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„Es ist alles hervorragend in Ordnung“Überschrift – Bitte ausfüllen

Uneingeschränkte Zustimmung für den von ihm vorgelegten Tätigkeitsbericht für 2018 sowie den Wirtschaftsplan für 2020: Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

DRK-Kreisverband Bremervörde bilanziert 2018 / „Ein ziemlich großer Gemischtwarenladen“

Brauel. 87 stimmberechtigte Delegierte aus allen 16 Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde hatten sich zur Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in den Braueler Gasthof Zur Linde eingefunden, um das Tätigkeitsjahr 2018 Revue passieren zu lassen. „Schwarze Zahlen sagen vor allem eines immer aus: Es wurde gut oder sehr gut gearbeitet“, lautete das Fazit von Heinz Wöltjen.

Wöltjen, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Klenkendorfer Mühle, hatte die Entlastung des Präsidiums um Präsident Frank Pingel (Bremervörde) durch die Mitglieder beantragt. Die Abstimmung darüber fiel eindeutig aus: 100 Prozent Ja-Stimmen, ohne Enhaltungen. Gleiches traf auch für den ebenfalls von Geschäftsführer Rolf Eckhoff vorgelegten Wirtschaftsplan für 2020 zu. Zevens Samtgemeindebürgermeister Henning Fricke gab sein Debüt als Grußwort-Überbringer bei der DRK-Kreisversammlung und bekannte, er finde die Rotkreuzaktivitäten „echt beeindruckend“ - weltweit sowieso, aber auch auf lokaler Ebene.

„Ein doch ziemlich großer Gemischtwarenladen“ mag mancher Zuhörer gedacht haben, als Rolf Eckhoff den Tätigkeitsbericht des DRK-Kreisverbandes für 2018 vortrug. Angefangen über die zur Zeit sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, in denen mehr als 430 Mädchen und Jungen betreut werden (der Bau und Betrieb einer weiteren Kita für Tarmstedt ist in Planung), über die aktuell 44 Schulassistenzen, die Kindern und Jugendlichen mit Handicap den Besuch einer Regelschule ermöglichen, bis hin zur Koordinierungsstelle Familienhebammen, die, seit die Trägerschaft vor fünf Jahren vom Landkreis Rotenburg auf das DRK übertragen wurde, nicht weniger als 423 überwiegend junge bis sehr junge Paare oder Alleinerziehende betreut hat.

Zu den klassischen Hauptaufgabenfeldern des DRK führte Eckhoff aus, die aktuell mehr als 160 Mitarbeiter des landkreisweit tätigen DRK-Rettungsdienstes bildeten innerhalb der 446 Mitarbeiter zählenden hauptamtlichen Belegschaft die größte Gruppe der Beschäftigten. Hinzu kämen knapp 100 Frauen und Männer, die ehrenamtlich über die Katastrophenschutzeinheiten (Bereitschaften, Schnell-einsatzgruppen Rettung, Einsatzzug, Kriseninterventionsteam) aus Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven bei Großschadenslagen und einem sogenannten Massenanfall von Verletzten den erweiterten Rettungsdienst bildeten.

194 Erste-Hilfe-Lehrgänge mit fast 3.000 Teilnehmern (überwiegend betriebliche Ersthelfer) meldete Andrea Grabau als hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte nebst fünfköpfigem, ehrenamtlichen Ausbilderteam ihrem Dienstherrn Eckhoff für 2018. Nicht weniger als 123 Blutspendetermine fanden 2018 in 28 Ortschaften des Altkreises Bremervörde statt. Dazu erschienen 10.581 Spender - 157 weniger als im Jahr zuvor.

Eine über Jahre schon steigende Tendenz hingegen beobachtet Eckhoff bei der Vermittlung, Installation und Betreuung von Hausnotrufanschlüssen durch das DRK. Knapp 350 Kunden standen 2018 im Bestand. Und auch die Durchführung des Behindertenfahrdienstes nimmt sprichwörtlich immer mehr Fahrt auf: Im zurückliegenden Jahr schlugen laut Eckhoff 236 Fahrten zu Buche – 41 mehr als 2017.

„Sorgenkind“ ist und bleibt der Menüservice Essen auf Rädern. Die Auslieferung der Speisen, so wird Eckhoff schon seit Jahren nicht müde zu betonen, lasse sich aufgrund der wegen der großen Wegstrecken kostenintensiven Warmauslieferung durch hauptamtliches Personal nicht ansatzweise kostendeckend durchführen. Aber: „Wir sind eine gemeinnützige Hilfsorganisation und kein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen und werden dieses Angebot für Menschen, die auf uns angewiesen sind, deshalb aufrechterhalten.“ Und immerhin: Während die Umsätze im Raum Bremervörde laut des Geschäftsführers leicht rückgängig sind, seien sie in Zeven und umzu stark gestiegen.

Zur Nachwuchsrekrutierung führte Eckhoff aus, rund 250 Kinder und Jugendliche würden im Altkreis Bremervörde über das Jugendrotkreuz (JRK) und den Schulsanitätsdienst an die Ideale und praktische Arbeit des Roten Kreuzes herangeführt. Bemerkenswert: Der DRK-Landesverband Niedersachsen habe das Gymnasium sowie die Berufsbildende Schule in Bremervörde sowie die Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg zum Ende des Schuljahres 2018/2019 als Preisträger des Wettbewerbes Humanitäre Schule zertifiziert.

Was Eckhoff besonders wichtig war zu betonen: Die Zahl der über die Ortsvereine organisierten Mitglieder sei Dank einer Werbeaktion mit knapp unter 5.000 konstant geblieben. Deren Förderbeiträge und Spenden schlugen in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 119.000 Euro zu Buche.

Die Ertragsseite weist (hauptsächlich resultierend aus dem Betrieb des Rettungsdienstes und der Kindertagesstätten) 17,4 Millionen Euro aus, die Aufwandsseite (zu mehr als 80 Prozent bestehend aus Personalkosten) rund 17,2 Millionen Euro. Abzüglich der Bildung von Rücklagen weist die Bilanz (Volumen: 11,5 Millionen Euro, 710.000 Euro mehr als 2017)  für 2018 einen Gewinn von 245,05 Euro aus. 

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“, schloss Schatzmeister Johann Heins (Selsingen) seinen  pointiert vorgetragenen Kassenbericht und gab dabei Einblick in die von drei Prüfern des DRK-Landesverbandes Niedersachsen erstellten Expertise über das Zahlenwerk des hiesigen Roten Kreuzes.

Nicht ganz 90 Delegierte aller 16 DRK-Ortsvereine aus dem Altkreis Bremervörde waren zur Kreisversammlung in Brauel erschienen. Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Venjakob, Rothgeber und Hagemann bestätigt

Im Namen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zeichnete Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber Niclas Kahrs und Stefan Blome für deren Einsatz beim Moorbrand 2018 in Meppen aus Foto: S. Jeschke / DRK Bremervörde

Uneingeschränkte Zustimmung für Fortsetzung der Mitarbeit im Präsidium des Bremervörder DRK

Brauel. Dr. Henning Venjakob (Seedorf) bleibt für weitere drei Jahre in seiner Funktion als sogenannter Kreisverbandsarzt Mitglied des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Er stützt sich dabei auf das 100-prozentige Votum von 87 stimmberechtigen Delegierten aus 16 DRK-Ortsvereinen, die zur Kreisversammlung in Brauel erschienen waren.

Das ranghöchste Beschlussorgan bestätigte ferner die im Vorfeld von den Bereitschaften Bremervörde, Zeven, Tarmstedt und Gnarrenburg vorgenommene Wiederwahl Andreas Rothgebers (Tarmstedt) als Kreisbereitschaftsleiter. Und die Delegierten vernahmen mit Freude, dass das Kreisverbandspräsidium in einer vorangegangenen Sitzung Sven Hagemann (Bremervörde) erneut zum Katastrophenschutz-beauftragten und somit weiteres Mitglied des Präsidiums ernannt hatte.

Vorbehaltlich der für Anfang Dezember zu erwartenden Zustimmung durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes Niedersachsen bestätigte die Kreisversammlung außerdem Andrea Grabau (Bremervörde) als neue Kreisleitung Jugendrotkreuz (JRK). Delegierte aus den Ortsvereinen, denen entweder eine Jugendrotkreuz- oder eine Schulsanitätsdienstgruppe angegliedert ist, hatten Grabau Ende August zu ihrer Repräsentantin im Kreisverbandspräsidium gewählt. Die übergeordnete DRK-Instanz aus Hannover muss ihrer Wahl satzungsgemäß jedoch noch zustimmen, weil Grabau auch hauptamtlich für den DRK-Kreisverband Bremervörde tätig ist, nämlich als Ausbildungsbeauftragte im Bereich Erste Hilfe.

Bereits fest im Sattel sitzt Stefan Kniemeyer, der nach ordnungsgemäß intern erfolgter Wahl jetzt während der Kreisversammlung durch Andreas Rothgeber offiziell zum Leiter der Bremervörder DRK-Bereitschaft ernannt wurde.

Eine von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius unterschriebene und von Andreas Rothgeber überreichte Auszeichnungen erhielten  Niclas Kahrs und Stefan Blome sowie in Abwesenheit Lynn Höltge und Andre Lohmann. Sie alle wurden im Herbst 2018 beim Moorbrand in Meppen eingesetzt, um den dort betriebenen „Betreuungsplatz 500 Land Niedersachsen“ sanitätsdienstlich abzusichern.

 

 

Informationen zur künftigen Tagespflege in Bevern

Foto: DRK Bremervörde

Bevern. Tagespflege – was ist das eigentlich? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der DRK-Kreisverband Bremervörde im Rahmen einer Informationsveranstaltung, die am Freitag, 29. November, ab 15 Uhr in der Gaststätte „Beverner Schweiz“ (Selsinger Straße 16) in Bevern stattfindet. Hintergrund ist die vom Roten Kreuz für Anfang 2020 geplante Eröffnung der Einrichtung (und als separates Angebot Wohnen mit Serviceleistungen/Betreutes Wohnen), die künftig von der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle betrieben wird. Und zwar nach dem Vorbild der bereits Ende 2015/Anfang 2016 in Betrieb genommenen Tagespflege in Oerel. Deren Leiterin Agnes Hildebrandt sowie DRK-Präsident Frank Pingel und -Geschäftsführer Rolf Eckhoff freuen sich, das Projekt interessierten Bürgern aus Bevern und umzu vorstellen zu können.

„Auf den Ernstfall gut vorbereitet“

Ein „Behandlungsplatz 50“ - kurz: BHP50 - aus der Distanz betrachtet. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können (Foto: St. Jeschke/DRK)

Katastrophenschutzübung: DRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber zieht positive Bilanz

Bremervörde/Wiepenkathen. Eine rundum positive Bilanz zieht der Tarmstedter Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter und Präsidiumsmitglied im Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), mit Blick auf eine jüngst stattgefundene Katastrophenschutzübung im Stade-Wiepenkathener Gewerbegebiet Ohle Kamp. An dieser waren mehr als 100 Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Stade, Rotenburg und eben Bremervörde, aber auch von den Stader Ortsgruppen der DLRG (Gesamteinsatzleitung), des THW und der örtlichen Feuerwehr (Verletztendarsteller) beteiligt.

Die Übung zog das Interesse hochrangiger Gäste auf sich – mit Holger Rathjens darunter ein Mitarbeiter des zuständigen Fachministeriums von Landesinnenminister Boris Pistorius, Wolfgang Kasperek (Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg als den Landkreisen Rotenburg und Stade vorgesetzte Katastrophenschutzbehörde), der Stader Landrat Michael Roesberg, vom Landkreis Rotenburg Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Silke Hinze (Leiterin Betrieb Rettungsdienst) und Ordnungsamtsleiterin Martina Karstens, Verbindungsoffiziere der Bundeswehr sowie Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Aus den DRK-Führungskreisen zugegen waren Gunter Armonat (Präsident DRK-Kreisverband Stade), Hans Eckert (stellvertretender Vorsitzender DRK-Kreisverband Rotenburg) sowie die Kreisgeschäftsführer Uwe Lütjen (Stade) und Rolf Eckhoff (Bremervörde).

Das Szenario der Übung: ein Zugunglück mit mehreren Dutzend Verletzten. Landkreisseitig wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Hauptamtliche Beschäftigte des DRK-Regelrettungsdienstes sowie des sogenannten Erweiterten Rettungsdienstes (Rotkreuz-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppen für Großschadenslagen) befinden sich bereits am Einsatzort. Zur Unterstützung dieser Einheiten und zur Entlastung umliegender Krankenhäuser treffen ergänzend - von der Rettungsleitstelle mit Verkehrssonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) ausgestattete - ehrenamtliche Sanitäts-, Betreuungs-, Technik- und Logistikkräfte aus den Bereitschaften der drei DRK-Kreisverbände ein.

Sie errichten aus mehr als einem halben Dutzend Zelte einen Behandlungsplatz 50 (kurz: BHP 50) - eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können. Der Behandlungsplatz ist eingeteilt in die Bereiche Sichtung/Registrierung der Verletzten durch einen Notarzt, die anschließende Einteilung der festgestellten Verletzungen in Schweregrade (mittels roter, gelber oder grüner Karte, die dem Patienten umgehängt wird), Behandlung, Ausgangsregistrierung und schließlich Transport in weiterführende Versorgungseinrichtungen – oder die Übergabe an die Betreuungsdiensteinheit innerhalb des Behandlungsplatztes.

Dieser hat eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern – inklusive Zu- und Abfahrtswege für die gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge, darunter ein geländegängiger Rettungstransportwagen auf Unimog-Basis sowie ein Enduro-Motorrad für Erkundungsfahrten auf unwegsamen Gelände.

„Die Rotkreuz-Einsatzeinheiten aus Bremervörde, Rotenburg und Stade sind auf den Ernstfall gut vorbereitet“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber im Nachgang zur Übung mit Zufriedenheit fest. Die Führungskräfte hätten die Möglichkeit gehabt, die Abläufe nach kurzen Unterbrechung zu optimieren. Und auch für die Helfer habe die Übung einen durchaus als realistisch anzusehenden Einsatz dargestellt, den es im Ernstfall zu beherrschen gelte.

Was ihn, Rothgeber, gefreut habe: „Von unseren geladenen Gästen aus den Katastrophenschutzbehörden ernteten wir ausschließlich Lob. Alle sagten, sie seien beeindruckt von der Professionalität der Abläufe. Wir werten das als starke Anerkennung unserer Arbeit.“

„Zahl der Unfälle alarmierend hoch“

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe beim DRK-Kreisverband Bremervörde und ehrenamtlich oberste Vertreterin des Jugendrotkreuzes und der Schulsanitätsdienste im Altkreis Bremervörde, steht den hiesigen Schulen mit ihrem Mitarbeiter-Team gerne zur Seite (Foto: St. Jeschke/DRK)

Deutsches Rotes Kreuz appelliert: Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen muss dringend verbessert werden

Bremervörde. Die Erste-Hilfe-Ausbildung an den Schulen hierzulande muss nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dringend verbessert werden. Die Zahl von bundesweit mehr als eine Million Schulunfällen im Jahr 2018 sei alarmierend hoch, sagt die Präsidentin des DRK-Bundesverbandes Gerda Hasselfeldt anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 14. September. Die Gefahr von Unfällen in Schulen sei in Deutschland weitaus größer als in Betrieben.

Der DRK-Kreisverband Bremervörde als einer von 500 bundesweit hat 2017 und 2018 knapp 5.500 Frauen und Männer aus dem Altkreis Bremervörde in insgesamt 422 Kursen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet, mehr als die Hälfte darunter von der Berufsgenossenschaft geforderte betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer.

2018 wurden laut DRK bundesweit in Betrieben 23 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 sogenannte Vollarbeiter verzeichnet, aber 66 meldepflichtige Schulunfälle je 1.000 Schüler. Während die Unfallversicherungsträger für Betriebe eine Ersthelfer-Quote von bis zu 10 Prozent der Belegschaft vorschreiben, gibt es laut DRK-Bundesverband bislang keine verpflichtenden, einheitlichen Regelungen für Schulen. Die Notwendigkeit einer besseren Erste-Hilfe-Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern bekräftigte erst im Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Darin wird die Amtspflicht des Lehrpersonals betont, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchführen zu können.

Das BGH-Urteil beruht auf der Klage eines Schülers. Dieser war im Januar 2013 während des Aufwärmtrainings im Sportunterricht bewusstlos geworden und hatte in der Folge einen Atemstillstand erlitten. Vor Eintreffen des Notarztes sei keine Laienreanimation durch die zwei anwesenden Sportlehrer erfolgt.

Andrea Grabau, hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte für Erste Hilfe im DRK-Kreisverband Bremervörde, schließt sich der Meinung des DRK-Bundesverbandes an, dass Schulen generell dringend dafür sorgen müssten, dass genügend Lehrpersonal in Erster Hilfe ausgebildet werde und auf dem neuesten Stand sei. Verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe sei die Schulleitung. „Wir als DRK stehen dabei als kompetenter und erfahrener Partner gerne zur Seite“, unterstreicht Grabau.

So seien in den zurückliegenden zwei Jahren von ihr und ihrem ehrenamtlichen Kollegium 522 Pädagogen (und in Kindertagesstätten tätige Erzieher) nach Maßgabe der Berufsgenossenschaft in Erster Hilfe am Kind aus- beziehungsweise fortgebildet worden, darüberhinaus erhielten 474 Mädchen und Jungen ab Klasse fünf eine sogenannte MESI-Schulung (Vermittlung von Kenntnissen der medizinischen Erstversorgung mit Selbsthilfe-Inhalten).

Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich ferner das Jugendrotkreuz (eigenständiger Jugendverband des DRK) im Schulsanitätsdienst. Grabau wurde vor knapp zwei Wochen von den Delegierten des den DRK-Ortsvereinen angegliederten Gruppen des Jugenrotkreuzes (JRK) zu deren Kreisleitung gewählt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht sie davon aus, dass in den JRK-Gruppen sowie als Schulsanitäter an den weiterführenden Schulen in Bremervörde, Zeven, Gnarrenburg, Tarmstedt, Zeven und Sittensen zwischen 100 und 150 Schülerinnen und Schüler mit Erste-Hilfe-Kenntnissen organisiert sind.