Aktuelle Pressemitteilungen Foto: A. Zelck / DRKS
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„Auf den Ernstfall gut vorbereitet“

Ein „Behandlungsplatz 50“ - kurz: BHP50 - aus der Distanz betrachtet. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können (Foto: St. Jeschke/DRK)

Katastrophenschutzübung: DRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber zieht positive Bilanz

Bremervörde/Wiepenkathen. Eine rundum positive Bilanz zieht der Tarmstedter Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter und Präsidiumsmitglied im Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), mit Blick auf eine jüngst stattgefundene Katastrophenschutzübung im Stade-Wiepenkathener Gewerbegebiet Ohle Kamp. An dieser waren mehr als 100 Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Stade, Rotenburg und eben Bremervörde, aber auch von den Stader Ortsgruppen der DLRG (Gesamteinsatzleitung), des THW und der örtlichen Feuerwehr (Verletztendarsteller) beteiligt.

Die Übung zog das Interesse hochrangiger Gäste auf sich – mit Holger Rathjens darunter ein Mitarbeiter des zuständigen Fachministeriums von Landesinnenminister Boris Pistorius, Wolfgang Kasperek (Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg als den Landkreisen Rotenburg und Stade vorgesetzte Katastrophenschutzbehörde), der Stader Landrat Michael Roesberg, vom Landkreis Rotenburg Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Silke Hinze (Leiterin Betrieb Rettungsdienst) und Ordnungsamtsleiterin Martina Karstens, Verbindungsoffiziere der Bundeswehr sowie Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Aus den DRK-Führungskreisen zugegen waren Gunter Armonat (Präsident DRK-Kreisverband Stade), Hans Eckert (stellvertretender Vorsitzender DRK-Kreisverband Rotenburg) sowie die Kreisgeschäftsführer Uwe Lütjen (Stade) und Rolf Eckhoff (Bremervörde).

Das Szenario der Übung: ein Zugunglück mit mehreren Dutzend Verletzten. Landkreisseitig wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Hauptamtliche Beschäftigte des DRK-Regelrettungsdienstes sowie des sogenannten Erweiterten Rettungsdienstes (Rotkreuz-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppen für Großschadenslagen) befinden sich bereits am Einsatzort. Zur Unterstützung dieser Einheiten und zur Entlastung umliegender Krankenhäuser treffen ergänzend - von der Rettungsleitstelle mit Verkehrssonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) ausgestattete - ehrenamtliche Sanitäts-, Betreuungs-, Technik- und Logistikkräfte aus den Bereitschaften der drei DRK-Kreisverbände ein.

Sie errichten aus mehr als einem halben Dutzend Zelte einen Behandlungsplatz 50 (kurz: BHP 50) - eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können. Der Behandlungsplatz ist eingeteilt in die Bereiche Sichtung/Registrierung der Verletzten durch einen Notarzt, die anschließende Einteilung der festgestellten Verletzungen in Schweregrade (mittels roter, gelber oder grüner Karte, die dem Patienten umgehängt wird), Behandlung, Ausgangsregistrierung und schließlich Transport in weiterführende Versorgungseinrichtungen – oder die Übergabe an die Betreuungsdiensteinheit innerhalb des Behandlungsplatztes.

Dieser hat eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern – inklusive Zu- und Abfahrtswege für die gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge, darunter ein geländegängiger Rettungstransportwagen auf Unimog-Basis sowie ein Enduro-Motorrad für Erkundungsfahrten auf unwegsamen Gelände.

„Die Rotkreuz-Einsatzeinheiten aus Bremervörde, Rotenburg und Stade sind auf den Ernstfall gut vorbereitet“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber im Nachgang zur Übung mit Zufriedenheit fest. Die Führungskräfte hätten die Möglichkeit gehabt, die Abläufe nach kurzen Unterbrechung zu optimieren. Und auch für die Helfer habe die Übung einen durchaus als realistisch anzusehenden Einsatz dargestellt, den es im Ernstfall zu beherrschen gelte.

Was ihn, Rothgeber, gefreut habe: „Von unseren geladenen Gästen aus den Katastrophenschutzbehörden ernteten wir ausschließlich Lob. Alle sagten, sie seien beeindruckt von der Professionalität der Abläufe. Wir werten das als starke Anerkennung unserer Arbeit.“

„Zahl der Unfälle alarmierend hoch“

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe beim DRK-Kreisverband Bremervörde und ehrenamtlich oberste Vertreterin des Jugendrotkreuzes und der Schulsanitätsdienste im Altkreis Bremervörde, steht den hiesigen Schulen mit ihrem Mitarbeiter-Team gerne zur Seite (Foto: St. Jeschke/DRK)

Deutsches Rotes Kreuz appelliert: Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen muss dringend verbessert werden

Bremervörde. Die Erste-Hilfe-Ausbildung an den Schulen hierzulande muss nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dringend verbessert werden. Die Zahl von bundesweit mehr als eine Million Schulunfällen im Jahr 2018 sei alarmierend hoch, sagt die Präsidentin des DRK-Bundesverbandes Gerda Hasselfeldt anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 14. September. Die Gefahr von Unfällen in Schulen sei in Deutschland weitaus größer als in Betrieben.

Der DRK-Kreisverband Bremervörde als einer von 500 bundesweit hat 2017 und 2018 knapp 5.500 Frauen und Männer aus dem Altkreis Bremervörde in insgesamt 422 Kursen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet, mehr als die Hälfte darunter von der Berufsgenossenschaft geforderte betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer.

2018 wurden laut DRK bundesweit in Betrieben 23 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 sogenannte Vollarbeiter verzeichnet, aber 66 meldepflichtige Schulunfälle je 1.000 Schüler. Während die Unfallversicherungsträger für Betriebe eine Ersthelfer-Quote von bis zu 10 Prozent der Belegschaft vorschreiben, gibt es laut DRK-Bundesverband bislang keine verpflichtenden, einheitlichen Regelungen für Schulen. Die Notwendigkeit einer besseren Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern bekräftigte erst im Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Darin wird die Amtspflicht des Lehrpersonals betont, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchführen zu können.

Das BGH-Urteil beruht auf der Klage eines Schülers. Dieser war im Januar 2013 während des Aufwärmtrainings im Sportunterricht bewusstlos geworden und hatte in der Folge einen Atemstillstand erlitten. Vor Eintreffen des Notarztes sei keine Laienreanimation durch die zwei anwesenden Sportlehrer erfolgt.

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe im DRK-Kreisverband Bremervörde, schließt sich der Meinung des DRK-Bundesverbandes an, dass Schulen generell dringend dafür sorgen müssten, dass genügend Lehrpersonal in Erster Hilfe ausgebildet werde und auf dem neuesten Stand sei. Verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe sei die Schulleitung. „Wir als DRK stehen dabei als kompetenter und erfahrener Partner gerne zur Seite“, unterstreicht Grabau.

So seien in den zurückliegenden zwei Jahren von ihr und ihrem ehrenamtlichen Kollegium 522 Pädagogen (und in Kindertagesstätten tätige Erzieher) nach Maßgabe der Berufsgenossenschaft in Erster Hilfe am Kind aus- beziehungsweise fortgebildet worden, darüberhinaus erhielten 474 Mädchen und Jungen ab Klasse fünf eine sogenannte MESI-Schulung (Vermittlung von Kenntnissen der medizinischen Erstversorgung mit Selbsthilfe-Inhalten).

Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich ferner das Jugendrotkreuz (eigenständiger Jugendverband des DRK) im Schulsanitätsdienst. Grabau wurde vor knapp zwei Wochen von den Delegierten des den DRK-Ortsvereinen angegliederten Gruppen des Jugenrotkreuzes (JRK) zu deren Kreisleitung gewählt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht sie davon aus, dass in den JRK-Gruppen sowie als Schulsanitäter an den weiterführenden Schulen in Bremervörde, Zeven, Gnarrenburg, Tarmstedt, Zeven und Sittensen zwischen 100 und 150 Schülerinnen und Schüler mit Erste-Hilfe-Kenntnissen organisiert sind.