsstätte. Sie und Weber waren seit Öffnung des Kindergartens 1996 ein Team, arbeiteten stets partnerschaftlich auf Augenhöhe „und wurden uns bei den Basis-Dingen schnell einig“, so Weber.

„Das Grundgerüst ist seit bald 25 Jahren das gleiche: feste Gruppen, verbindliche Regeln, immer wiederkehrende Rituale wie Morgenkreis, Frühstück, pädagogische Angebote und Projekte in Kleingruppen und gruppenübergreifend sowie Bewegungsaufbauten in der Spielstraße... Das alles gibt den Kindern Orientierung und somit Sicherheit“, so Weber und Lorenz-Klose, die sich außerdem freuen, dass die DRK-Einrichtung seit mehr als zehn Jahren schon vom Niedersächsischen Turnerbund (NTB) als Bewegungskindergarten zertifiziert ist.

Zu den immer wiederkehrenden Dingen zählen die beiden auch das (in diesem Jahr pandemiebedingt abgesagte) Lichterfest, das jährlich Ende November gefeiert wird. „Als es 1999 zum ersten Mal stattfand, haben wir gemerkt, dass wir als Einrichtung auf einem sehr guten Weg sind“, blickt Weber voller Zufriedenheit zurück.

„Das hat immer irgendetwas Magisches, Phantasievolles und auch Bewegung als Thema. Da spielen aufregende Geschichten und Abenteuer eine Rolle, aber eben auch Sicherheit und Vertrauen in die Erzieherinnen und Erzieher und zur Gruppe“, ergänzt Lorenz-Klose, die ihren Dank mit Blick auf das Lichterfest ausdrücklich auch an die Eltern der fast 900 Kinder richtet, die die Einrichtung im Laufe der bald zurückliegenden 25 Jahre durchlaufen haben.

Dass die 49-Jährige die Leitung der DRK-Kita am Tannenkamp übernommen hat, stimmt den sieben Jahre älteren Weber „total glücklich“. „Ich freue mich auch, dass das Team so mitzieht und mich als Leitung akzeptiert. Im Grundsatz sind wir alle der Meinung, dass wir konzeptionell so weiterarbeiten wie gehabt und hoffen, dass wir gut durch die Pandemie kommen“, so Lorenz-Klose.

Weber, der in den zurückliegenden Jahren eine Verschiebung seiner Tätigkeit immer mehr hin zu einem administrativen Job festgestellt hat, möchte sich künftig wieder mehr den erzieherischen und therapeutischen Aspekten seiner Arbeit widmen. Dabei geht es um Begriffe wie neuromotorische Entwicklungsförderung, Entspannungspädagogik, Hörverarbeitung und Psychomotorik. Entsprechende Fortbildungen hat ihm das Rote Kreuz ermöglicht. Das Wissen und die jahrelange Erfahrung aus diesen Zusatzqualifikationen soll künftig allen Kindertageseinrichtungen kontinuierlich in der praktischen Anwendung aber auch der Schulung und Begleitung von pädagogischen Fachkräften im DRK-Kreisverband Bremervörde zur Verfügung stehen.

„Ich begrüße es sehr, dass Norbert Weber unserer Organisation mit seinem Wissensschatz und seiner Erfahrung erhalten bleibt. Dörte Lorenz-Klose zu seiner Nachfolgerin zu ernennen, war eine einfach zu treffende Entscheidung. Beide haben unsere Kita am Tannenkamp mit aufgebaut und geprägt. Sie stehen für Kontinuietät“, unterstreicht DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff.

 

 

Aufklärung zur RTL-Sendung „Team Wallraff“

DRK kritisiert einseitige und tendenziöse Berichterstattung

Berlin, 20. Oktober 2020

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert die Berichterstattung der RTLSendung „Team Wallraff“ vom 19. Oktober 2020. „In der Sendung wurde in einem unseriösen und einseitigen Beitrag, gespickt mit vielen Halbwahrheiten, Stimmung gegen das DRK gemacht“, sagt DRKGeneralsekretär Christian Reuter. In einer Stellungnahme heißt es weiter:

„Durch die Sendung wird anhand weniger Einzelbeispiele die verdienstvolle Arbeit von mehr als 443.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und mehr als 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Misskredit gebracht. Wir sind eine Organisation mit 500 Kreisverbänden und mehr als 4.200 Ortsvereinen, in denen auch Fehler gemacht werden. Hinweisen auf Missstände in unserem Verband müssen wir nachgehen und darüber auf allen Ebenen auch eine offene Diskussion führen.

So distanzieren wir uns zum Beispiel ausdrücklich vom Einsatz aggressiver Haustürwerber. Auch bei der Haustürwerbung muss der Grundsatz der Freiwilligkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben.

Unsere Spender und Unterstützer erwarten vom DRK außerdem zu Recht einen professionellen und effizienten Umgang mit den uns anvertrauten Mitteln. Das DRK ist Mitglied im Spendenrat, der ebenfalls regelmäßige Qualitäts- und Transparenzkontrollen durchführt. Darüber hinaus lassen wir uns freiwillig jedes Jahr vom Deutschen Institut für soziale Fragen (DZI) prüfen, um das DZI-Spendensiegel zu erhalten. Anders als in der Sendung suggeriert, legt der DRK e.V. seine Aufwendungen für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung offen. Dieser Anteil lag beim DRK nach Angaben des DZI im Jahr 2017 bei 14,56 Prozent der Gesamtausgaben, also weit unter der vom DZI genannten Quote von maximal 30 Prozent.

Auch die Arbeit der Blutspendedienste wurde durch Halbwahrheiten in einem schlechten Licht dargestellt. Die DRK-Blutspendedienste sind die Pioniere des Blutspendewesens in Deutschland – es ist ein seit Jahrzehnten bewährtes System, das auf die Zusammenarbeit von ehren- und hauptamtlichen Kräften fußt. Die Blutspendedienste des DRK decken etwa 75% des bundesweiten Bedarfs an lebensrettenden Blutpräparaten ab und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung schwerkranker und verletzter Menschen, die ohne fremdes Blut nicht überleben würden, und damit zum Erhalt des Gesundheitssystems. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Nur gemeinsam gelingt es, die Versorgung kranker und schwerverletzter Mitmenschen weiterhin zu sichern.“

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist mit nationalen Gesellschaften in 192 Ländern die größte humanitäre Organisation der Welt.

Sascha Anselm, Medizin-Produkt-Gesetz-Berater des DRK-Rettungsdienstes weiß um die Vorteile des LUCAS sowohl für Patienten als auch Rettungsdienstbeschäftigte (Foto: Jeschke/DRK)

Für eine Wiederbelebung ohne Zwangspausen

DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff (Vierter von links) und Rettungswachenleiter Jürgen Wolf (rechts) bedankten sich bei Hans Wilhelm Fricke (Stiftungsrat der Zevener Volksbank), Jochen Johannsen, Uwe Schradick (beide im Stiftungsvorstand), Ulf Tabel, Hans-Georg Bahlburg und Thomas Czekalla (alle drei im Stiftungsrat) für die Unterstützung beim Kauf der LUCAS genannten mechanischen Reanimationshilfe (Foto: Stiftungsrat Zevener Volksbank)
Bürgerstiftung der Zevener Volksbank unterstützt DRK bei Kauf einer LUCAS-Reanimationshilfe

Zeven. Freude beim Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): Die Bürgerstiftung der Zevener Volksbank, die seit ihrer Gründung 2002 mehr als 100.000 Euro für gemeinnützige und caritative Projekte in den Samtgemeinden Selsingen, Sittensen, Tarmstedt und Zeven zur Verfügung gestellt hat, berücksichtigte jetzt mit 7.000 Euro den DRK-Rettungsdienst. Genauer: die Ausstattung des an der Rettungswache Zeven stationierten Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF), das auch Einsatzfahrten der Wachenstandorte Sittensen und Tarmstedt mit abdeckt.

Die 7.000-Euro-Spende unterstützt den vom Landkreis Rotenburg mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragten DRK-Kreisverband Bremervörde bei der Anschaffung einer knapp 14.000 Euro teuren und LUCAS genannten mechanischen Reanimationshilfe. Die Bezeichnung LUCAS leitet sich ab aus den Anfangsbuchstaben der schwedischen Stadt Lund, der dortigen Universität (an der LUCAS entwickelt wurde) und den Begriffen Cardiopulmonary Assist System - zu deutsch und etwas sperrig: Herz-Lungen-Wiederbelebung-Unterstützungssystem.

Das berichtet Sascha Anselm, Medizinprodukteberater für den DRK-Rettungsdienst. In Abstimmung mit dem Landkreis Rotenburg und seinem Dienstherrn, DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, sowie dem Zevener Wachenleiter Jürgen Wolf zeichnete der 40-jährige Rettungsassistent für die Ausschreibung und Angebotseinholung für den LUCAS sowie die Einweisung seiner Kolleginnen und Kollegen an dem Gerät verantwortlich.

Je nach Bedarf und Konstitution des Patienten kommt der LUCAS zum Einsatz, beispielsweise bei Einsätzen, bei denen Betroffene zuvor einen Herzinfarkt mit Herzstillstand erlitten haben. Schon am Ort des Auffindens der Person, so Sascha Anselm weiter, werde dieser die Maschine mit Hilfe einer Rückenplatte und eines Stabilisierungsgurtes mittig auf den Brustkorb geschnallt und über einen sich hydraulisch anhebbaren und absenkbaren Saugnapf mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung mittels mechanischer Herzdruckmassage begonnen.

Vorteil für den Patienten: „Er erhält vom Ort seines Auffindens bis hin zur Übergabe an das Krankenhauspersonal eine durchgehend qualitativ gleichbleibende Reanimation – ohne Zwangspausen, beispielsweise wenn die betroffene Person auf einer Trage durch ein enges Treppenhaus getragen werden muss und kein Platz dafür ist, sie gleichzeitig wiederzubeleben“, sagt Anselm.

Vorteil für den Rettungsdienstmitarbeiter: „Er oder sie wird entlastet, weil es sehr anstrengend und anspruchsvoll ist, durchgängig in gleichbleibender Qualität und gleichbleibendem Rhythmus eine Reanimation mit pro Minute bis zu 120 Herzmassagen durchzuführen, wenn das nächste Krankenhaus zwischen 20 und 45 Minuten Fahrtzeit entfernt liegt“, weiß Anselm.

Er begrüßt die Anschaffung des Lucas auch vor dem Hintergrund der Arbeitssicherheit. Denn: „Wiederbelebung funktioniert in einem Fahrzeug ohne technische Unterstützung  nur im Stehen. Das Anlegen eines Sicherheitsgurtes ist für den Retter dann nicht möglich.“

Auf Notsituationen vorbereitet sein

Andrea Grabau (mit einem Automatisierten Externen Defibrillator, kurz: Defi), Erste-Hilfe-Ausbilderin und -Ausbildungsbeauftragte beim DRK-Kreisverband Bremervörde, weist aus Anlass des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 12. September auf die Notwendigkeit regelmäßiger Schulung hin Foto (Archiv): St. Jeschke/DRK

Deutsche Rotes Kreuz rät zur Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse alle zwei Jahre

Bremervörde. Im Notfall Erste Hilfe zu leisten, kann Leben retten. Doch die Kenntnisse vieler Menschen über mögliche Hilfsmaßnahmen sind oft veraltet. „Viele absolvieren zur Führerscheinprüfung einen Erste-Hilfe-Kurs und beschäftigen sich dann nie wieder mit dem Thema. Das reicht aber nicht aus und die Folgen können fatal sein“, sagt Andrea Grabau, Erste-Hilfe-Ausbilderung und -Ausbildungsbeauftragte des DRK-Kreisverbandes Bremervörde anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 12. September.

Nicht nur, aber gerade auch Verkehrsteilnehmer sollten auf Notsituationen vorbereitet sein und wissen, wie sie schnell helfen könnten - über das Absetzen des Notrufs 112 hinaus. Das Rote Kreuz rät daher, alle zwei bis drei Jahre die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse in einem Kurs aufzufrischen. Denn: Jeder könne in die Situation geraten, Erste Hilfe leisten zu müssen - ob im Straßenverkehr, beim Sport oder im Privathaushalt.

„Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen meist mehrere Minuten. Vor allem in lebensbedrohlichen Situationen kommt es gerade in diesen ersten Minuten nach einem Unfall auf die Ersthelfenden vor Ort an, beispielsweise um Blutungen zu stoppen, Bewusstlose in die stabile Seitenlage zu legen, um sie vor dem Ersticken zu bewahren oder bei Herzstillstand eine Wiederbelebung durchzuführen“, verdeutlicht Grabau.

Viele Menschen hätten Angst davor, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Genau deswegen seien die praktischen Wiederholungen solcher Kompetenzen so wichtig. Grabau: „Sie helfen dabei, die Scheu zu überwinden, etwas falsch zu machen. Wer sich regelmäßig schulen lässt, kann sich in Ruhe auf eine Notsituation vorbereiten und dann im Ernstfall dazu beitragen, dass die betroffene Person bestmöglich versorgt wird und dadurch bleibende Schäden verhindert oder verringert werden.“

In Zeiten der Corona-Pandemie ist Erste Hilfe weiterhin möglich. „Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Mund und Nase der hilfebedürftigen Person mit einem Tuch abgedeckt und auch das eigene Gesicht geschützt werden. Den Notruf 112 anzurufen und die betroffene Person zu beruhigen, ist eine wichtige Hilfeleistung und auch auf Distanz möglich“, so Grabau.

Informationen zur Erste-Hilfe-Ausbildung und eine Übersicht über die online zu buchenden und an mehreren Standorten im Altkreis Bremervörde stattfindenden Kurse sind unter www.drk-bremervoerde.de (unter „Kurse“) nachzulesen. Diese seien bedingt durch die mehrmonatige Pause zu Beginn der Pandemie, aber der DRK-Kreisverband Bremervörde arbeitet fortlaufend daran, zusätzliche Kurstermine (aufgrund der Abstandsregelung zur Zeit mit reduzierter Teilnehmerzahl) zu realisieren.

Abgabe von Altkleider wieder möglich

Silke Seidler, Leiterin des DRK-Kleidershops in Bremervörde, deutet es an: Die Altkleidercontainer können wieder als Ablagemöglichkeit für Textilspenden genutzt werden. Auch der Shop hat wieder in vollem Umfang geöffnet. Der Einkauf dort hat aber selbstredend unter Einhaltung der aktuell gültigen Corona-Schutzbestimmungen stattzufinden Foto: St. Jeschke/DRK.

Bremervörder Rotes Kreuz öffnet Sammelcontainer und Kleidershops wieder vollumfänglich

Bremervörde. Wie der Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bekannt gibt, hat der Kleidershop im Solferino-Haus (Gutenbergstraße 2) wieder in vollem Umfang geöffnet - und der Einkauf selbstredend aber weiterhin im Rahmen der aktuell gültigen Corona-Schutzbestimmungen stattzufinden. Sprich: Abstand halten, Hygiene beachten, Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Auch die auf öffentlichem und privatem Grund abgestellten Sammelcontainer, so die DRK-Verantwortlichen, könnten als Ablegemöglichkeit für Kleiderspenden wieder in vollem Umfang genutzt werden. Hintergrund laut DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff: „Die mit uns kooperierenden Kleiderverwertungsbetriebe sowie die ihnen zuarbeitenden Erfassungs- und Sortierunternehmen, die ihre Arbeit ab dem Frühjahr pandemiebedingt in erheblichem Maße einschränken mussten, haben wieder Kapazitäten frei. So können wir die Kleidermengen, die aufgrund ihres Zustandes nicht mehr für die Weitergabe an Bedürftige in Frage kommen oder alternativ gegen kleines Geld über den Kleidershop weitergegeben werden können, verkaufen.“

Woran das DRK indes festhält: Wie schon im Frühjahr wird es auch im Herbst keine Altkleider-Straßensammlung geben. „Die für die Sammlung vorgesehenen Tüten und deren Produktion sowie Verteilung an jeden Haushalt im Altkreis Bremervörde benötigen eine zu lange Vorlaufzeit, um das jetzt noch alles rechtzeitig bis zu den Herbstferien organisiert zu bekommen. Angesicht der unklaren Lage sahen wir uns ja bereits im Frühjahr dazu gezwungen, diese Entscheidung zu treffen. Und an ihr halten wir fest“, so Eckhoff.

Bürger, die ihren Kleiderschrank auf Vordermann bringen, sich von der einen oder anderen Textilie trennen und diese dem Roten Kreuz spenden möchten, hätten als Alternative zur Straßensammlung jetzt aber ja die Möglichkeit, diese in die Sammelcontainer abzulegen oder eben direkt im Shop im Solferino-Haus in Bremervörde abzugeben. Zu folgenden Öffnungszeiten ist letzteres möglich:  Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Montag und Mittwoch von 14 bis 17 Uhr sowie jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr (feiertags geschlossen).

Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen an Kunden der Kleidershops (in Zeven betreibt das DRK einen weiteren) erzielt das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötigt. So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Katastrophenschutz belaufen sich laut Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

FuD: wichtige Hinweise für die Einzel- und Gruppenbetreuung

FuD-Leiterin Meike Wittenberg (links) unter ihr Mitarbeiterinnen-Team geben wichtige Hinweise für die Einzel- und Gruppenbetreuung (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Durch die Corona-Pandemie war dem Familienunterstützenden Dienst (FuD) des DRK-Kreisverbandes Bremervörde e. V. eine Einzel- oder Gruppenbetreuung im häuslichem Umfeld und der Freizeit seit dem 16. März nur noch eingeschränkt oder teilweise gar nicht mehr erlaubt. Aufgrund der aktuellen Entscheidungen von Bund und Ländern ist es uns jetzt möglich, nach und nach unsere Angebote, wenn auch in veränderter Form, wieder anzubieten. Damit auch weiterhin die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln der Angebote umgesetzt werden können, hat FuD-Leiterin Meike Wittenberg zur Unterstützung ein Merkblatt (hier) mit den entsprechenden Inhalten zusammengestellt.

Elterninfo: eingeschränkter Betrieb in unseren Kindertagesstätten

Der DRK-Kreisverband Bremervörde informiert über die Regelung für Kindertagesstätten (Symbolfoto: St. Jeschke/DRK Bremervörde)

Elterninfo: eingeschränkter Betrieb in unseren Kindertagesstätten

Liebe Eltern,

zunächst einmal vielen Dank an Sie! Sie haben in den vergangenen Wochen mit viel Verständnis auf die Schließungen reagiert und oft unter sehr schwierigen Bedingungen, die Doppelbelastung von Berufstätigkeit und Kinderbetreuung geleistet. Nachfolgend informieren wir Sie über den eingeschränkten Betrieb in unseren Kindertagesstätten, der ab Montag, 22. Juni 2020,  bis zur jeweiligen Sommerschließung der Einrichtung gilt.

Was bedeutet „eingeschränkter Betrieb“ für Sie?

  • Kinder, die bisher die Notbetreuung in Anspruch nehmen konnten, werden in gleichem Umfang weiter betreut.
  • Für alle Kinder, die einen Platz in einer unserer Kitas haben, wird eine Betreuung angeboten. Aus personellen und organisatorischen Gründen, zur Einhaltung des Hygieneplans, jedoch in zeitlich oder tageweise eingeschränktem Umfang. Die Kitaleitungen haben in den vergangenen Tagen zu allen Eltern telefonisch Kontakt aufgenommen, um Betreuungsbedarfe dieser Kinder, die nun in den Kitas dazukommen, abzusprechen. Wenn die Leitung Sie noch nicht erreicht haben sollte, nehmen Sie bitte von sich aus Kontakt auf!
  • Die Betreuungszeit ist in unseren Kitas unterschiedlich. Sichergestellt ist in allen Einrichtungen eine Kernbetreuungszeit 8 bis 13 Uhr. Überwiegend bieten die Kitas eine Kernbetreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr an.
  • Ganztagsbetreuung ist in Ausnahmefällen und ausschließlich nach Rücksprache und mit Zustimmung der jeweiligen Kitaleitung möglich.
  • Die Nutzung von Sonderöffnungszeiten (Früh- Spät- und Mittagsdienst über die Kernbetreuungszeit hinaus) ist nach Rücksprache und mit Zustimmung der jeweiligen Kitaleitung möglich.

Schutzmaßnahmen im eingeschränkten Betrieb

Mit der weiteren Öffnung der Kitas steigt auch das Risiko einer Infektion mit Covid 19. Daher werden in allen Kitas folgende Schutzmaßnahmen umgesetzt:

  • Offene Gruppenkonzepte sind untersagt. Alle Kinder werden in festen, nicht wechselnden Gruppen betreut und nutzen Differenzierungsräume, Räume für Mahlzeiten usw. zeitlich begrenzt, abwechselnd in den unterschiedlichen Gruppen.
  • Der beste Infektionsschutz ist draußen zu sein! Deshalb sind alle Einrichtungen aufgefordert, möglichst viel Zeit mit den Kindern draußen zu verbringen. Dabei sind die einzelnen Gruppen örtlich oder zeitlich voneinander zu trennen.
  • Eltern müssen auf dem Gelände der Kita, beim Bringen und Abholen der Kinder eine Mund-Nasenschutz-Maske tragen!
  • Es gibt in jeder Einrichtung eine „Schleusenfunktion“ beim Bringen und Abholen der Kinder. Eltern betreten die Einrichtung nicht, Ausnahmen sind nur nach Rücksprache möglich. Die Kinder betreten beispielsweise die Gruppenräume durch Notausgänge oder Terrassentüren. Die Kinder werden von ihrer Erzieherin auf dem Außengelände in Empfang genommen und spielen draußen, bis alle Kinder ihrer Gruppe da sind und gehen gemeinsam in den Gruppenraum. Jeder Gruppe sind sanitäre Anlagen zugeordnet.
  • Für alle Kinder im eingeschränkten Betrieb gilt: Kinder mit einem Infekt, (auch leichte Erkältungen o.ä.) bleiben zum Schutz aller anderen Familien, Kollegen und deren Angehörigen zuhause!
  • Wir empfehlen allen Kollegen und Eltern, die Corona-Warn-App vom Robert-Koch-Institut auf ihr Smartphone herunterzuladen (https://www.corona-warn-app.de). Diese App informiert Sie, wenn Sie Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten hatten. Und verfolgt automatisch mögliche Infektionsketten, ohne persönliche Daten zu verarbeiten. Um schnell reagieren zu können, ist es sehr hilfreich, wenn möglichst alle erwachsenen Personen im Umfeld der Kita die App nutzen und uns schnellstmöglich informieren, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht.

Sommerschließung der Kitas

Unsere Kitas schließen in den Sommerferien laut jeweiliger Satzung für drei bis vier Wochen. Alle Eltern sind über die Schließzeiten und in einzelnen Einrichtungen über Möglichkeiten zur Ferienbetreuung während der Sommerschließung informiert worden. Wenn Sie aufgrund der Corona-Pandemie bereits Ihren gesamten Urlaub und gegebenenfalls Überstunden abgebaut und einen dringenden Bedarf für eine Notbetreuung haben, die nicht anderweitig abgedeckt werden kann, setzen Sie sich bitte mit Ihrer Kitaleitung in Verbindung.

Unterstützung und Beratung

Bitte sprechen Sie unsere pädagogischen Fachkräfte oder Leitungen an, wenn Sie Fragen zur  Betreuungssituation haben oder weitere Unterstützung benötigen. Anregungen, Kontakt, interessante Angebote und Hilfe finden Familien auch auf unserer Facebookseite  DRK Familienzentrum Zeven Betreuungsgebühren im eingeschränkten Notbetrieb.

Wie die Abrechnung der Betreuungsgebühren im eingeschränkten Betrieb in den unterschiedlichen Kommunen (Bremervörde, Zeven, Tarmstedt) gehandhabt wird, ist noch nicht überall abschließend geklärt. Sobald wir aus allen Kommunen gesicherte Informationen haben, finden Sie eine Aktualisierung auf unserer Homepage unter http://www.drk-bremervoerde.de/aktuell/presse-service/meldungen.html

(Stand Donnerstag, 18. Juni 2020, 13.30 Uhr)

Corona: aktuelle Meldungen aus dem Landkreis Rotenburg

Obere Reihe von links: Frank Tiedemann (THW), Lutz Früchtenich (DLRG), Landrat Herrmann Luttmann, Torsten Oestmann (Polizei); untere Reihe von links: Andreas Rothgeber (DRK), Anika Schulz (DRK), Inken Dettmer (Rettungsdienst), Karl-Heinz Seiler (ASB), Peter Dettmer (Kreisfeuerwehr) Foto: Landkreis Rotenburg

Aktuelle Info zu den Angeboten des Familienzentrums

Während viele Angebote des Familienzentrums im Zevener DRK-Zentrum bis auf Weiteres ausfallen müssen, sind die Beratungsexperten verstärkt online oder telefonisch erreichbar (Foto: St. Jeschke/DRK)

Zeven. Das Familienzentrum hat sein Angebot den Umständen angepasst. Während viele Angebote bis auf Weiteres ausfallen müssen, sind wir nun verstärkt online für Sie da.

Unter infopoint(at)drk-bremervoerde.de ist das Team des Familienzentrums weiterhin erreichbar. Besuchen Sie auch www.facebook.com/FamilienzentrumZeven, wo regelmäßig Hinweise auf online stattfindende Angebote gepostet werden. Angebote wie beispielsweise der Elterngesprächskreis finden bis auf Weiteres per Video-Chat statt.

Die Hebammensprechstunde, durchgeführt von Bianca Sonneborn, erreichen Sie - wie gewohnt - jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr unter 0152/02788382 oder über infopoint(at)drk-bremervoerde.de oder auch über www.facebook.com/FamilienzentrumZeven.

Auch Elternberatung in Erziehungsfragen ist weiterhin möglich. Susanne Lemmen ist über die E-Mail-Adresse infopoint(at)drk-bremervoerde.de zu erreichen und meldet sich zeitnah zurück.

Alle Fragen rund ums Stillen/Muttermilch und Beikost beantwortet Anja Hubert-Stolzenberg (Still-und Laktationsberaterin) für alle Kinder im Alter von null bis drei Jahren gerne wochentags zwischen 8 und 13Uhr unter  01520/2380446 oder alternativ unter a.hubert-stolzenberg(at)drk-bremervoerde.de.

Eckhoff bittet, Kleiderspenden bis auf Weiteres zu verschieben

Der aktuelle Aufruf bezieht sich sowohl auf die Ablage der Textilien in die gut 50 über den Altkreis verteilten Sammelcontainer des Roten Kreuzes als auch für die Abgabe in den DRK-Kleidershops in Bremervörde und Zeven (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Der DRK-Kreisverband Bremervörde appelliert erneut und nachdrücklich an die Bevölkerung, bis auf Weiteres von Kleiderspenden abzusehen und diese vorerst bei sich zu Hause zu belassen. Das gelte sowohl für die Ablage in die gut 50 über den Altkreis Bremervörde verteilten Sammelcontainer des Roten Kreuzes als auch für die Abgabe in den DRK-Kleidershops in Bremervörde und Zeven.

Hintergrund ist laut Geschäftsführer Rolf Eckhoff, dass die Sortierwerke, mit denen das hiesige Rote Kreuz in puncto Abnahme und Wiederverwertung des Spendengutes zusammenarbeite, an ihre Grenzen stießen, die Textilien zwischenzulagern - und überdies die erforderlichen Arbeiten mit einem pandemiebedingt verkleinertem Team und auch nur an wenigen Tagen in der Woche durchführen müsse.

„Wenn wir außerdem bereits jetzt schon bekanntgeben, dass wir auch die nächste, eigentlich erst für Oktober geplante Altkleider-Straßensammlung nicht werden durchführen können, zeigt das, wie dringlich unser aktueller Aufruf ist“, so Eckhoff.

Der DRK-Chef bittet die spendenwillige Bevölkerung um Geduld und darum, die eigentlich für den Altkleidercontainer oder die Kleidershops vorgesehen Textilien aufzubewahren und zu einem späteren Zeitpunkt dem Roten Kreuz zur Vergügung zu stellen. Denn: Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen „kleines Geld“ an Kunden der Kleidershops (seit Anfang Mai unter Auflagen wieder geöffnet) erziele das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötige.

So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe belaufen sich laut Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

Aderlass an ungewohnter Stelle

Steven Mahler (links) und Stefan Kniemeyer, die Leiter der Bremervörder DRK-Bereitschaft, weisen auf den bevorstehenden Blutspendetermine im DRK-Katastrophenschutzzentrum im Solferino-Haus (Gutenbergstraße 2) am Dienstag, 2. Juni, 15 bis 19.30 Uhr, hin. (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. An ungewohnter Stelle findet der nächste Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bremervörde am Dienstag nach Pfingsten, 2. Juni, statt. Nämlich: im DRK-Katastrophenschutzzentrum im Solferino-Haus (Gutenbergstraße 2, ehemals A.T.U). Zwischen 15 und 19.30 Uhr haben Spendewillige dort Gelegenheit, eine gute Tat zu vollbringen.

Ursprünglich sollte der bereits weit vor der Corona-Pandemie „eingetütete“ Termin im DRK-Haus am Großen Platz und in Kooperation mit der benachbarten Seniorenpflegeheim-Einrichtung stattfinden. „Diese Planung hat sich aufgrund der aktuellen Lage aber ja längst erledigt. Und da auch unser langjähriges Spendelokal, die Schule am Mahlersberg, an diesem Tag aus organisatorischen Gründen nicht zur Verfügung steht, musste eine Alternative her“, berichtet Stephan Jeschke (DRK-Ortsvereinsvorsitzender und -Öffentlichkeitsarbeit).

Und die wurde gefunden. Wie eingangs erwähnt, findet die Blutspende am Dienstag nach Pfingsten in der leergeräumten Fahrzeughalle der DRK-Bereitschaft im Solferino-Haus statt. Jeschke erinnert daran, dass der Besuch von Blutspendeterminen allgemein nicht den Bestimmungen der aktuellen Kontaktbeschränkungen unterliegt, weil die Versorgung von Patienten mit lebensnotwendigen Blutpräparaten eben trotz der Corona-Lage aufrechterhalten werden muss.

Jedoch seien die durch die Behörden erlassenen Ausnahmegenehmigungen zur Durchführung mit strikt einzuhaltenden Vorsichtsmaßnahmen verbunden - unter anderem Desinfektionsstationen, Messung der Körpertemperatur schon beim oder vor Betreten des Spendelokals, alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter tragen einen Mundschutz (für die Spender, die keinen eigenen Mundschutz besitzen, geben die Mitarbeiter des Blutspendedienstes Schutzmasken aus), Aufbau der Spendeliegen mit Sicherheitsabstand, Warteschlangen sollen durch zusätzliches Personal vermieden werden, Buffet wird durch die Ausgabe von Lunchpaketen ersetzt (um die Verweildauer im Spendelokal auf das notwendigste Maß zu reduzieren).

Weitere Blutspendetermine für Bremervörde und umzu sind im Internet nachzulesen unter www.drk-bremervoerde.de (Angebote/Bevölkerungsschutz und Rettung/Blutspende). Nähere Auskünfte zur Blutspende allgemein gibt es von Montag bis Freitag von 8 bis 17.30 Uhr unter der kostenlosen Service-Hotline mit der Rufnummer 0800 11 949 11.

Ab Juni wieder Erste-Hilfe-Kurse

Andrea Grabau (links), Ausbildungsbeauftragte des DRK-Kreisverbandes Bremervörde für die Erste Hilfe, und Nadja Möck (Erste-Hilfe-Ausbildung, Lehrgangsverwaltung) weisen auf die Wiederaufnahme der Lehrgänge ab Juni hin (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Ab Juni finden beim DRK-Kreisverband Bremervörde wieder Erste-Hilfe-Kurse statt. Darauf weisen Geschäftsführer Rolf Eckhoff und die für die Ausbildung der Bevölkerung in Erste-Hilfe-Kenntnisse beauftragte Andrea Grabau hin. Die unterschiedlichen Kurstermine mit der bequemen Möglichkeit zur Anmeldung per Mouseklick und Informationen über freie Plätze sind im Internet nachzulesen unter www.drk-bremervoerde.de (unter der Rubrik Kurse).

Teilnehmer müssen am Kurstag selbstredend gesund und frei von Atemwegssymptomen und/oder Fieber sein. Die Kurse werden in Zeiten der Corona-Pandemie mit Abstandsregeln und mit hohen Hygienestandards durchgeführt. Rolf Eckhoff und Andrea Grabau bitten künftige Teilnehmer deshalb um Verständnis dafür, dass die Gebühren für die sich auf circa acht Zeitstunden erstreckenden Kurse pro Teilnehmer um zehn Euro auf jetzt 45 Euro angehoben werden müssen. „Die Bestimmungen verpflichten uns zu einer kostenintensiven Flächendesinfektion unserer Räume, in denen die Lehrgänge stattfinden“, berichtet Eckhoff.

Außerdem, so der Geschäftsführer weiter, könnten je nach Größe des Lehrgangsortes aufgrund der einzuhaltenden Mindestabstände im Durchschnitt lediglich acht bis zehn statt der üblichen 16 Personen (deren Teilnahmegebühren dem DRK in der Endabrechnung folglich fehlen) die Kurse besuchen. „Wenn wir an den alten Gebührensätzen festhalten, können wir nicht mehr kostendeckend arbeiten. Zu Wirtschaftlichkeit sind wir als gemeinnützige Organisation gemäß unserer Vereinssatzung aber verpflichtet“, verdeutlicht Eckhoff.

Von künftigen Teilnehmern zu den Kursen mitzubringen sind: eigene Mund-Nasen-Bedeckungen, Einweghandschuhe (mindestens fünf Paar) und - wenn vorhanden - eine Schutzbrille. Für die Schulungen von Ersthelfern im Betrieb sei laut DRK die Bereitstellung einer persönlicher Schutzausrüstung gemäß Arbeitsschutzgesetz Pflicht des den Ersthelfer entsendenden Unternehmens.

 

 

Osterholzer zeigen sich beeindruckt

DRK-Chef Rolf Eckhoff (hinten rechts) erläutert seinem Osterholzer Kollegen Patrick Grotheer (Zweiter von links) sowie Ehrenamtskoordinatorin Isa Hassler-Röhrmann (Zweite von links) die Konzeption des DRK-Kleidershops im Solferino-Haus. Außerdem im Bild: Shopleiterin Silke Seidler (rechts) sowie links Oliver Lütjen, Assistent der Geschäftsführung (Foto: St. Jeschke/DRK Bremervörde)

Bremervörde. Über Besuch aus dem benachbarten DRK-Kreisverband Osterholz freuten sich jüngst der hiesige Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, dessen Assistent Oliver Lütjen sowie Silke Seidler, hauptamtliche Leiterin des Bremervörder Kleidershops im Solferino-Haus in der Gutenbergstraße. Dorthin hatten sich die Osterholzer auf den Weg gemacht, um einen Einblick in die Konzeption und die Praxis des Shops zu bekommen.

Der Osterholzer DRK-Geschäftsführer Patrick Grotheer und dessen Mitarbeiterin Isa Hassler-Röhrmann (Ehrenamtskoordination) zeigten sich ob der ansprechenden Warenpräsentation und professionellen Führung beeindruckt von der Einrichtung. Eckhoff hatte zuvor die Entwicklung der über Jahrzehnte ursprünglich im Keller der Bremervörder Rettungswache „versteckten“ Kleiderkammer hin zu einem modernen und von der Öffentlichkeit gut wahr- und angenommenen Kleidershop Revue passieren lassen.

Auch wenn der Shop mit dem Slogan „Mode für Jedermann“ beworben werde und zunehmend Kunden diesen auch aus ökologischen Gründen (Stichwort: Nachhaltigkeit) frequentierten: „Viele unserer Kunden sind darauf angewiesen, dass sie bei uns ausnahmslos gut bis sehr gut erhaltene Kleidung mehr oder weniger zum Symbolpreis erhalten“, so Eckhoff gegenüber den Osterholzer Rotkreuzlern, die bislang zwei althergebrachte Kleiderkammern in ihrem Verbandsgebiet betreiben.

Das Rote Kreuz im Altkreis Bremervörde sei, so Eckhoff, stolz darauf, ein solches Angebot vorhalten zu können und dankbar all denen, die sich einerseits ehrenamtlich (zusammen mit einem weiteren DRK- Shop in Zeven etwa 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) engagierten, andererseits - ob Privatperson oder Firmen - Kleiderspenden zur Weitergabe zur Verfügung stellten.

Die Erlöse aus dem Kleidershop ermöglichten es dem DRK, weitere wichtige und ebenfalls durch das Ehrenamt getragene gemeinnützige Hilfsangebote zu bieten beziehungsweise die circa 100 Frauen und Männer zählende Katastrophenschutzeinheiten in Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven vorzuhalten.

„In eine sehr gefährliche Lage geraten“

„Überhaupt nicht böse“, dass sich die Situation in der medizinischen Versorgungsinfrastruktur nach seiner Beobachtung beruhigt: Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde e. V. (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Jährlich wird am 8. Mai der Weltrotkreuztag als inoffizieller Gedenk- und Feiertag begangen. Dieser geht zurück auf das Leben und Wirken des am 8. Mai (1828) geborenen Gründers dieser internationalen Bewegung: auf den Schweizer Friedensnobelpreisträger Henry Dunant, der im Juni 1859 während einer Geschäftsreise zufällig Zeuge der Schlacht von Solferino in der Nähe des Gardasees (Norditalien) wurde - ein Ereignis, das 1863 schließlich zur Gründung des Roten Kreuzes führte. Nachfolgend ein Interview über die Herausforderungen des Kreisverbandes Bremervörde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Corona-Zeiten mit Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff.

Herr Eckhoff, wie haben die Bürger sich das vorzustellen und welche Mechanismen greifen im Zusammenspiel zwischen Landkreis Rotenburg als kommunal zuständiger Katastrophenschutzbehörde und Hilfsorganisationen wie DRK, wenn plötzlich eine Pandemie um sich greift, systemsrelevante Strukturen wie die des Rettungsdienstes oder Pflegetätigkeiten aber ja aufrechterhalten werden müssen?

Im konkreten Fall haben wir natürlich zunächst unsere eigenen Kernaufgaben wie den Rettungsdienst, die ambulante Pflege sowie die Tagespflegen aber auch die Kindertagesstätten und den Familienunterstützenden Dienst im Fokus gehabt. Parallel dazu hat uns der Landkreis unter der Führung von Landrat Hermann Luttmann Anfang März zu einem ersten Abstimmungsgespräch eingeladen. Für unseren Kreisverband waren neben mir und Rettungsdienstleiter Dirk Richter unser Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber, der Beauftragte für den Katastrophenschutz Sven Hagemann sowie der Zugführer unseres Einsatzzuges Chris Knoblauch Teilnehmer des Gespräches. Die drei letztgenannten, ehrenamtlich für unseren Kreisverband tätigen Führungskräfte der Bereitschaften waren dann teilweise über mehrere Wochen im Krisenstab des Landkreises mit der Erstellung eines Pandemieplanes und den sich daraus ergebenden Fragestellungen zur Bewältigung der Krise beschäftigt und haben wertvolle Arbeit geleistet.

Hygiene - ein Begriff, der sowohl im Rettungsdienst als auch in der Pflege schon ohne Pandemie eine bedeutende Rolle zukommt. Wie haben Sie die Diskussionen um die Verknappung von Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel und Desinfektionsmittel in Ihrem Verband erlebt?

Das ist sicher ein sehr wichtiges Thema, das wir - und damit meine ich nicht uns als konsumierende Hilfsorganisation, sondern die medizinische Versorgungsinfrastruktur unseres Landes - aufgreifen müssen. Die Bundespolitik hat dahingehend schon klare Aussagen getätigt, denn es zeigte sich ja mehr als deutlich, dass wir aufgrund einer rein betriebswirtschaftlichen Ausrichtung im Gesundheitswesen in eine sehr gefährliche Lage geraten sind. Zur Zeit beruhigt sich die versorgungstechnische Situation - und darüber bin ich auch überhaupt nicht böse, denn in den zurückliegenden Wochen gab es sicher keinen einzigen Tag, an dem ich nicht auf die Versorgung mit Mundschutz, Desinfektionsmittel oder Schutzkitteln angesprochen wurde.

Worin liegen die besonderen Herausforderungen mit Blick auf die sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, die unter der Regie des DRK betrieben werden, zu den vom Roten Kreuz vermittelten Schulassistenzen und schließlich zu den Familienhebammen, die Sie im Auftrag des Landkreises in die Haushalte junger Mütter und Väter entsenden?

Für unsere geschlossenen Kindertagesstätten haben wir mittlerweile in allen Einrichtungen Notgruppen eingerichtet. Für die Kinder von Beschäftigten der sogenannten kritischen Infrastruktur galt das schon seit Anfang der Schließung. Zu allen anderen Kindern und Eltern haben wir telefonisch oder per sozialen Medien Kontakt aufgenommen und gehalten. Gleiches gilt für die von unseren Schulassistentinnen betreuten Kinder. Und nicht zu vergessen die jungen Mütter und Väter mit ihren Kindern, die durch unsere Familienhebammen betreut werden. Wenn die Betreuung in den Kitas und Schulen weiter ausgeweitet wird, müssen wir aber gerade in diesem sehr sensiblen Bereich bedenken, dass die Hygiene- und Abstandsregeln deutlich schwieriger umzusetzen sein werden.

Die unter dem Dach des DRK-Kreisverbandes Bremervörde vereinten 16 Ortsvereine des Roten Kreuzes sowie organisationsungebundene Interessengemeinschaften kommt die wichtige Aufgabe der Organisation und Begleitung der Blutspende zu. Obwohl vereinzelnd Termine abgesagt werden mussten, dürfte die Resonanz der Spender Sie erfreut haben.

Der Besuch der ebenfalls systemrelevanten Blutspendetermine unterliegt nicht dem Kontaktverbot und die Termine finden weiter unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt, für deren Einhaltung gegenwärtig aber unter anderem auch ein höherer Personalbestand erforderlich ist. Wenn parallel beispielsweise zu dem am 30. März leider nicht stattgefundenen Blutspendetermin in Bremervörde am gleichen Tag 21 weitere Termine des Blutspendedienstes in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen angesetzt sind, müssen die Verantwortlichen angesichts des verhandenden Personal entscheiden, welche Termine besetzt werden können und welche nicht. Aus diesem Grund fand Bremervörde nicht statt. An solchen Stellen bekommt der Begriff Fachkräftemangel ein ganz konkretes Gesicht. Zur Eingangsfrage: Ja, wir hatten in den ersten Wochen der Krise auf den Terminen durchschnittlich 15 bis 20 Prozent mehr Zulauf als üblich. Nach allem, was ich höre, hat sich die Spendebereitschaft mittlerweile weitestgehend normalisiert.

Nehmen Sie für die rund 450 hauptamtlich Beschäftigten des DRK-Kreisverbandes Bremervörde etwas Positives aus dieser Krise mit, das sich bewährt hat und das Sie auch in der Zukunft so praktizieren wollen? Zur Organisation der Arbeitsabläufe haben Sie sich ja wahrscheinlich einiges einfallen lassen müssen. Stichwort: Videokonferenzen, Telefonkonferenzen und dergleichen.

Das stimmt. Ich denke, wir werden in Zukunft noch häufiger digitale Kommunikationsmittel einsetzen, zumal wir mit unseren verschiedenen Aufgabenfeldern teilweise im gesamten Gebiet des Landkreises Rotenburg tätig sind und somit für Besprechungen häufig lange Wegezeiten anfallen. Was ich aber als wirklich außerordentlich positiv aus den zurückliegenden Wochen mitnehme, ist der sehr große Zusammenhalt und die stetige Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter und, nicht zu vergessen, auch der vielen Ehrenamtlichen, insbesondere im Katastrophenschutz und der Blutspende. Alle stehen sehr verantwortungsvoll zu ihren Aufgaben innerhalb unserer Organisation. Das bestärkt mich auch darin, dass wir alle gemeinsam diese Krise selbst bei möglichen Rückschlägen meistern werden - etwa bei einer zweiten Welle der Pandemie. 

Zutritt nur für Einzelpersonen

Der DRK-Kreisverband Bremervörde plant, seine Kleidershops in Bremervörde und Zeven ab Montag, 4. Mai, wieder zu eröffnen – den aktuellen Anforderungen angepasst und mit teilweise reduzierten Öffnungszeiten (Foto: St. Jeschke / DRK)

Bremervörde/Zeven. Nach mehrwöchiger Schließung hat sich der DRK-Kreisverband Bremervörde dazu entschlossen, seine Kleidershops in Bremervörde und Zeven ab Montag, 4. Mai, wieder zu öffnen - „unter strengen Bedingungen, die logischerweise der Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus entsprechen und eingeschränkten Öffnungszeiten“, wie Geschäftsführer Rolf Eckhoff betont.

Wichtig: Es werde lediglich Einzelpersonen Zulass zu den Shops in der Gutenbergstraße 2 (Solferino-Haus) in Bremervörde beziehungsweise in der Godenstedter Straße 59 (DRK-Haus) in Zeven gewährt - selbstredend nur mit Mund- und Nasenschutz und unter Einhaltung der Mindestabstandsregelung, sowohl im Ladeninneren als auch vor dem Shop. „Gruppen- oder Familienausflüge in unsere Kleidershops kann und darf es nicht geben“, unterstreicht Eckhoff. In den Shops selbst dürfte sich aufgrund der räumlichen Bedingungen nur eine begrenzte Zahl an Kunden zeitgleich aufhalten. Personen mit Erkältungssymptomen erhielten keinen Zutritt.

Die bis auf Weiteres geltenden Öffnungszeiten des DRK-Kleidershops Bremervörde ab Montag, 4. Mai: Montag- und Freitagvormittag (jeweils 9 bis 12 Uhr) sowie Mittwochnachmittag (14 bis 17 Uhr); die Öffnungszeiten des DRK-Kleidershops Zeven: Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr, außerdem mittwochs von 14 bis 17 Uhr.

DRK bittet um Aufschub von Kleiderspenden

Um eine geregelte Abnahme der anfallenden Alttextilmengen sicherstellen zu können, werden die mehr als 50 im Altkreis Bremervörde aufgestellten und eindeutig dem DRK zuzuordnenden Altkleidercontainer nur eingeschränkt gelehrt (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Frühjahrsputz - eine willkommene Gelegenheit, den Kleiderschrank auf Vordermann zu bringen, sich von der einen oder anderen Textilie zu trennen und diese dann dem Roten Kreuz zu spenden. Nachdem die für Ende März vorgesehene Straßensammlung in Folge der Corona-Pandemie abgesagt werden musste und auch die Kleidershops in Bremervörde und Zeven geschlossen wurden, bitte das DRK die Bevölkerung jetzt, ihre Altkleider zunächst weiter zu Hause lagern.

Denn: Den DRK-Kreisverband Bremervörde erreichen Meldungen, wonach die mit dem Roten Kreuz zusammenarbeitenden Kleiderverwertungsbetriebe ihre Kapazität in erheblichem Maße reduzieren müssen, da die zuarbeitenden Erfassungs- und Sortierunternehmen ihre Arbeit aufgrund der von der Bundesregierung schon vor Wochen erlassenen Einschränkungen stark eingeschränkt haben.

Um eine geregelte Abnahme der anfallenden Alttextilmengen sicherstellen zu können, werden die mehr als 50 im Altkreis Bremervörde aufgestellten und eindeutig dem DRK zuzuordnenden Altkleidercontainer nur eingeschränkt gelehrt. Darauf weist Geschäftsführer Rolf Eckhoff hin, der die Bevölkerung bittet, deren für das Rote Kreuz gedachte Kleiderspende vorerst - wenn möglich - weiter zu Hause aufzubewahren, bis die in den kommenden zwei bis vier Wochen wieder vorgesehene Leerung der Altkleidercontainer bevorsteht - oder die Kleidershops wieder geöffnet werden.

Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen „kleines Geld“ an Kunden der Kleidershops erzielt das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötigt. So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Katastrophenschutz belaufen sich laut Rolf Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

Blutspenden - vom Kontaktverbot ausgenommen

Blutspenden – trotz bestehenden Kontaktverbotes zur Aufrechterhaltung des medizinischen Versorgungsauftrages unter Anwendung besonderer Sicherheitsvorkehrungen möglich (Foto: DRK-Blutspendedienst NSTOB)

Bremervörde. Seit Wochenbeginn besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein Kontaktverbot, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Der Besuch von (aktuell unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen abzuhaltenden) Blutspendeterminen  unterliegt diesem Kontaktverbot nicht. Darauf weist der DRK-Kreisverband Bremervörde unter Berufung auf eine Mitteilung des für Niedersachsen zuständigen DRK-Blutspendedienstes hin.

Hintergrund ist die Aufrechterhaltung des medizinischen Versorgungsauftrages des Roten Kreuzes - sprich: die Belieferung von Krankenhäusern mit lebenswichtigen Blutpräparaten. Da täglich weiter Blutspenden für die Versorgung von Patienten in Therapie und bei Notfällen benötigt werden, fänden die Blutspendetermine in aller Regel weiter statt. 

Bei den Blutspendeterminen stehen für den Blutspendedienst die Sicherheit der Spender, Mitarbeiter und Helfer an vorderster Stelle. Termine, die räumlich nicht die neuen Standards zur Abstandshaltung erfüllten, würden aktuell geprüft und gegebenenfalls abgesagt. Aufgrund der dynamischen Lage bittet der DRK-Blutspendedienst Spender, bevor sich diese auf den Weg ins Spendelokal machten, sich im Internet (www.blutspende-leben.de/blutspendetermine) zu vergewissern, ob der Termin wie angekündigt stattfinde. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich unter der kostenlosen Telefonhotline (Rufnummer 0800/11 949 11) schlau zu machen.

Schon vor Verhängung des Kontaktverbotes durch die Bundesregierung fanden die Spendetermine in jüngster Vergangenheit unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt: Abstand zwischen Menschen und Spendeliegen, Temperaturmessung noch vor der Registrierung, Desinfektionstationen für die Hände und ein reduzierter Spenderimbiss (Lunchpakete zur Mitnahme) - letzteres, um die Aufenthaltszeit der Spender im Spenderlokal so gering wie möglich zu halten.

Nach Kenntnisstand von Stephan Jeschke (Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtskoordination im DRK-Kreisverband Bremervörde) sei die Bereitschaft der Bevölkerung, auch gerade in Krisenzeiten Blut zu spenden, groß. Dies könne bei den Terminen unter Umständen zu Wartezeiten und -schlangen führen. Genau wie im „richtigen Leben“ sei aber auch dabei der Körperabstand  von 1,50 Meter einzuhalten.

Das DRK weißt darauf hin, dass Blutspender auf den Terminen bei der Anmeldung laut Richtlinie der Bundesärztekammer seit längerer Zeit schon ihre Identität nachweisen müssen - entweder durch ihren Personalausweis, Führerschein oder Reisepass. Sozialversicherungsausweis, Krankenver-sicherungskarte, Firmenausweis, Schüler- oder Studentenausweise oder ähnliche Dokumente dürften bei der Registrierung hingegen nicht akzeptiert werden.

So reagiert das DRK auf Corona

DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff (Foto: St. Jeschke/Archiv)

Bremervörde. Die Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Bremervörde am Großen Platz in Bremervörde ist seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratungen zu Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen sind derzeit nur auf telefonischem Wege (Tel.: 04761/99370) und postalisch beziehungsweise per E-Mail ( info@drk-bremervoerde.de) möglich. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff hat gegenüber der Redaktion der Bremervörder Zeitung erläutert, was die Corona-Krise konkret für alle DRK-Angebote bedeutet - vom „Voralarm“ für die Bereitschaften bis hin zur Versorgung und der Betreuung von Corona-Patienten im Bedarfsfall.

 

 

 

  • Geschäftsstelle am Großen Platz in Bremervörde seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratung zu den vielfältigen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen derzeit nur auf telefonischem Wege (04761-99370) und postalisch bzw. per Mail (info@drk-bremervoerde.de) möglich
  • somit ruhen auch alle Aktivitäten im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss (Kartenspieler, Seniorennachmittag, Seniorentanz- und gymnastik, Alzheimer-Selbsthilfegruppe, Jugendrotkreuz, Handarbeitsgruppe/Stricken für Krebspatienten) sowohl des DRK-Kreisverbandes als auch des DRK-Ortsvereins Bremervörde mit Mitgliedern und externen Teilnehmern, auch bei den übrigen 15 DRK-Ortsvereinen im Altkreis Bremervörde
  • Die derzeit sechs vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt sind geschlossen, Notgruppen werden bei Bedarf eingerichtet
  • niedrigschwellige Beratungs- und Betreuungsangebot in den vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Mehrgenerationenhäusern in Oerel und Zeven sowie im DRK-Familienzentrum in Zeven werden bis auf weiteres ausgesetzt
  • die Kleidersammlung des DRK im Altkreis Bremervörde am 27./28. März sind abgesagt (weil die das DRK maßgeblich unterstützenden Feuerwehren derzeit angehalten sind, ausschließlich Brandeinsätze zu fahren und ansonsten die Aktivitäten ruhen zu lassen, um ihre für insbesondere in Krisenzeiten notwendige Infrastruktur nicht zu gefährden), außerdem sind die vom DRK betriebenen Kleidershops in Bremervörde und Zeven geschlossen
  • Schulung der Bevölkerung in Erster Hilfe bis zunächst 30. April ausgesetzt
  • Der Ambulante Pflegedienst der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle (Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführung DRK) ist eine Einrichtung des Gesundheitswesens und muss weiterbetrieben werden. Die Tagespflegen in Oerel und Bevern werden am morgigen Mittwoch, 18. März, ebenfalls geschlossen. Analog zur Regelung der Kindertagesstätten ist eine Notbetreuung vor Ort möglich.
  • Rettungsdienst: Die rund 160 Mitarbeitenden bilden die größte Beschäftigungsgruppe innerhalb innerhalb des DRK-Kreisverbandes Bremervörde (knapp 450 Mitarbeiter). Sie sind genau wie die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege für die augenblickliche Situation in besonderem Maße sensibilisiert (Abstand halten, kein Händeschütteln), die Einhaltung von Hygiene-Regeln gehören aber unabhänging von der aktuellen Lage ohnehin zum beruflichen Alltag
  • Am Wachenstandort Zeven hat das DRK einen zusätzlichen Krankentransportwagen (KTW) stationiert, der über die Rettungsleitstelle Zeven zum Transport von Corona-Patienten angefordert werden kann. Besetzt wird dieses Fahrzeug von ehrenamtlichen DRK-Mitarbeitern aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Zeven und Tarmstedt. Die Bereitschaften befinden sich laut DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff in Voralarm und werden im Bedarfsfall für die Betreuung und Versorgung von sich in Quarantäne befindlichen Corona-Patienten mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfes zur Verfügung stehen, sofern sie in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit abkömmlich sind. Dieser Personalpool umfasst circa 80 bis 90 Ehrenamtliche.
  • Blutspenden: Der in Berlin ansässige DRK-Bundesverband stellt mit seinen sechs regionalen Blutspendediensten mehr als 70 Prozent der Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland sicher, beobachtet die aktuelle Lage sehr aufmerksam und steht in engem Austausch mit den verantwortlichen Behörden. Die Verantwortlichen des für Niedersachsen zuständigen Blutspendedienstes teilen mit, wer gesund und fit sei, könne Blut spenden. Auf den Terminen herrschten hohe hygienische Standards. Und um die Verweildauer der Spender im Spenderlokal zu reduzieren, werde überlegt, bei der Verköstigung auf Lunch-Pakete umzustellen. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff weiß: „Es muss im Prinzip täglich neues Blut gespendet werden, um die Patientenversorgung in den Krankenhäusern abzusichern, weil einige Blutpräparate nur über einen kurzen Zeitraum haltbar sind.“ Ansonsten könne es schnell zu Engpässen kommen und infolgedessen in solchen Momenten Operationen oder Therapien nicht durchgeführt werden können - was in erster Linie Krebspatienten träfe, die auf die kontinuierliche Gabe von aus Spenderblut gewonnene Blutpräparaten angewiesen seien.

 

 

Wichtiger Beitrag für die Zukunft Beverns

Aus den Händen der Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege nahm DRK- und Sozialstation-Geschäftsführer Rolf Eckhoff einen symbolischen Schlüssel zur Eröffnung der Tagespflege und den elf Mietwohnungen des Betreuten Wohnens entgegen. Rechts im Bild: DRK-Präsident Frank Pingel (Fotos: S. Jeschke/DRK)

Bevern. Eine außerordentliche Resonanz erfuhr der Tag der offenen Tür bei der offiziell eröffneten und drei Tage später in Betrieb genommen Tagespflege in Bevern. Sehr zur Freude von Rolf Eckhoff (Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde und der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle), der auch ein großes Interesse der Besucher an den ab sofort für Mieter zur Verfügung stehende Wohnungen mit Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) vernahm.

„Ich hatte gehofft und mir insgeheim auch gedacht, dass dieser Tag gut angenommen wird. Dass es aber soviele Besucher sein würden, hat mich doch schon ein bisschen überrascht. Das fand ich überragend“, zog Eckhoff ein mehr als zufriedenstellendes Resümeé.

Was ihn besonders gefreut haben: Die in persönlichen Gesprächen geäußerte Rückmeldung vieler Beverner, dass das Rote Kreuz als Bauherr und die Sozial- und Pflegestation als Betreiberin der Tagespflege etwas Zukunftsweisendes und für die ältere Generation Hilfreiches geschaffen habe.

Ins gleiche Horn stießen am Freitagvormittag bei der Eröffnung die Grußwortredner aus Politik und Verwaltung. Ortsbürgermeister Matthias Betz etwa sagte, das Gemeinsame, das von einer Tagespflege für deren Gäste ausgehe, sei für die Gemeinschaft eines Ortes wie Bevern unerlässlich. Dass auf dem Grundstück, auf dem die Einrichtung und die Wohnungen in den zurückliegenden elf Monaten errichtet wurden, 1986 die 1.000-Jahr-Feier stattfand, sei ein Sinnbild dafür.

DRK-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Sozial- und Pflegestation Frank Pingel brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Kosten- und Zeitplan vollumfänglich im Rahmen geblieben sei. Ausdrücklich dankten er und Eckhoff den bauausführenden Firmen für deren geleistete Arbeit sowie insbesondere auch den Bremervörder Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege. Sie überreichten Eckhoff einen symbolischen Schlüssel, den der Geschäftsführer wiederum an Pflegedienstleiterin Doris Blank weitergab. Frank Pingel ist nun voller Hoffnung, dass Tagespflege und Mietwohnungen „gut bevölkert“ werden und eine gute Zukunft in Bevern vor sich haben.

Daran hat Rotenburgs stellvertretender Landrat Erich Gajdzik (Elm) keinen Zweifel. „Schon 2010 gab es in Deutschland mehr Leute, die in Rente gehen, als Schulabgänger. Und wie wir wissen, wird sich die Bevölkerungsstruktur weiter stark verändern“, so Gajdzik. Tagespflegen generell seien eine ideale Ergänzung ambulanter Pflegedienstleistungen und förderten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf pflegender Angehöriger. „Und für Bevern ist eine solche Einrichtung ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der Ortschaft“, richtete Gajdzik seinen Blick auch in Richtung Betz.  

Uwe Matthias, stellvertretender Stadtbürgermeister und zusammen mit Erster Stadträtin Dr. Silke Fricke und Oerels Gemeindebürgermeister Stephan Meyer als Aufsichtsräte der Sozial- und Pflegestation bei der Eröffnung zugegen, zeigte sich nach einem Rundgang mit DRK-Ehrenvorsitzenden Rainer Brandt von dem auf knapp 6.000 Quadratmetern Fläche Geschaffenen beeindruckt und richtete sich anschließend voller Anerkennung direkt an Rolf Eckhoff: „Als sie uns vor mehr als zwei Jahren die Pläne für das Bauvorhaben vorgestellt haben, haben Sie nicht zu viel versprochen“.

Neues Angebot schließt eine Lücke

1. Auf dem mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundstück in Bevern (aus Blickrichtung Selsinger Straße) errichtete der DRK-Kreisverband Bremervörde innerhalb eines knappen Jahres eine Tagespflege sowie elf seniorengerechte Wohnungen, für die die Mieter Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) in Anspruch nehmen können (Fotos: St. Jeschke/DRK)

Bevern. Hocherfreut zeigen sich die Verantwortlichen des Bremervörder Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Präsident Frank Pingel und Geschäftsführer Rolf Eckhoff. Denn: Die offizielle Inbetriebnahme der Tagespflege durch die Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle sowie des Betreuten Wohnens in Bevern am Montag, 3. Februar, steht nach weniger als einem Jahr Bauzeit unmittelbar bevor.

Zunächst jedoch steht am Freitag, 31. Januar, eine Feierstunde für geladene Gäste auf der Tagesordnung, ehe im Ansschluss interessierte Bürger den Tag - oder besser: Nachmittag - der offenen Tür (14 bis 17 Uhr) zur „Abnahme“ nutzen können.

„Wir haben das ehrgeizig gesteckte Ziel, mit der Einrichtung spätestens Anfang Februar ans Netz gehen zu können, vollumfänglich eingehalten. Für die kompetente Begleitung dieses Projektes gilt unser ganzer Dank deshalb den Bau ausführenden Firmen, Architekten und Planern, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg in Sachen Bauleitplanung sowie dem Gesundheitsamt als zuständige Fachaufsichtsbehörde für Pflegeeinrichtungen“, unterstreicht Rolf Eckhoff.

In dem Wissen, dass für die vor vier Jahren in Betrieb genommene Tagespflege in Oerel schon bald nach ihrer Eröffnung eine Warteliste eingeführt wurde und Tagesgäste aus dem östlichen Teil der Stadt Bremervörde (Elm, Hesedorf, Bevern) mitunter zeitintensive Fahrten durch den Stadtverkehr mit dem Hol- und Bringdienst in Kauf nehmen mussten, wurde beim DRK-Kreisverband Bremervörde (Bauherr) im Sommer 2017 die Idee geboren, in Bevern eine weitere Tageseinrichtung zu errichten. Nach dem im April 2018 erfolgten Erwerb des mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundstückes im Bereich Selsinger Straße/Bockeler Ring begannen im Februar/März 2019 schließlich die konkreten Arbeiten. Die Tagespflege wird  - genau wie die in Oerel - werktags geöffnet sein und bietet täglich Platz für bis zu 20 Tagesgäste.  

Ferner hat das DRK auf dem Gelände elf senioren- und behindertengerechte Wohnungen errichtet, die zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sind und deren Mieter DRK-Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) in Anspruch nehmen können. Ein Teil der barrierefreien und somit seniorengerechten Wohnungen, die über ein Blockheizkraftwerk geheizt werden, das wiederum für niedrige Mietnebenkosten sorgt, sind schon vermietet. Ansprechpartnerin für weitere Interessenten ist DRK-Mitarbeiterin Ulrike Blank (04761/9937-15).  

Laut DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff zeigt sich, dass immer mehr alte Menschen ein Leben zu Hause dem Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim vorziehen, sich jedoch gezwungen sähen, in ein Alten- oder Pflegeheim zu ziehen. Denn: „Die ambulante Versorgung reicht nicht aus. Angehörige sind zwar bereit, ihre alt gewordenen Partner oder Eltern zu pflegen, diese Pflege überfordert sie aber langfristig in ihren zeitlichen, körperlichen und seelischen Möglichkeiten“, weiß Eckhoff.

Die Gestaltung und Umsetzung vernetzter wohnortnaher, gesundheitlicher und pflegerischer   Dienstleistungen für ältere Menschen gewönnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Die Zielsetzung, ambulante Pflegekonzepte anzubieten, sei ein erster Schritt, um den Bedürfnissen älterer Menschen im Gebiet der Stadt Bremervörde gerecht zu werden, so der DRK-Geschäftsführer weiter.

Wie Eckhoff ausführt, verfügten die Stadt Bremervörde und die Samtgemeinde Geestequelle über einen überdurchschnittlich hohen Anteil stationärer Pflegeplätze – mehr als 450, verteilt auf acht Altenpflegeheime. Auch die ambulante pflegerische Versorgung sei gewährleistet – drei ambulante Pflegedienste versorgten in einem Umkreis von zehn Kilometern circa 350 Patienten. Mehr als die Hälfte würden von den knapp 35 bei der Sozial- und Pflegestation beschäftigten Fachkräften angesteuert.

Im Vergleich zu anderen Regionen - zum Beispiel dem Landkreis Stade - sei die Versorgung an teilstationären Pflegeeinrichtungen (Tagespflegen) im Raum Bremervörde mit zusammen 33 Tagesplätzen hingegen eher unterdurchschnittlich. Das Angebot einer Tagespflege in Bevern (1.500 Einwohner) mit 20 Plätzen trage schon bald dazu bei, die häusliche Situation pflegebedürftiger Älterer weiter zu stabilisieren. Zusätzlich zu Bremervörde ergänzten dessen Nachbargemeinden Hesedorf (1.800 Einwohner) und Elm (1.500) sowie weitere angrenzende Ortschaften das Einzugsgebiet der künftigen Tagespflege.

Diese wird genau wie die in Oerel über einen hauseigenen Fahrdienst verfügen. Die Einrichtung wird von Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. „Es ist gewährleistet, dass während der Öffnungszeit eine examinierte Pflegekraft anwesend ist. Die Einrichtung wird - wie vom Gesetzgeber auch vorgesehen - mit einem Pflegepersonalstellenschlüssel von 1:5 ausgestattet. Der Stellenschlüssel für das Betreuungspersonal beträgt 1:20“, erläutert Eckhoff.

Art und Inhalt der Leistungen richten sich im Grundsatz nach den Rahmenvereinbarungen des Landes Niedersachsen, dem Versorgungsvertrag sowie den Inhalten der Anleitung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zur Prüfung der Qualität.

Die Leistungen umfassen Grundpflege (untergeordneter Leistungsbereich der Tagespflege), gegebenenfalls die medizinische Behandlungspflege, als Tätigkeitsschwerpunkt die soziale Betreuung in Form sogenannter tagesstrukturierender Maßnahmen (Handarbeiten, Spielen, Seniorentanz und -gymnastik, kleinere Ausflüge, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) sowie ärztlich verordnete therapeutische Angebote und Beratung.

Ferner ist die Speise- und Getränkeversorgung vorgesehen, die sich nach dem Nährstoffbedarf der Gäste richtet und individuelle Bedürfnisse auch bei Sonderkost und Diäten berücksichtigt.

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“

Uneingeschränkte Zustimmung für den von ihm vorgelegten Tätigkeitsbericht für 2018 sowie den Wirtschaftsplan für 2020: Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Brauel. 87 stimmberechtigte Delegierte aus allen 16 Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde hatten sich zur Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in den Braueler Gasthof Zur Linde eingefunden, um das Tätigkeitsjahr 2018 Revue passieren zu lassen. „Schwarze Zahlen sagen vor allem eines immer aus: Es wurde gut oder sehr gut gearbeitet“, lautete das Fazit von Heinz Wöltjen.


Wöltjen, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Klenkendorfer Mühle, hatte die Entlastung des Präsidiums um Präsident Frank Pingel (Bremervörde) durch die Mitglieder beantragt. Die Abstimmung darüber fiel eindeutig aus: 100 Prozent Ja-Stimmen, ohne Enhaltungen. Gleiches traf auch für den ebenfalls von Geschäftsführer Rolf Eckhoff vorgelegten Wirtschaftsplan für 2020 zu. Zevens Samtgemeindebürgermeister Henning Fricke gab sein Debüt als Grußwort-Überbringer bei der DRK-Kreisversammlung und bekannte, er finde die Rotkreuzaktivitäten „echt beeindruckend“ - weltweit sowieso, aber auch auf lokaler Ebene.

„Ein doch ziemlich großer Gemischtwarenladen“ mag mancher Zuhörer gedacht haben, als Rolf Eckhoff den Tätigkeitsbericht des DRK-Kreisverbandes für 2018 vortrug. Angefangen über die zur Zeit sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, in denen mehr als 430 Mädchen und Jungen betreut werden (der Bau und Betrieb einer weiteren Kita für Tarmstedt ist in Planung), über die aktuell 44 Schulassistenzen, die Kindern und Jugendlichen mit Handicap den Besuch einer Regelschule ermöglichen, bis hin zur Koordinierungsstelle Familienhebammen, die, seit die Trägerschaft vor fünf Jahren vom Landkreis Rotenburg auf das DRK übertragen wurde, nicht weniger als 423 überwiegend junge bis sehr junge Paare oder Alleinerziehende betreut hat.

Zu den klassischen Hauptaufgabenfeldern des DRK führte Eckhoff aus, die aktuell mehr als 160 Mitarbeiter des landkreisweit tätigen DRK-Rettungsdienstes bildeten innerhalb der 446 Mitarbeiter zählenden hauptamtlichen Belegschaft die größte Gruppe der Beschäftigten. Hinzu kämen knapp 100 Frauen und Männer, die ehrenamtlich über die Katastrophenschutzeinheiten (Bereitschaften, Schnell-einsatzgruppen Rettung, Einsatzzug, Kriseninterventionsteam) aus Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven bei Großschadenslagen und einem sogenannten Massenanfall von Verletzten den erweiterten Rettungsdienst bildeten.

194 Erste-Hilfe-Lehrgänge mit fast 3.000 Teilnehmern (überwiegend betriebliche Ersthelfer) meldete Andrea Grabau als hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte nebst fünfköpfigem, ehrenamtlichen Ausbilderteam ihrem Dienstherrn Eckhoff für 2018. Nicht weniger als 123 Blutspendetermine fanden 2018 in 28 Ortschaften des Altkreises Bremervörde statt. Dazu erschienen 10.581 Spender - 157 weniger als im Jahr zuvor.

Eine über Jahre schon steigende Tendenz hingegen beobachtet Eckhoff bei der Vermittlung, Installation und Betreuung von Hausnotrufanschlüssen durch das DRK. Knapp 350 Kunden standen 2018 im Bestand. Und auch die Durchführung des Behindertenfahrdienstes nimmt sprichwörtlich immer mehr Fahrt auf: Im zurückliegenden Jahr schlugen laut Eckhoff 236 Fahrten zu Buche – 41 mehr als 2017.

„Sorgenkind“ ist und bleibt der Menüservice Essen auf Rädern. Die Auslieferung der Speisen, so wird Eckhoff schon seit Jahren nicht müde zu betonen, lasse sich aufgrund der wegen der großen Wegstrecken kostenintensiven Warmauslieferung durch hauptamtliches Personal nicht ansatzweise kostendeckend durchführen. Aber: „Wir sind eine gemeinnützige Hilfsorganisation und kein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen und werden dieses Angebot für Menschen, die auf uns angewiesen sind, deshalb aufrechterhalten.“ Und immerhin: Während die Umsätze im Raum Bremervörde laut des Geschäftsführers leicht rückgängig sind, seien sie in Zeven und umzu stark gestiegen.

Zur Nachwuchsrekrutierung führte Eckhoff aus, rund 250 Kinder und Jugendliche würden im Altkreis Bremervörde über das Jugendrotkreuz (JRK) und den Schulsanitätsdienst an die Ideale und praktische Arbeit des Roten Kreuzes herangeführt. Bemerkenswert: Der DRK-Landesverband Niedersachsen habe das Gymnasium sowie die Berufsbildende Schule in Bremervörde sowie die Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg zum Ende des Schuljahres 2018/2019 als Preisträger des Wettbewerbes Humanitäre Schule zertifiziert.

Was Eckhoff besonders wichtig war zu betonen: Die Zahl der über die Ortsvereine organisierten Mitglieder sei Dank einer Werbeaktion mit knapp unter 5.000 konstant geblieben. Deren Förderbeiträge und Spenden schlugen in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 119.000 Euro zu Buche.

Die Ertragsseite weist (hauptsächlich resultierend aus dem Betrieb des Rettungsdienstes und der Kindertagesstätten) 17,4 Millionen Euro aus, die Aufwandsseite (zu mehr als 80 Prozent bestehend aus Personalkosten) rund 17,2 Millionen Euro. Abzüglich der Bildung von Rücklagen weist die Bilanz (Volumen: 11,5 Millionen Euro, 710.000 Euro mehr als 2017)  für 2018 einen Gewinn von 245,05 Euro aus. 

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“, schloss Schatzmeister Johann Heins (Selsingen) seinen  pointiert vorgetragenen Kassenbericht und gab dabei Einblick in die von drei Prüfern des DRK-Landesverbandes Niedersachsen erstellten Expertise über das Zahlenwerk des hiesigen Roten Kreuzes.

Nicht ganz 90 Delegierte aller 16 DRK-Ortsvereine aus dem Altkreis Bremervörde waren zur Kreisversammlung in Brauel erschienen. Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Venjakob, Rothgeber und Hagemann bestätigt

Im Namen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zeichnete Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber Niclas Kahrs und Stefan Blome für deren Einsatz beim Moorbrand 2018 in Meppen aus Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Brauel. Dr. Henning Venjakob (Seedorf) bleibt für weitere drei Jahre in seiner Funktion als sogenannter Kreisverbandsarzt Mitglied des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Er stützt sich dabei auf das 100-prozentige Votum von 87 stimmberechtigen Delegierten aus 16 DRK-Ortsvereinen, die zur Kreisversammlung in Brauel erschienen waren.

Das ranghöchste Beschlussorgan bestätigte ferner die im Vorfeld von den Bereitschaften Bremervörde, Zeven, Tarmstedt und Gnarrenburg vorgenommene Wiederwahl Andreas Rothgebers (Tarmstedt) als Kreisbereitschaftsleiter. Und die Delegierten vernahmen mit Freude, dass das Kreisverbandspräsidium in einer vorangegangenen Sitzung Sven Hagemann (Bremervörde) erneut zum Katastrophenschutz-beauftragten und somit weiteres Mitglied des Präsidiums ernannt hatte.

Vorbehaltlich der für Anfang Dezember zu erwartenden Zustimmung durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes Niedersachsen bestätigte die Kreisversammlung außerdem Andrea Grabau (Bremervörde) als neue Kreisleitung Jugendrotkreuz (JRK). Delegierte aus den Ortsvereinen, denen entweder eine Jugendrotkreuz- oder eine Schulsanitätsdienstgruppe angegliedert ist, hatten Grabau Ende August zu ihrer Repräsentantin im Kreisverbandspräsidium gewählt. Die übergeordnete DRK-Instanz aus Hannover muss ihrer Wahl satzungsgemäß jedoch noch zustimmen, weil Grabau auch hauptamtlich für den DRK-Kreisverband Bremervörde tätig ist, nämlich als Ausbildungsbeauftragte im Bereich Erste Hilfe.

Bereits fest im Sattel sitzt Stefan Kniemeyer, der nach ordnungsgemäß intern erfolgter Wahl jetzt während der Kreisversammlung durch Andreas Rothgeber offiziell zum Leiter der Bremervörder DRK-Bereitschaft ernannt wurde.

Eine von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius unterschriebene und von Andreas Rothgeber überreichte Auszeichnungen erhielten  Niclas Kahrs und Stefan Blome sowie in Abwesenheit Lynn Höltge und Andre Lohmann. Sie alle wurden im Herbst 2018 beim Moorbrand in Meppen eingesetzt, um den dort betriebenen „Betreuungsplatz 500 Land Niedersachsen“ sanitätsdienstlich abzusichern.

 

 

Informationen zur künftigen Tagespflege in Bevern

Foto: DRK Bremervörde

Bevern. Tagespflege – was ist das eigentlich? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der DRK-Kreisverband Bremervörde im Rahmen einer Informationsveranstaltung, die am Freitag, 29. November, ab 15 Uhr in der Gaststätte „Beverner Schweiz“ (Selsinger Straße 16) in Bevern stattfindet. Hintergrund ist die vom Roten Kreuz für Anfang 2020 geplante Eröffnung der Einrichtung (und als separates Angebot Wohnen mit Serviceleistungen/Betreutes Wohnen), die künftig von der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle betrieben wird. Und zwar nach dem Vorbild der bereits Ende 2015/Anfang 2016 in Betrieb genommenen Tagespflege in Oerel. Deren Leiterin Agnes Hildebrandt sowie DRK-Präsident Frank Pingel und -Geschäftsführer Rolf Eckhoff freuen sich, das Projekt interessierten Bürgern aus Bevern und umzu vorstellen zu können.

„Auf den Ernstfall gut vorbereitet“

Ein „Behandlungsplatz 50“ - kurz: BHP50 - aus der Distanz betrachtet. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde/Wiepenkathen. Eine rundum positive Bilanz zieht der Tarmstedter Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter und Präsidiumsmitglied im Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), mit Blick auf eine jüngst stattgefundene Katastrophenschutzübung im Stade-Wiepenkathener Gewerbegebiet Ohle Kamp. An dieser waren mehr als 100 Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Stade, Rotenburg und eben Bremervörde, aber auch von den Stader Ortsgruppen der DLRG (Gesamteinsatzleitung), des THW und der örtlichen Feuerwehr (Verletztendarsteller) beteiligt.

Die Übung zog das Interesse hochrangiger Gäste auf sich – mit Holger Rathjens darunter ein Mitarbeiter des zuständigen Fachministeriums von Landesinnenminister Boris Pistorius, Wolfgang Kasperek (Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg als den Landkreisen Rotenburg und Stade vorgesetzte Katastrophenschutzbehörde), der Stader Landrat Michael Roesberg, vom Landkreis Rotenburg Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Silke Hinze (Leiterin Betrieb Rettungsdienst) und Ordnungsamtsleiterin Martina Karstens, Verbindungsoffiziere der Bundeswehr sowie Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Aus den DRK-Führungskreisen zugegen waren Gunter Armonat (Präsident DRK-Kreisverband Stade), Hans Eckert (stellvertretender Vorsitzender DRK-Kreisverband Rotenburg) sowie die Kreisgeschäftsführer Uwe Lütjen (Stade) und Rolf Eckhoff (Bremervörde).

Das Szenario der Übung: ein Zugunglück mit mehreren Dutzend Verletzten. Landkreisseitig wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Hauptamtliche Beschäftigte des DRK-Regelrettungsdienstes sowie des sogenannten Erweiterten Rettungsdienstes (Rotkreuz-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppen für Großschadenslagen) befinden sich bereits am Einsatzort. Zur Unterstützung dieser Einheiten und zur Entlastung umliegender Krankenhäuser treffen ergänzend - von der Rettungsleitstelle mit Verkehrssonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) ausgestattete - ehrenamtliche Sanitäts-, Betreuungs-, Technik- und Logistikkräfte aus den Bereitschaften der drei DRK-Kreisverbände ein.

Sie errichten aus mehr als einem halben Dutzend Zelte einen Behandlungsplatz 50 (kurz: BHP 50) - eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können. Der Behandlungsplatz ist eingeteilt in die Bereiche Sichtung/Registrierung der Verletzten durch einen Notarzt, die anschließende Einteilung der festgestellten Verletzungen in Schweregrade (mittels roter, gelber oder grüner Karte, die dem Patienten umgehängt wird), Behandlung, Ausgangsregistrierung und schließlich Transport in weiterführende Versorgungseinrichtungen – oder die Übergabe an die Betreuungsdiensteinheit innerhalb des Behandlungsplatztes.

Dieser hat eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern – inklusive Zu- und Abfahrtswege für die gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge, darunter ein geländegängiger Rettungstransportwagen auf Unimog-Basis sowie ein Enduro-Motorrad für Erkundungsfahrten auf unwegsamen Gelände.

„Die Rotkreuz-Einsatzeinheiten aus Bremervörde, Rotenburg und Stade sind auf den Ernstfall gut vorbereitet“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber im Nachgang zur Übung mit Zufriedenheit fest. Die Führungskräfte hätten die Möglichkeit gehabt, die Abläufe nach kurzen Unterbrechung zu optimieren. Und auch für die Helfer habe die Übung einen durchaus als realistisch anzusehenden Einsatz dargestellt, den es im Ernstfall zu beherrschen gelte.

Was ihn, Rothgeber, gefreut habe: „Von unseren geladenen Gästen aus den Katastrophenschutzbehörden ernteten wir ausschließlich Lob. Alle sagten, sie seien beeindruckt von der Professionalität der Abläufe. Wir werten das als starke Anerkennung unserer Arbeit.“

„Zahl der Unfälle alarmierend hoch“

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe beim DRK-Kreisverband Bremervörde und ehrenamtlich oberste Vertreterin des Jugendrotkreuzes und der Schulsanitätsdienste im Altkreis Bremervörde, steht den hiesigen Schulen mit ihrem Mitarbeiter-Team gerne zur Seite (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Die Erste-Hilfe-Ausbildung an den Schulen hierzulande muss nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dringend verbessert werden. Die Zahl von bundesweit mehr als eine Million Schulunfällen im Jahr 2018 sei alarmierend hoch, sagt die Präsidentin des DRK-Bundesverbandes Gerda Hasselfeldt anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 14. September. Die Gefahr von Unfällen in Schulen sei in Deutschland weitaus größer als in Betrieben.

Der DRK-Kreisverband Bremervörde als einer von 500 bundesweit hat 2017 und 2018 knapp 5.500 Frauen und Männer aus dem Altkreis Bremervörde in insgesamt 422 Kursen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet, mehr als die Hälfte darunter von der Berufsgenossenschaft geforderte betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer.

2018 wurden laut DRK bundesweit in Betrieben 23 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 sogenannte Vollarbeiter verzeichnet, aber 66 meldepflichtige Schulunfälle je 1.000 Schüler. Während die Unfallversicherungsträger für Betriebe eine Ersthelfer-Quote von bis zu 10 Prozent der Belegschaft vorschreiben, gibt es laut DRK-Bundesverband bislang keine verpflichtenden, einheitlichen Regelungen für Schulen. Die Notwendigkeit einer besseren Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern bekräftigte erst im Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Darin wird die Amtspflicht des Lehrpersonals betont, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchführen zu können.

Das BGH-Urteil beruht auf der Klage eines Schülers. Dieser war im Januar 2013 während des Aufwärmtrainings im Sportunterricht bewusstlos geworden und hatte in der Folge einen Atemstillstand erlitten. Vor Eintreffen des Notarztes sei keine Laienreanimation durch die zwei anwesenden Sportlehrer erfolgt.

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe im DRK-Kreisverband Bremervörde, schließt sich der Meinung des DRK-Bundesverbandes an, dass Schulen generell dringend dafür sorgen müssten, dass genügend Lehrpersonal in Erster Hilfe ausgebildet werde und auf dem neuesten Stand sei. Verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe sei die Schulleitung. „Wir als DRK stehen dabei als kompetenter und erfahrener Partner gerne zur Seite“, unterstreicht Grabau.

So seien in den zurückliegenden zwei Jahren von ihr und ihrem ehrenamtlichen Kollegium 522 Pädagogen (und in Kindertagesstätten tätige Erzieher) nach Maßgabe der Berufsgenossenschaft in Erster Hilfe am Kind aus- beziehungsweise fortgebildet worden, darüberhinaus erhielten 474 Mädchen und Jungen ab Klasse fünf eine sogenannte MESI-Schulung (Vermittlung von Kenntnissen der medizinischen Erstversorgung mit Selbsthilfe-Inhalten).

Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich ferner das Jugendrotkreuz (eigenständiger Jugendverband des DRK) im Schulsanitätsdienst. Grabau wurde vor knapp zwei Wochen von den Delegierten des den DRK-Ortsvereinen angegliederten Gruppen des Jugenrotkreuzes (JRK) zu deren Kreisleitung gewählt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht sie davon aus, dass in den JRK-Gruppen sowie als Schulsanitäter an den weiterführenden Schulen in Bremervörde, Zeven, Gnarrenburg, Tarmstedt, Zeven und Sittensen zwischen 100 und 150 Schülerinnen und Schüler mit Erste-Hilfe-Kenntnissen organisiert sind.