Zelck-Zeitung.jpg Foto: A. Zelck / DRKS
MeldungenMeldungen

Sie befinden sich hier:

  1. Aktuell
  2. Presse & Service
  3. Meldungen

Meldungen

Sollten Sie Nachrichten oder Pressemitteilungen zu einem bestimmten Thema suchen, verwenden Sie bitte auch die Suchfunktion.

„Investition in die Zukunft eine dankbare Aufgabe“

Das aktuelle Team des Bremervörder DRK-Kindergartens (Foto: DRK)

Kinderbetreuung: DRK-Kreisverband Bremervörde brach vor 25 Jahren zu neuen Ufern auf

Bremervörde. Vor 25 Jahren brach der DRK-Kreisverband Bremervörde e. V. zu neuen Ufern auf. Widmete sich das hiesige Rote Kreuz bis dato ausschließlich traditionellen Aufgaben wie dem Rettungsdienst, der Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe oder dem Katastrophenschutz, betraten die Verantwortlichen um den damaligen Vorsitzenden Rainer Brandt und seines Geschäftsführers Peter Hoheisel mit der Eröffnung des DRK-Kindergartens in der Straße Am Tannenkamp in Bremervörde Neuland.

Durch die Änderung der Gesetzeslage Anfang der 1990er Jahre „war es nicht mehr gottgegeben, dass das Rote Kreuz in seiner bis dahin originären Zuständigkeit mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragt werden musste“ (Brandt). Brandt und Co. erkannten die Notwendigkeit, ihre Organisation auf lange Sicht dahingehend zu entwickeln, dass diese weitestgehend autark vom Rettungsdienst agieren kann und sich zunehmend Aufgaben zu widmen, die diese Unabhängigkeit gewährleisten.

Neben der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen (das DRK ist seit 1995 geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter des ambulanten Pflegedienstes der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle) widmet sich das Rote Kreuz seit der 1996 erfolgten Errichtung des Bremervörder DRK-Kindergartens „der dankbaren Aufgabe, in die Zukunft von Kindern zu investieren“ (Brandt). Es folgten nach und nach der Betrieb des DRK-Kinderhauses, ebenfalls in Bremervörde, sowie vier weiterer Kindertagesstätten in Zeven und Tarmstedt.

Für die Planung der Kita Tannenkamp von Vorteil: Ehrenamtlicher DRK-Vorsitzender Brandt war im hauptamtlichen Zivilberuf bei der Bremervörder Stadtverwaltung zuständiger Dezernent für Kindergärten und Schulen (und später Erster Stadtrat) und wusste um den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Auch wusste er, dass die Eröffnung einer weiteren städtischen Einrichtung finanziell bis auf weiteres nicht darstellbar war und Verwaltung und Politik deshalb nach Alternativen Ausschau hielten. Und mit dem DRK-Kreisverband Bremervörde fündig wurden.

Um einen Interessenkonflikt zu umgehen, überlies Brandt die Verhandlungen über das zur früheren Badeanstalt (heutiges Erlebnisbad Delphino) gehörende Grundstück stadtseitig anderen. Dass sich das Grundstück in Engeo befindet und für die Bebauung ausgewählt wurde, war dem Umstand geschuldet, dass dieser Stadtteil vor einem Vierteljahrhundert das größte Einwohner-Entwicklungspotenzial besaß.

Rainer Brandt sagt, bei der Suche zuallererst nach Führungspersonal, sei das DRK vom Glück begünstigt gewesen. Mit Norbert Weber als Einrichtungsleiter (zog sich 2020 nach 24 Jahren aus der Leitungstätigkeit zurück, um sich innerhalb der DRK-Kindertagesstätten wieder mehr den praktischen Aspekten seiner Erziehertätigkeit zu widmen) und seiner nur einen Monat später eingestellten Stellvertreterin Dörte Lorenz-Klose (übernahm von Weber die Einrichtungsleitung) habe das Rote Kreuz überaus kompetente und engagierte Fachkräfte für sich gewinnen können. „Mir ist während meiner bis 2012 gehenden Amtszeit nie zu Ohren gekommen, dass es am Tannenkamp zu atmosphärischen Störungen gekommen ist – weder innerhalb des Kollegiums noch mit den Eltern“, so Brandt.

„Das Flaggschiff“ (Brandt)  DRK-Kindergarten am Tannenkamp habe dem Roten Kreuz im Altkreis Bremervörde viel Renomée eingebracht und sei ein Teil der Basis dafür, dass sich der DRK-Kreisverband Bremervörde derart prosperierend habe entwickeln können.

Nachdem sich Norbert Weber vergangenes Jahr nach 24 Jahren aus fachlichen Gründen aus seiner Leitungsfunktion verabschiedet hatte, um künftig weniger administrativ  zu arbeiten und sich innerhalb des Verbundes der sechs DRK-Kindertagesstätten wieder mehr den praktischen Aspekten seiner Erziehertätigkeit zu widmen - neuromotorische Entwicklungsförderung, Entspannungspädagogik, Hörverarbeitung, Psychomotorik -, wurde Dörte Lorenz-Klose von Geschäftsführer Rolf Eckhoff zur neuen Einrichtungsleiterin ernannt. Genau wie Weber hat die 50-jährige Erzieherin den Werdegang des Kindergartens wesentlich mitgestaltet. „Wir haben im Sommer 1996 mit zwei 25-er Gruppen gestartet. Fast alle Kinder kamen aus Engeo, vereinzelt auch aus Minstedt, Bevern und Spreckens. Und heute kommen teilweise schon deren Kinder zu uns in die Betreuung“, freut sich Lorenz-Klose.

Im Zuge eines Anbaus schon ein Jahr nach der Eröffnung sei eine dritte 25-er Gruppe hinzugekommen, ferner eine Nachmittagsgruppe. Aktuell gebe es wieder eine 25-er Gruppe plus zwei sogenannte Integrationsgruppen (halbtags und ganztags) sowie drei Betreuungskräften.

Stichwort Integrationsgruppen: Sie sind nach den Ausführungen des DRK ein Beispiel dafür, dass die Kita Tannenkamp ab der Jahrtausendwende konzeptionell eine Reihe von Neuerungen auf den Weg gebracht hat. Die „I-Gruppen“ bestehen aus 18 Mädchen und Jungen, von denen vier aufgrund von körperlichen Behinderungen, Entwicklungsverzögerungen oder Sprachproblemen einen erhöhten Förderbedarf aufwiesen und für die die Kita mit externen logopädischen und ergotherapeutischen Fachkräften zusammenarbeite.

Zu den Neuerungen gehörte auch um die Jahrtausendwende herum erstmalig gefeierte Lichterfest (als Alternative zum Laternelaufen), das als Projekt eine mehrwöchige und gruppenübergreifende Vorbereitung durch Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinder beinhaltet und etwas mit Angekommensein im Kindergarten und dem Auffangen von Ängsten zu tun hat.

Das von Norbert Weber (und Hannelore Berdel, Die Börne) entwickelte Projekt Erste Schritte beinhaltet psychomotorische Aspekte und richtet sich an Kinder bis drei Jahre, die die Einrichtung erst künftig besuchen werden - „ein niedrigschwelliges Angebot in unserem Bewegungsraum, mit dem die Mädchen und Jungen sich an unser Haus gewöhnen“, so Lorenz-Klose.

Hinter dem federführend von Britta Schimzack geleiteten Projekt namens Berührung mit Respekt verbergen sich Massagen, die Mütter und Väter  ihren Kindern zuteil werden lassen und die der Bindung zwischen Eltern und Söhnen/Töchtern stärken sollen.

Faustlos (unter anderem Reikya Nessel) nennt sich ein Präventionsprojekt des Heidelberger Präventionszentrum, bei dem es um das Erkennen, Benennen und den Umgang mit Gefühlen geht.

Die 2008 erstmals erfolgte und bis heute gültige Zertifizierung des DRK-Kindergartens zur „Bewegungskita“ durch den Niedersächsischen Turnerbund (NTB) war ein weitere Höhepunkt im 25-jährigen Bestehen der frühkindlichen Bildungsstätte.

Dörte Lorenz-Klose ist ferner qualifizierte Elternbegleiterin und stärkt als solche in dem regelmäßig stattfindenden Elterncafé die Erziehungskompetenzen der Mütter und Väter. 

Auch dem Ende der Kindergartenzeit und der bevorstehenden Schullaufbahn wird in der DRK-Kita Tannenkamp Aufmerksamkeit geschenkt. Jedes Jahr zwischen Ende der Osterferien und Beginn der Sommerferien besuchen die Kinder ihre künftige Schule, machen einen Abstecher zu Polizei, Feuerwehr und DRK-Rettungswache in Bremervörde und sind Darstellerinnen und Darsteller eines Theaterprojektes. Der letzte Tag im DRK-Kindergarten am Tannenkamp endet mit dem traditionellen „Rausschmiss“ auf die Weichbodenmatte. 

Das Foto zeigt Christina Wiebalk, Alena Bartmann, Dominik Löhn, Katharina Wilshusen, Nina Holst (hintere Reihe von links) und in der vorderen Reihe von links Dörte Lorenz-Klose (Einrichtungsleiterin), Marijke Duwald, Kira Fenken, Reikya Nessel , Britta Schimzack, Daniela Böhnke und Andrea Koritke (stellvertretende Einrichtungsleitung).   

„Hilfe frühzeitig in Anspruch nehmen“

Heidi Eilers (rechts, im Bild mit Birte Ahrens) koordiniert die Alzheimer-Selbsthilfegruppe des Roten Kreuzes seit zehn Jahren (Foto: St. Jeschke/DRK)

Welt-Alzheimertag: Heidi Eilers koordiniert Selbsthilfegruppe des DRK seit bereits zehn Jahren 
Bremervörde. Der 1994 ins Leben gerufene Welt-Alzheimertag findet jedes Jahr am 21. September statt. Er wird dazu genutzt, um auf die Situation Betroffener und der sie pflegenden Angehörigen aufmerksam zu machen. So auch vom Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der sich bereits 2005 auf den Weg machte, für die Ostestadt und umliegender Dörfer eine entsprechende Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen (2006 und 2012 kamen weitere in Zeven und Rotenburg dazu), ehrenamtlich tätige Laienhelfer auszubilden und diese anschließend in den Familien einzusetzen.


Von den Laienhelfern sind im Raum Bremervörde mehr als ein Dutzend im Einsatz - allesamt Frauen, die im Regelfall zuvor eine knapp 60-stündige, auf sechs Wochen verteilte Qualifikation durchlaufen haben. Krankheitsbild und -verlauf, gerontologische (alterwissenschaftliche) und rechtliche sowie pflegerische Grundlagen, Therapieformen, Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollstühle oder Rollatoren, Erste Hilfe, Hospitation in stationären und Tagespflegeeinrichtungen - die Ausbildung ist vielfältig.

Die 43-jährige Krankenschwester Heidi Eilers - selbst ausgebildete Laienhelferin -  koordiniert die Bremervörder Gruppe seit mittlerweile zehn Jahren. Ihr zur Seite steht die gleichaltrige Arzthelferin Birte Ahrens. Unter Leitung der beiden Elmerinnen findet im dreiwöchigen Rhythmus mittwochs (DRK-Haus Bremervörde, Großer Platz 12) der Gesprächskreis für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten statt. Dabei haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in ungestörter Atmosphäre mit anderen Betroffenen auszutauschen, sich gegenseitig das Herz auszuschütten oder den Rücken zu stärken und neuen Mut zu fassen. 

Währenddessen kümmern sich speziell für den Umgang mit verhaltensveränderten Menschen geschulte Laienhelfer/innen um die Demenzerkrankten -  unterhalten sich mit Ihnen oder trainieren mit ihnen auf spielerische Art und Weise die Gehirnfunktionen. 

Abseits der Treffen kommen die Laienhelfer/innen auch stundenweise in den betroffenen Familien zum Einsatz. „Was unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit Tragen eines Mund-/Nasenschutzes auch trotz zweier Locksdowns nebst Kontaktbeschränkungen im Rahmen einer Eins-zu-Eins-Betreuung möglich war“, sagt Heidi Eilers. Anfangs seien alle Beteiligten ein bisschen ängstlich oder unsicher im Umgang miteinander gewesen. Im Großen und Ganzen aber sei die Betreuung - unter Einhaltung der Regeln verstehe sich - wie schon zuvor gewohnt weitergegangen. Spätestens seitdem alle Beteiligten die Möglichkeit hätten nutzen können, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. 

„Kontakt haben und als pflegende Angehörige die Erfahrungen des eigenen Alltags mit Anderen in der Gruppe teilen zu können ist in diesen Zeiten schon ein großes Thema“, weiß Heidi Eilers. Deshalb werden sie und Birte Ahrens gerne weiter auf das Angebot ihrer Selbsthilfegruppe hinweisen und sie zu ermuntern, dieses frühzeitig in Anspruch zu nehmen.

Wer Interesse daran hat: Das nächste Treffen der Alzheimer-Selbsthilfegruppe des Roten Kreuzes findet am Mittwoch, 6. Oktober, von 15 bis 17 Uhr im DRK-Haus in Bremervörde statt. Heidi Eilers (04761-9827000) und Birte Ahrens (0172/1723684) bitten um vorherige Anmeldung, um das Treffen pandemiebedingt optimal planen zu können. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

Landrat bescheinigt Rotkreuzlern, „geliefert“ zu haben

Für Präsident Frank Pingel war es „schön, nach nicht ganz einfachen Monaten mal wieder als DRK-Familie zusammenzukommen“ (Foto: St. Jeschke/DRK)

Kreisversammlung des Bremervörder DRK freut sich über scheidenden Landrat als Ehrengast

Brauel/Bremervörde. Für Präsident Frank Pingel war es „schön, nach nicht ganz einfachen Monaten mal wieder als DRK-Familie zusammenzukommen“. Er meinte damit die Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in Brauel, zu der etwas mehr als 40 Delegierte aus 13 (von 16) Ortsvereinen des Roten Kreuzes aus dem Altkreis Bremervörde erschienen waren. 

Ganz besonders freute sich Pingel, neben Zevens Samtgemeindebürgermeister Henning Fricke und Stellvertretender Bürgermeister Hans-Peter Klie auch den am 31. Oktober nach 15 Jahren aus dem Amt scheidenden Landrat Hermann Luttmann als Ehrengast begrüßen zu können. Während dessen Ehefrau Mechthild Ross-Luttmann in ihrer Funktion als stellvertretende DRK-Landesverbandspräsidentin angereist war, um mit Ines Engel und Johann Heins zwei verdiente Präsidiumsmitglieder mit der Verdienstmedaille auszuzeichnen (wir berichteten), nutzte der scheidende Verwaltungschef die Gelegenheit, Dank zu sagen – ganz allgemein und zuallererst genannt der hauptamtliche Rettungsdienst, insbesondere aber auch dem Ehrenamt. 

Genauer: den Bereitschaften und Katastrophenschutzeinheiten, deren führende Vertreter (Andreas Rothgeber, Sven Hagemann, Chris Knoblauch) zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 im Krisenstab des Landkreises über Wochen beziehungsweise Monate wertvolle Arbeit geleistet hätten. Und deren zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die ab Anfang/Mitte Dezember 2020 bei der Her- und Einrichtung sowie dem anschließenden Betrieb des Impfzentrums im ehemaligen Zevener Krankenhaus wichtige Arbeit geleistet und auch die mobilen Impfteams unterstützt hätten. 

„Highlight“, so Luttmann weiter, seien zu Ostern und wenige Woche später die zwei Drive-In-Impf-Termine auf dem Bremervörder Markt- und Messegelände gewesen. Und auch beim Betrieb des dezentralen Impfzentrums in der Oereler Schulsporthalle habe das DRK - vor allem der dortige Ortsverein - „geliefert“. 5.600 ehrenamtlich vom Roten Kreuz erbrachte Einsatzstunden bis Ende April entsprächen nicht weniger als dem Pensum von vier Vollzeitstellen, so Luttmann.

Rund 450 Teil- und Vollzeitstellen (jährlicher Personalaufwand fast 16 Millionen Euro), so führte Geschäftsführer Rolf Eckhoff in seinem Tätigkeitsbericht für 2019 und 2020 aus, umfassten die hauptamtlich betriebenen Aufgabenfelder des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Rund 80 Fachkräfte in den derzeit sechs Kindertagesstätten kümmerten sich um das Wohl von etwas mehr als 430 Mädchen und Jungen. Weitere 50 Schulassistenten/innen des Familienunterstützenden Dienstes (FuD) ermöglichten Kinder mit Handicap den Besuch einer Regelschule. 165 Rettungsdienstbeschäftigte stellten sicher, dass die neun über den Landkreis Rotenburg verteilte Rettungswachen an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt seien.

Während diverse Arbeitsbereiche wie die Altkleidersammlung, die Kleidershops in Bremervörde und Zeven oder die Erste-Hilfe-Kurse während der mehrmonatigen coronabedingten Lockdowns zum Erliegen kamen oder erheblichen Einschränkungen unterlegen waren, profitierte das „Sorgenkind“ Essen auf Rädern (Auflieferung von Warm- und Tiefkühlessen). Der Menüservice arbeite laut Eckhoff zwar nach wie vor nicht kostendeckend, jedoch seien die Umsätze für den Bereich Bremervörde leicht und in der Region Zeven sogar stark gestiegen. 

Der DRK-Geschäftsführer führt das Umsatz-Plus auf die zeitweise Schließung der Tagespflegen während der Pandemie zurück, so auch die vom DRK beziehungsweise von der Tochterorganisation Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle betriebenen Einrichtungen in Oerel und Bevern.

Kontinuierlicher Nachfrage erfreut sich seit Jahren schon die DRK-Servicedienstleistung Hausnotruf. 362 im Altkreis Bremervörde angeschlossene Geräte registrierte Eckhoff, was einem Plus von 20 Anschlüssen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Unterm Strich, das ließ Eckhoff die Delegierten wissen, habe der DRK-Kreisverband Bremervörde seine Bilanzsumme 2019 gegenüber 2018 um 671.000 auf jetzt 12,1 Millionen Euro steigern können und über eine Eigenkapitalquote von 75 Prozent verfügt. Die Bilanz für 2019 weise nach Bildung einer freien Rücklage (42.000 Euro) sowie einer Rücklage für Betreutes Wohnen (310.000 Euro) einen Gewinn in Höhe von 321,73 Euro aus.

Der scheidende Schatzmeister Johann Heins trug als seine letzte Amtshandlung auszugsweise aus dem mehr als 100 Seiten umfassenden Prüfbericht des übergeordneten DRK-Landesverbandes vor und bescheinigte den Bremervörder Rotkreuzlern, „hervorragend aufgestellt“ zu sein. Alexander Freiherr von Hammerstein (Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Gyhum) beantragte die Entlastung des Präsidiums. Und die wurde kraft einstimmigen Votums der Delegierten vollzogen. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

Anderen das Gefühl der Hilflosigkeit ersparen

DRK-Erste-Hilfe-Ausbilder Steven Mahler (Foto: St. Jeschke/DRK)

Welt-Erste-Hilfe-Tag: DRK-Rettungsdienstmitarbeiter Steven Mahler engagiert sich auch ehrenamtlich

Bremervörde. Alle wissen es: Bei Rettungseinsätzen zählt jede Minute. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Ersthelfende und Rettungskräfte bei ihrem Einsatz durch Schaulustige behindert werden. Das kann Steven Mahler, hauptamtlicher Rettungssanitäter und ehrenamtlicher Erste-Hilfe-Ausbilder beim DRK-Kreisverband Bremervörde, anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am Samstag, 11. September (diesjähriges Motto: „Helfen statt Gaffen“), bestätigen.

„Es ist zum Glück nicht bei jedem Einsatz so, aber meine Beobachtung ist schon: Je mehr Blaulicht an einem Einsatzort zu sehen ist, desto mehr Gaffer finden sich dort ein. Das nimmt zu. Es ist schon nervig, wenn sie lediglich im Weg stehen statt zu helfen, wenn es die Situation erfordert. Wenn dann noch das Fotografieren oder das Filmen dazukommt…“, sagt der 26-jährige Sandbosteler stirnrunzelnd. 

Immerhin: Der Gesetzgeber reagierte nach Darstellung des DRK-Bundesverbandes mittlerweile und ahndet seit Januar unter anderem das Aufnehmen verstorbener Menschen mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.  

Mahler arbeitet seit 2017 hauptamtlich im DRK-Rettungsdienst. 2015 hatte er sich als Ehrenamtlicher zunächst der Bremervörder DRK-Bereitschaft angeschlossen (deren Leiter er mittlerweile ist), 2017 folgte eine 480 Stunden umfassende Sanitäter-Ausbildung (jeweils 160 Stunden Rettungsschule, Klinik und Rettungswache).

Seit drei Jahren betätigt sich Mahler auf Ehrenamtsbasis überdies als Erste-Hilfe-Ausbilder im Roten Kreuz. Seine Motivation speist sich aus einem Ereignis, das sich vor seiner DRK-Zeit ereignete und auf das er nicht gerne zurückblickt: „Den letzten Erste-Hilfe-Kurs hatte ich  – wie so viele – absolviert, als ich den Führerschein machte und das war schon etwas her. Dann fuhr ich auf einen Unfall zu und wusste nicht so recht, wie ich helfen kann“. 

Diese Situation der Hilflosigkeit möchte Mahler anderen gerne ersparen und zeigt den Kursteilnehmenden heute, wie sie im Fall der Fälle als dann fachkundige Laien einfach und effektiv helfen können – „Ehe wir professionelle Rettungskräfte nach erfolgter Alarmierung am Ort des Geschehens eintreffen und die Patientin oder den Patienten übernehmen.“

Auch wenn der heutige Welt-Erste-Hilfe-Tag das Gaffen in den öffentlichen Fokus rückt und auf diese Weise daran erinnern muss, dass dieses Zeitgeist-Phänomen zunehmend eine Behinderung der Arbeit des Rettungsdienstes darstellt: Steven Mahler hat die Entscheidung, den Beruf des Rettungssanitäters zu erlernen, zu keiner Zeit bereut. Er sieht es so: „Schaulustige stellen die Schattenseite dieses Berufes dar. Aber wo Schatten ist, ist auch Licht, viel mehr Licht sogar. Unsere Aufmerksamkeit gilt dem Menschen, der Hilfe braucht.“ (Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

Hohe Auszeichnung für Ines Engel und Johann Heins

Die Geehrten im Bild mit Mechthild Ross-Luttmann (rechts), Frank Pingel (links) und Ingmar Hinners (Mitti) Foto: St. Jeschke/DRK

DRK-Vizepräsidentin und aus dem Amt scheidender Schatzmeister erhalten Verdienstmedaille

Brauel/Bremervörde. Hohe Auszeichnung für Vizepräsidentin Ines Engel und den bei der Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde nicht zur Wiederwahl angetretenen Schatzmeister Johann Heins: Aus den Händen von Mechthild Ross-Luttmann (Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen) erhielten sie für besondere Verdienste um das Rote Kreuz die Verdienstmedaille des Landesverbandes überreicht. 

Zu den ersten Gratulanten gehörten Präsident Frank Pingel und der einstimmig zu Heins‘ Nachfolger gewählte Ingmar Hinners. Ebenfalls einstimmig gewählt: Chris Knoblauch, Hinners‘ Nachfolger auf dem Posten des zweiten stellvertretenden Präsidenten.

Ines Engel standen die Überraschung und Freude über die Ehrung ins Gesicht geschrieben. Engel trat - geprägt durch  ihre Großmutter (eine ehemalige Rotkreuzschwester und -helferin) - bereits als Sechsjährige 1985 dem Tarmstedter Jugendrotkreuz (JRK) bei, leitete dies später, begann parallel ab ihrem 16. Lebensjahr sich als ehrenamtliche Bereitschaftssanitäterin zu betätigen und war fortan ein wichtiges Bindeglied zwischen den JRK-Gruppen und der örtlichen DRK-Bereitschaft. 

Die Interessen auch anderen DRK-Ortsvereinen angegliederter JRK-Gruppen vertrat Engel zwischen 2005 und 2011 für zwei Amtszeiten als JRK-Kreisleitung im Vorstand des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Nach einjähriger Auszeit kandidierte sie 2012 gerade 32-jährig erstmalig als stellvertretende Präsidentin - ein Amt, das sie bis heute innehat.

Seit November 2014 gehört Engel als stellvertretendes Mitglied dem DRK-Landesverbandsrat an und ist überdies ständiges Mitglied im DRK-Landesausschusses für Wohlfahrts- und Sozialarbeit, den sie auf Ebenen sowohl des ehemaligen DRK-Bezirkes Stade als auch des DRK-Kreisverbandes Bremervörde koordiniert. Besonderen Ehrgeiz legt Ines Engel auch bei der Förderung der Blutspende an den Tag. 

Als Blutspender und über seine Ehefrau Annegret, die bereits seit 1999 in dem DRK-Ortsverein Selsingen die Kasse führt, pflegte Johann Heins schon weit vor seiner erstmaligen Schatzmeister-Kandidatur 2008 eine enge Verbundenheit zum Deutschen Roten Kreuz. Als wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich eng vernetzte Person des öffentlichen Lebens nahm der Vorstandssprecher der Zevener Volksbank i. R. wahr, dass der DRK-Kreisverband Bremervörde seit Mitte der 1990er Jahre seine Aufgabenfelder stetig weiterentwickelte. 

Die Möglichkeit, über eine gut positionierte Hilfsorganisation daran mitzuwirken, die gesellschaftliche Entwicklung im Sinne der Menschen seiner Heimatregion voranzubringen oder bestehende Angebote zu sichern, machten für ihn den Reiz aus, sich ehrenamtlich zu engagieren. 

Unter anderem die Übernahme des Betriebes der Mehrgenerationenhäuser in Zeven und Oerel, zusätzlich dreier Kindertagesstätten, zeitlich begrenzt (2015/2016) zweier Flüchtlingsnotunterkünfte für zusammen knapp 2.000 Menschen und die Eröffnung zweier Tagespflegen mit benachbartem Betreuten Wohnen fallen in die Amtszeit Johann Heins‘. Sein wirtschaftliches Urteilsvermögen und unternehmerische Weitsicht bestätigten die erfolgreiche Strategie des Präsidiums und der Geschäftsführung in puncto Organisationsentwicklung. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

Kaum ein Thema, das sie nicht kennt

Ulrike Blank (Foto: St. Jeschke/DRK)

Allrounderin“ Ulrike Blank begeht 30-jähriges Dienstjubiläum beim Deutschen Roten Kreuz

Bremervörde. Hausnotruf, Kindertagesstätten, Betreutes Wohnen und Begleitetes Reisen: Kaum jemand beim DRK-Kreisverband Bremervörde kennt sich bei diesen Themen besser aus als Ulrike Blank. Geschäftsführung und Kollegium gratulierten ihr jetzt zu ihrem 30-jährigen Dienstjubiläum. 

Die 53-jährige gebürtige Bremervörderin, die mit ihrer Familie in Bevern lebt, ist die zweitdienstälteste Mitarbeiterin der Rotkreuz-Geschäftsstelle am Großen Platz in Bremervörde und wird für ihre Loyalität, Treue und Verbundenheit zum DRK geschätzt. 

Eben dort absolvierte sie 1986 und 1987 im Anschluss an die einjährige Höhere Handelsschule auch ihre zweijährige Berufsausbildung zur Bürokauffrau. Nachdem sie bei einem anderen Arbeitgeber weitere Berufserfahrung sammeln konnte, kehrte Blank 1991 zum Roten Kreuz zurück, um sich fortan zunächst der Sachbearbeitung der Bereiche Sekretariat, Essen auf Rädern, Blutspenden und Altkleidersammlungen zu widmen. 

Große Verdienste erwarb sie im gleichen Jahr und bis heute bei der Etablierung, Fortentwicklung und Vermittlung des Erfolgsmodells Hausnotruf als DRK-Dienstleistung. Und Ulrike Blank erweist sich nach wie vor als Allrounderin, denn parallel zeichnet sie - wie eingangs erwähnt - für die Bearbeitung der Bereiche Kindertagesstätten (das DRK betreibt derzeit sechs Einrichtungen in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt), Betreutes Wohnen (Bremervörde, Oerel, Bevern, Zeven) und Begleitetes Reisen verantwortlich. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

"Für das Rote Kreuz ein Glücksgriff"

Dienstälteste Kindertagesstätten-Fachkräfte des DRK begehen 25-jähriges Dienstjubiläum

Bremervörde. Der DRK-Kindergarten in der Straße Am Tannenkamp in Bremervörde nahm vor 25 Jahren seinen Betrieb auf. Deren Leiterin, Dörte Lorenz-Klose, war von Beginn an dabei und beging jüngst - wie ihr Vorgänger Norbert Weber einen Monat zuvor - ihr Dienstjubiläum. 

Mit gerade einmal einer Handvoll Erzieherinnen und Erzieher und rund 50 Mädchen und Jungen stieg das hiesige Rote Kreuz vor einem Vierteljahrhundert im Stadtteil Engeo auf dem ehemals zum Freibad gehörenden Grundstück und darauf errichteter Immobilie in das Aufgabenfeld Kinderbetreuung ein. Der staatlich geprüfte Erzieher und gebürtige Hamburger Norbert Weber war damals einer der ersten männlichen Kindergartenleiter in der Region, wenn nicht sogar der erste überhaupt. Zu seiner Stellvertreterin beriefen die DRK-Verantwortlichen Dörte Lorenz-Klose, die ihre Ausbildung in Schwerin absolviert hatte. 

Nach 24 Jahren partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf Augenhöhe übernahm Lorenz-Klose im Spätsommer 2020 von Weber die Leitung der Einrichtung, die seit 2010 übrigens vom Niedersächsischen Turnerbund (NTB) als Bewegungskindergarten zertifiziert ist. Weber hatte sich aus fachlichen und persönlichen Gründen dazu entschlossen, künftig weniger administrativ arbeiten zu wollen und sich innerhalb der mittlerweile sechs Kindertagesstätten des DRK-Kreisverbandes Bremervörde wieder mehr den praktischen Aspekten seiner Erziehungstätigkeit zu widmen: neuromotorische Entwicklungsförderung, Entspannungspädagogik, Hörverarbeitung, Psychomotorik - in zahlreichen Fortbildungen erworbenes Wissen, das jetzt allen Kindertageseinrichtungen des DRK zugute kommt und auch den vielen anderen pädagogischen Fachkräften zugänglich gemacht wird. 

Denn mittlerweile ist aus der Kinderbetreuung neben dem Rettungsdienst ein Hauptaufgabenfeld des hiesigen Roten Kreuzes geworden. Annähernd 500 Mädchen und Jungen werden in den derzeit sechs Tagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt (wird gerade erweitert) von mehr als 70 Fachkräften betreut. Eine Entwicklung, die Geschäftsführer Rolf Eckhoff freudig stimmt und für ihn Bestätigung sei, dass das DRK als Träger der Einrichtungen mit Blick auch auf das Qualitätsmanagement und eigener Fachberatung hochwertig arbeite und seinen Job ganz im Sinne einer frühkindlichen Förderung gut mache. 

Mit Blick auf seine zwei dienstältesten Kita-Fachkräfte sagt Eckhoff: „Für das DRK sind sie als fachlich versierte Mitarbeiter ein Glücksgriff. Die Verantwortlichen lagen bei ihrer Auswahl damals absolut richtig. Es ist spürbar, dass Norbert Weber und Dörte Lorenz-Klose ihren Beruf sprichwörtlich als Berufung verstehen. Davon profitieren außer dem Team auch die Kinder und deren Eltern“, ist Eckhoff überzeugt. (Text/Fotos: St. Jeschke/DRK)

Der Brand und die Folgen: Wie geht es weiter?

Nach dem Brand in der DRK-Kita Hollandhaus in Zeven fragen sich vor allem Mütter und Väter der dort betreuten Kinder: Wie geht es jetzt weiter? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen lesen Sie in dem Elternbrief vom 18. August hier. (Foto: St. Jeschke/DRK)

So könnte eine Container Kita aussehen:

Druckfrische DRK-Zeitung - hier zum online Nachlesen

Titelfoto: Gero Breloer/DRK

Druckfrisch: Die neueste und an mehr als 40.000 Haushalte im Altkreis Bremervörde verteilte Ausgabe der "Wir vom DRK"-Zeitschrift (Titelfoto: Gero Breloer/DRK), die auf die Aktivitäten des DRK-Kreisverbandes Bremervörde e. V. in der ersten Jahreshälfte 2021 zurückblickt und Wissenswertes aus Gegenwart und Zukunft zum Lesen bereithält. Hier auch die Online-Ausgabe.

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich die Ausgabe mit den Aktivitäten vor allem der ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Roten Kreuzes in dem vom Landkreis Rotenburg (Wümme) betriebenen zentralen Impfzentrum in Zeven und den im Auftrag der Kreisverwaltung in Dienst genommenen Testzentren in Bremervörde, Zeven, Tarmstedt und Sittensen, die Stand jetzt (Juli 2021) entsprechend niedriger Inzidenzen lediglich noch dem Bedarf angepasst arbeiten oder - wie in Sittensen und Zeven - aktuell geschlossen sind. Darüber hinaus berichtet die Zeitung über eine erfreuliche Tendenz im ambulanten Pflegedienst der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle (eine Tochterorganisation des DRK-Kreisverbandes Bremervörde), deren Mitarbeiterinnen sich über den Zuwachs an männlichen Kollegen in der Frauendomäne Pflege freuen. Weiter im Blickpunkt der Berichterstattung: Die Ausweitung der Kommunikation des hiesigen DRK ihren Social-Media-Kanälen und eine Würdigung der Tätigkeit des langjährigen Rettungsdienstmitarbeiters und DRK-Urgesteins Jan-Axel Munke, der sich zum 1. Juli nach knapp viereinhalb Jahrzehnten haupt- und ehrenamtlicher Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet hat. Und vieles mehr... (Text: St. Jeschke/DRK)

Viel Lob von Landesvater Stephan Weil

Zeven. Vergangenes Wochenende besuchte Niedersachsens Landesvater, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), den Wahlkreis seiner Parteifreundin Petra Tiemann (MdL, Kutenholz). Genauer: die Freiwillige Feuerwehr Zeven (Schwerpunktfeuerwehr) und die Zevener DRK-Bereitschaft um deren Leiter Chris Knoblauch. 

Als Rotkreuz-Vertreter überdies bei dem Ortstermin in der Zevener Böttcherstraße zugegen waren Präsident Frank Pingel, Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber und Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff sowie weitere Leitungskräfte aus den Bereitschaften Bremervörde und Tarmstedt. 

Weil nutzte die Gelegenheit, um den ehrenamtlich tätigen Einsatzkräften beider Organisationen seinen ausdrücklichen Dank für die unter erschwerten Bedingungen erbrachte Arbeit in der und gegen die Pandemie zu überbringen. Knoblauch und Rothgeber (sowie der bei dem Termin nicht anwesende Katastrophenschutzbeauftragte Sven Hagemann) etwa vertraten das DRK vergangenes Jahr zu Beginn der Pandemie im Krisenstab des Landkreises Rotenburg über Wochen und Monate (Knoblauch). Knoblauch war es (als Abgesandter der Bundeswehr) auch, unter dessen Führung ab Ende November/Anfang Dezember 2020 das zentrale Impfzentrum der Kreisverwaltung im ehemaligen Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven aufgebaut und in Betrieb genommen wurde. 

Ergänzend dazu betrieben die DRK-Bereitschaften Zeven, Bremervörde und Tarmstedt (später als Unterstützung auch in Sittensen) ab dem Frühjahr an ihren Standorten Testzentren zur Durchführung der sogenannten Corona-Bürgertests und führten Mitte März in Unterstützung des Landkreises Rotenburg als eine der bundesweit ersten Einsatzeinheiten überhaupt eine Drive-in-Impfung auf dem Markt- und Messegelände in Bremervörde durch. Knapp 500 Frauen und Männern aus der Stadt Bremervörde und zugehöriger Dörfer wurden seinerzeit an einem einzigen Tag die Erstimpfung verabreicht.  (Text/Fotos: St. Jeschke/DRK)

„Ich dachte mir: warum eigentlich nicht?“

Foto: St. Jeschke/DRK

Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle freut sich über Zuwachs männlicher Kollegen

Bremervörde. Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass der Anteil männlicher Arbeitnehmer in der Altenpflege vergangenes Jahr 16 Prozent betrug. Der ambulante Pflegedienst der Sozialstation Bremervörde-Geestequelle lag mit etwas mehr als 17 Prozent sogar darüber – sehr zur Freude von Pflegedienstleitung Maria Kotthoff-Pieper und ihrer Stellvertreterin Sabrina Surau.

Lange Zeit war Hans-Heinrich Witz Einzelkämpfer in der Frauendomäne Pflege. Bereits seit Frühjahr 1991 ist der gelernte Krankenpfleger und dienstälteste Mitarbeiter ambulant für die Sozial- und Pflegestation unterwegs und war die meiste Zeit „Hahn im Korb“. Die Altenpflege-Auszubildenden Sebastian Bahr und Tim Süß, Pflegehelfer André Krüger sowie Praktikant Khaled Tokaj haben die Männerquote in den zurückliegenden Jahren jedoch gleich um ein Vielfaches gesteigert.  

„Wir begrüßen diese Entwicklung gesellschaftspolitisch sehr, haben aber auch als Einrichtung einen eigenen, konkreten Nutzen davon“, freut sich Maria Kotthoff-Pieper. „Unsere Kolleginnen und Kollegen bilden einen Querschnitt der Arbeitsgesellschaft – weiblich, männlich, jung, erfahren… - Vielfalt ist positiv, weil alle voneinander viele unterschiedliche Dinge lernen und Erfahrungen mitnehmen oder gegenseitig ihr Potenzial erweitern. Und haben Männer und Frauen unterschiedliche Kommunikationsstile, die gut miteinander harmonieren“, so die Pflegedienstleitung weiter.

So unterschiedlich die Charaktere, so individueller deren Zugang in den Pflegeberuf. Sebastian Bahr (35 Jahre alt) arbeitete bis zu einem Arbeitsunfall in einer Autowerkstatt, Tim Süß (23) verdiente sich seine beruflichen ersten Sporen familiärbedingt in der Landwirtschaft beziehungsweise im Zimmermannshandwerk. Beide stehen unmittelbar vor Abschluss ihrer Ausbildung zum Altenpfleger und freuen sich auf eine anschließende Weiterbeschäftigung. 

Pflegehelfer André Krüger (43) ist gelernter Lagerlogistiker, war zuletzt im Straßenbau tätig und beginnt zum 1. August eine dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann. Khaled Tokaj (36) kam vor fünf Jahren als Bürgerkriegsflüchtling nach Deutschland. Seine in seinem Heimatland Syrien absovierte Ausbildung und neunjährige Berufserfahrung als Röntgenassistent in einem Krankenhaus fand hierzulande keine Anerkennung. So entschied er sich vergangenes Jahr zu einem Pflegepraktikum in der Sozial- und Pflegestation und startet zum 1. September eine zweijährige Ausbildung zum Pflegeassistenten.

Der Wechsel aus einem typischen Männerberuf in eine klar von Frauen geprägte Tätigkeit war für Sebastian Bahr anfangs „komisch“. „Aber dann dachte ich mir: warum nicht?“. Krüger, dessen Frau ebenfalls in der Pflege tätig und der seit kurzem Vater ist, sieht sein persönliches Optimum an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem Job am Wohnort gewährleistet und findet es für sich bereichernd, einer sozialen Tätigkeit nachzugehen. Tim Süß findet das Arbeitsklima in der am Huddelberg in Bremervörde beheimateten Sozial- und Pflegestation „einfach nur herzlich“. Und Khaled Tokaj hat schon das nächste Ziel vor Augen: Der Beginn der Ausbildung zum Pflegefachmann ab Herbst 2023. (Text/Fotos: St. Jeschke/DRK)

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht

Verabschiedete sich vor kurzem in den Ruhestand: Rotkreuz-Urgestein und Rettungsdienstmitarbeiter Jan-Axel Munke aus Horstedt (Foto: St. Jeschke / DRK Bremervörde)

Rettungsdienstmitarbeiter Jan-Axel Munke in den Ruhestand verabschiedet

Rotenburg/Horstedt. Mit Rettungsassistent Jan-Axel Munke verabschiedete sich zum 1. Juli ein Urgestein des Roten Kreuzes in den Ruhestand: Jan-Axel Munke. Über das Jugendrotkreuz, die Bereitschaft und den einst ebenfalls ehrenamtlichen Teil des Rettungsdienstes (ab 1974) führte der Weg des 64-jährigen Horstedters 1986 schließlich ins Hauptamt.

Und dort war er 35 Jahre lang tätig, seit 1989 übrigens als Lehrrettungsassistent und Praxisanleiter für junge Rettungsdienst-Auszubildende. Vom Lehren versteht Munke auch allerhand, denn eigentlich wollte er als Gymnasial-Pädagoge arbeiten und studierte dafür  zwischen 1977 und 1982 in Braunschweig Politik- und Geschichtswissenschaften. 

Der Arbeitsmarkt gab für Lehrkräfte Anfang der 1980er Jahre dem Vernehmen nach aber nicht so viel her, sodass sich  der gebürtige Otterndorfer (Landkreis Cuxhaven) schließlich dazu entschied, das Angebot des Roten Kreuzes anzunehmen und fortan haupt- statt ehrenamtlich im Rettungsdienst im Südkreis tätig zu sein.

„Ich konnte meine Leidenschaft zum Beruf machen“, sagt Munke, der sich „im DRK immer wohl gefühlt“ habe. Er habe elterlicherseits eine Prägung erfahren. Sein Vater, ebenfalls Pädagoge, hob den DRK-Ortsverein Horstedt 1964 aus der Taufe, saß diesem anschließend vor und engagierte sich über Jahrzehnte in ihm. Munke junior erklomm von klein auf an die Rot-Kreuz-Karriereleiter – „Jugendrotkreuz, Jugendrotkreuzleiter, Bereitschaft, Bereitschaftsleiter, ehrenamtlicher Rettungsdienstler - ich war von der Institution Rotes Kreuz überzeugt und stehe nach wie vor dazu“, so Munke, einstiges Mitglied im Vorstand des DRK-Kreisverbandes Rotenburg (Vertreter der Ortsvereine).

Er will nicht ausschließen, sich erneut - in welcher Funktion auch immer – ehrenamtlich im DRK zu engagieren. Für den Moment aber heißt es erstmal Abstand zu gewinnen vom Berufsleben und im Ruhestand anzukommen. „Mehr Zeit für die Familie, Reisen, im Garten arbeiten - das übliche halt. Aber eine Kreuzfahrt unternehme ich nicht. Und ich kaufe mir auch keine Wohnmobil. Ab und zu mal bei den ehemaligen Kollegen vorbeischauen und einen Kaffee trinken…“ (Text: St. Jeschke/DRK)

Zu Hause sowohl im DRK als auch in der DLRG

Erik Ferber (Foto: St. Jeschke/DRK)

Bremervörde. Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben in Bremervörde viele gemeinsame Berührungspunkte. Einer, der sich in beiden Hilfsorganisationen zu Hause fühlt, ist der 40-jährige Nieder Ochtenhausener Erik Ferber. Aufgabenschwerpunkt seines ehrenamtlichen Engagements ist derzeit die Arbeit in dem vom DRK betriebenen (und von der DLRG dabei unterstützten) Corona-Testzentrum im Solferino-Haus in der Gutenbergstraße 2.

Schon vor der Pandemie ergänzten sich DRK und DLRG bei dem schon bald ein Jahrzehnt für Kinder und Jugendliche mit Handicap angebotenen Inklusionsprojekt „Schwimmen inklusiv(e)“ im Bremervörder Familienbad Delphino sowie auf gemeinsamen Sanitätsdiensten, etwa bei den 2013 aus der Taufe gehobenen Seefesten oder anlässlich von Konzerten auf der Seebühne. Und auch in Zeiten der Fluchtmigration 2015/2016 arbeiteten Rotes Kreuz und Wasserretter mit Blick auf den Betrieb der Notunterkünfte Schwanewede und Visselhövede zusammen. 

Ferber, dessen DLRG-Laufbahn im Kindesalter vor mehr als drei Jahrzehnten mit einem Schwimmkurs seinen Anfang nahm (mittlerweile ist er Träger des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens Gold), zeichnete 2015/2016 wie heute für die Dienst- und Einsatzplanung verantwortlich. Als Technischer Leiter Wasserrettung ist er kraft dieses Amtes Vorstandsmitglied in der DLRG-Ortsgruppe Bremervörde und Bootsführer mit Lizenz sowohl für Binnen- als auch Seegewässer.

Zum DRK stieß Ferber vor sechs Jahren – „ursprünglich mit dem Gedanken, mehr sanitätsdienstliche Aufgaben übernehmen zu können“, sagt Ferber, der nach seiner Helfergrundausbildung in der Bremervörder DRK-Bereitschaft das Amt des Beauftragten für das Medizinproduktegesetz (MPG) übernahm. In dieser Funktion ist Ferber für die Instandhaltung beziehungsweise die Einhaltung der Wartungsintervalle der Gerätschaften sowie deren Einsatzbereitstellung zuständig. Und mittlerweile hat Ferber auch hauptamtlich im DRK Fuß gefasst, arbeitet als Rettungssanitäter beim Stader Roten Kreuz und bereitet sich gerade auf seine Abschlussprüfung zum Notfallsanitäter vor.

Seine freie Zeit fürs Ehrenamt will also gut organisiert sein. Was ihn dazu motiviert: „Ich bin noch nie Stubenhocker gewesen. Bei meinem Hobby macht es mir Spaß, mich mit vielen unterschiedlichen Leuten austauschen zu können, neu dazugekommenen etwas beizubringen und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln.“

Ihn, Ferber, freue, dass das Ehrenamt in der seit mehr als einem Jahr anhaltenden Pandemie nach seiner Wahrnehmung „einen superhohen Stellenwert“ von ohnehin schon gesellschaftlicher Relevanz erreicht habe und DRK und DLRG mit Blick auf die gemeinsame Arbeit im Testzentrum „richtig gut zusammengewachsen“ seien. „Viele unterschiedliche Leute, die aber alle das gleiche Ziel haben: dafür zu sorgen, dass die Menschen sich ein Stück sicherer fühlen und das hoffentlich gute Gefühl haben, dass jemand etwas tut“, sagt Ferber.

Und das im Prinzip jeden Tag, auch an Wochenenden und Feiertagen. Getestet wird per Abstrich im vorderen Nasenbereich. Über www.test-brv.de können Interessierte vorab einen Termin buchen, haben im Testzentrum in der Gutenbergstraße dementsprechend keine Wartezeiten und können sich direkt im Anschluss an den Test wieder auf die Socken machen, denn das Testergebnis kommt circa 20 Minuten später per verschlüsselter E-Mail direkt aufs Smartphone.

Um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, sich kostenlos testen zu lassen, wirbt das Rote Kreuz in der Bevölkerung um ehrenamtliche Unterstützung. Wenige Stunden pro Woche wären laut DRK-Verantwortliche schon eine Hilfe. (Text/Fotos: St. Jeschke/DRK) Weitere Infos: www.testhelfer.de

Testhelfer/innen gesucht

Foto (Hintergrund): Gero Breloer/DRK

Bremervörde/Zeven/Tarmstedt. Im Auftrag des Gesundheitsamts führen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus den Bereitschaften der DRK-Ortsvereine/des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt Corona-Schnelltests durch. Gerne würde das Rote Kreuz die Anzahl der Testtermine erhöhen, um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, sich kostenlos testen zu lassen. Dafür wird in der Bevölkerung um ehrenamtliche Unterstützung geworben. Wer sich für die Aufgabe interessiert und ein paar Stunden seiner Freizeit entbehren kann, erfährt hier Näheres und hat die Möglichkeit, mit der Einsatzführung in Kontakt zu treten. (Text: St. Jeschke/DRK)

DRK-Einsatzkräfte testen ehrenamtlich

Auch DRK-Ehrenamtliche führen an den Standorten Bremervörde, Zeven und Tarmstedt jetzt sogenannte Corona-Schnelltest durch (Foto: St. Jesschke/DRK)

Auch das Rote Kreuz bietet kostenlose Bürgertests in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt  

Bremervörde. Die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Altkreis Bremervörde bieten DRK-Mitgliedern (und selbstredend auch Nichtmitgliedern) den Besuch ihrer aktuell drei Corona-Testzentren auf. Die ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte stehen an den Standorten Bremervörde (Solferino-Haus, Gutenbergstraße 2), Zeven (DRK-Haus, Godenstedter Straße 59) und Tarmstedt (DRK-Haus, Bahnhofstraße 8a, Drive-In-Verfahren) ab Montag zum einmal wöchentlich kostenlosen Bürgertest bereit.

Und zwar werktags ab dem späten Nachmittag (voraussichtlich ab 17 bis 20 Uhr) und am Wochenende von vormittags bis in die Nachmittagsstunden (voraussichtlich von 10 bis 16 Uhr) - je nach Nachfrage (und in Bremervörde mittwochs anstelle vom DRK durchgeführt durch die örtliche DLRG-Ortsgruppe). Nähere Informationen sind online bei der Anmeldung einsehbar. 

Das DRK weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass der Antigen-Schnelltest (Abstrich aus dem vorderen Rachen- oder Nasenbereich) eine Online-Terminbuchung erfordert. Diese ist über die Startseite der Homepage des DRK-Kreisverbandes Bremervörde (www.drk-bremervoerde.de) möglich. 

Wie eingangs erwähnt, ist der kostenlose Bürgertest einmal pro Woche pro Person möglich und erfordere eine Terminbuchung. Diese werde per E-Mail bestätigt und das Testergebnis an diese Adresse versandt (verschlüsselt). Ein Warten auf das Testergebnis vor Ort sei somit nicht erforderlich.

Personen, die sich für einen Test haben registrieren lassen, den gebuchten Termin anschließend jedoch nicht wahrnehmen können, werden vom DRK eindringlich gebeten, diesen rechtzeitig zu stornieren, um ihn für andere Bürger wieder freizugeben. 
Das DRK weist abschließend darauf hin, dass es sich bei Covid-19 um eine selbstredend meldepflichtige Krankheit handele, sodass positive Testergebnisse dem Gesundheitsamt übermittelt werden müssten.

Von Besuchern zum Test mitzubringen beziehungsweise zu beachten:
 
- Lichtbildausweis (und nach Möglichkeit die ausgedruckte und unterschriebene Einverständniser- 
   klärung, die über einen Link in der Bestätigungsmail abrufbar ist)
- die Hygienevorschriften sowie die bekannten Verhaltensregeln
- das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung

(Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

„Wir wollen ja, aber wir können uns nicht zerreißen“

DRK-Mitarbeiterin Nadja Möck hofft, dass das Rote Kreuz den Bedarf an Plätzen in den Erste-Hilfe-Kursen bald in stärkerem Maße abdecken kann als gegenwärtig (Archivfoto: St. Jeschke/DRK)

Kurs-Kapazitäten Erst Hilfe pandemiebedingt begrenzt: Rotes Kreuz wirbt um Verständnis

Bremervörde. Die Nachfrage nach Erste-Hilfe-Kursen insbesondere unter Führerscheinanwärtern ist groß. Das Rote Kreuz kann diesen Bedarf pandemiebedingt derzeit nur in eingeschränktem Maße abdecken. „Wir wollen ja und würden auch liebend gerne ausbilden, aber wir können uns nicht zerreißen“, wirbt Nadja Möck um Verständnis bei denjenigen, denen bislang kein Platz in den bis Mitte/Ende Mai ausgebuchten Kursen angeboten werden konnte.

Als hauptamtlich beim DRK-Kreisverband Bremervörde beschäftigte Sachbearbeiterin (mittlerweile im Mutterschutz) für die Erste-Hilfe-Ausbildung sind ihr Unmutsbekundungen unfreiwillig verhinderter Kursteilnehmer durchaus vertraut. „Kann ich absolut nachvollziehen, aber uns sind die Hände gebunden“, so Möck. Ihr tut es vernehmbar leid, dass sie sogar bereits zugesagte Plätze wieder von den Teilnehmerlisten streichen musste – und zwar seit dem 15. März, als eine kurzfristig verabschiedete Arbeitsschutzverordnung in Kraft trat. 

Diese besagt, so Möck, dass zusätzlich zur Einhaltung der Mindestabstände und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch zehn Quadratmeter Platz pro Lehrgangsteilnehmer und Kursleitung verpflichtend vorgehalten werden müssten.
 
„Je nach Größe unserer unterschiedlich großen Lehrgangssäle können wir diese Kurse gegenwärtig mit nicht mehr als vier bis sieben Teilnehmern durchführen statt der vor Ausbruch der Pandemie üblichen 15 bis 16.“ 

Möck sagt, zu dieser Problematik hinzu komme, dass die von der Berufsgenossenschaft (gesetzlicher Unfallversicherer) als verpflichtend angeordnete Ausbildung beziehungsweise Schulung betrieblicher Ersthelfer gegenüber der von Führerscheinanwärtern Vorrang genieße. 

Wie die DRK-Mitarbeiterin weiter ausführt, werde ihr in jüngster Zeit immer öfter der Vorschlag gemacht, Erste-Hilfe-Lehrgänge doch im Online-Modus anzubieten. „Das würde dem Qualitätsanspruch unserer Ausbildung nicht gerecht werden, weil die Herz-Lungen-Wiederbelebung und die Versorgung stark blutender Wunden den Schwerpunkt der Ausbildung darstellen. Wie sollte das online funktionieren – durch das Herumdrücken auf der Computertastatur?“, fragt sich Möck.

Sie hofft, dass der Impfprozess weiter an Tempo zulegt und mit zunehmender Immunisierung der Bevölkerung gegen das Covid-19-Virus mehr und mehr Lockerungen eintreten, sodass sich auch die Erste-Hilfe-Ausbildung Schritt für Schritt wieder hin in Richtung eines Normalzustandes bewegen – „und wir ab Juni oder Juli vielleicht wieder mehr Interessierten als gegenwärtig die Teilnahme an unseren Lehrgängen ermöglichen können.

Wer das Rote Kreuz dabei unterstützen möchte, der Bevölkerung Kenntnisse in Erster Hilfe zu vermitteln und Interesse an einer entsprechenden Ausbildung hat, der erhält nähere Informationen bei DRK-Sachbearbeiterin Astrid Abel (04761-9937-25, a.abel@drk-bremervoerde.de)

(Text/Foto: St. Jeschke/DRK)

Gute Nachrichten für pflegende Angehörige

Pflegedienstleiterin Doris Blank (rechts) und ihr Team freuen sich über die bevorstehende Erweiterung der Kapazitäten von zwölf auf künftig 15 Tagesgäste (Foto: St. Jeschke/DRK)

Die Tagespflegen in Bevern und Oerel werden Aufnahmekapazität nach Ostern erweitern

Bevern/Oerel. Freude bei den Beschäftigten und der Geschäftsführung, noch mehr Freude vermutlich bei Angehörigen zu pflegender Personen aus Bremervörde und östlich gelegener Dörfer, denn: Die Tagespflege in Bevern hat (genau wie ihr westlich gelegenes Pendant in Oerel) nach Ostern die Möglichkeit, die Anzahl der Tagesgäste von täglich derzeit zwölf auf dann 15 aufzustocken. „Alles natürlich mit behördlicher Genehmigung durch die Heimaufsicht des Landkreises Rotenburg“, versichert Pflegedienstleiterin Doris Blank.

Um der größtmöglichen Anzahl pflegender Angehöriger werktags Entlastung bieten zu können, sieht das Aufstockungskonzept der für 20 Tagesgäste konzipierten Einrichtung in Bevern vor, einem Tagesgast maximal zwei bis drei Tage wöchentlich zum Besuch angedeihen zu lassen. „Nicht einige Wenige sollen von unseren zusätzlich genehmigten Kapazitäten profitieren, sondern möglichst Viele“, erläutert Blanks Stellvertreterin Katy Schröder. Sie freut sich, dass die Auslastung der im Bokeler Ring beheimateten Einrichtung ab April dann von zurzeit 60 auf dann 75 Prozent steigen kann.   

Diese Entwicklungsmöglichkeit blieb der erst im Februar vor einem Jahr ans Netz gegangenen aber bereits sechs Wochen später coronabedingt wieder geschlossenen Bevener Tagespflege bislang verwehrt. „Wir konnten eine Woche nach der Schließung zwar eine Notbetreuung anbieten und im Juni sogar wieder auf zehn Tagesgäste hochfahren, aber mehr als zwölf Tagesgäste waren in der Pandemie bislang nicht möglich“, berichtet Blanks Stellvertreterin Katy Schröder.

Mit spürbaren Folgen für demenzerkrankte Frauen und Männer, die während der Schließung sowieso nicht und danach in lediglich eingeschränktem Umfang das Angebot der Tagespflege in Anspruch nehmen konnten. Und deren soziale Kontakte infolge der Pandemie generell heruntergefahren werden mussten. Das haben die Betreuungskräfte der Tagespflege während ihres im April und Mai vergangenen Jahres angebotenen Besuchdienstes (zwei Stunden pro Woche und Tagesgast) gemerkt. „Durch das Herunterfahren sozialer Kontakte sind die Erkrankungen vorangeschritten und die Alltagskompetenzen haben stark abgebaut - wie man sich anzieht und wie man sich wäscht und kämmt, nachlassendes Durst- und Hungergefühl…“, so Schröder.

Auch für die Angehörigen sei diese Zeit eine große Herausforderung, denn sie hätten während der Schließung ohne eine Chance auf Entlastung im Grunde genommen täglich 24 Stunden für die zu Pflegenden zur Verfügung stehen müssen. Schröder: „Somit gab es für sie in dieser Zeit oftmals keine Möglichkeit, für etwas Entspannung oder um einige alltägliche Sachen in Ruhe zu erledigen.“

Dass sie und ihre Kolleginnen pflegenden Angehörigen die Organisation der Impftermine der Tagesgäste abnehmen und in nicht wenigen Fällen die Fahrt zum Impfzentrum in Zeven sowie die Begleitung der Frauen und Männer dorthin übernehmen konnten: „Freut uns sehr“, sagt Schröder. Neben der hoffentlich eingetretenen Immunisierung wäre das jetzt bevorstehende Aufstocken der Besucherkapazität außerdem ein kleiner Schritt hin zu einer neuen Normalität des Lebens.   

Die Möglichkeit der Erweiterung des Betriebes nach Ostern wird auch Rolf Eckhoff (Geschäftsführer der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle als Trägerin der Tagespflegen Bevern und Oerel) mit Blick auf die Zahlen vermutlich ruhiger schlafen lassen, denn zum 1. April schließt nach jetzigem Stand die Bundesregierung den sogenannten „Pflege-Schutzschirm“ (Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz). Dieser sicherte den Trägern von Pflegeeinrichtungen die Erstattung pandemiebedingter Mehrausgaben oder Mindereinnahmen aus dem Topf der Pflegeversicherung.

Übrigens: Auf Anfrage haben Interessierte die Möglichkeit, die Tagespflegen Bevern und Oerel im Rahmen eines „Schnuppertages“ kennenzulernen. Ansprechpartnerinnen sind Pflegedienstleiterinnen Doris Blank und Agnes Hildebrandt. Zu erreichen ist Blank in Bevern werktags zu den Öffnungszeiten (10 bis 18 Uhr) unter der Rufnummer 04767-333400, Hildebrandt in Oerel zwischen 8.30 und 16.30 Uhr unter der Rufnummer 04765-2050014. Weitere Infos (auch zum ambulanten Pflegedienst): www.sozialstation-bremervoerde.de

(Text: St. Jeschke/DRK)

Premiere: Drive-In-Impfung in Bremervörde

DRK-Einsatzzugleiter Chris Knoblauch: mit der Verlauf der Premiere des Drive-In-Impfens in Bremervörde vollauf zufrieden (Foto: St. Jeschke/DRK)

Rotes Kreuz führt auf Markt- und Messegelände erfolgreich Regie

Bremervörde. Heute wurden auf dem Markt- und Messegelände am Huddelberg in Bremervörde Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die über 80 Jahre alt sind, per Drive-In-Impfung geimpft. 478 Termine wurden vergeben, der gesamte Impfablauf fand im Auto statt. Auf die Beine gestellt hat die ganze Aktion der DRK-Einsatzzug Rotenburg (Wümme), der mit 50 Helfern vor Ort war. Die Terminkoordination lief über die Stadt Bremervörde, geimpft haben die mobilen Teams des Impfzentrums.

Die Einsatzleitung lag beim DRK-Einsatzzug Rotenburg (Wümme), unterstützt haben die Impfaktion ehrenamtliche Helfer der DLRG Bremervörde und der Freiwilligen Feuerwehr Bremervörde. „Ohne die ganzen ehrenamtlichen Helfer wäre das gar nicht zu schaffen gewesen.", erklärt Chris Knoblauch, der das Drive-In-Impfen begleitet. Er selber tritt in den nächsten Tagen wieder seinen Dienst bei der Bundeswehr an, hat aber in seiner Funktion als Leiter des Impfzentrums, die er bis zur letzten Woche innehatte, die dezentralen Impfungen im Landkreis initiiert. Als Zugführer des DRK-Einsatzzugs Rotenburg (Wümme) wird er weiter solche Aktionen begleiten. „Wir haben hier einiges auf die Beine gestellt und sind bundesweit einer der ersten Landkreise mit so einem Angebot. Was die ganzen ehrenamtlichen Helfer leisten ist einfach unglaublich, alle sind engagiert und bereit, auch weitere Aktionen dieser Art zu unterstützen. Die Stadt Bremervörde hat die gesamte Terminierung organisiert und damit die perfekte Vorarbeit geleistet."

Bürgermeister Detlev Fischer kann das nur bestätigen. „Insgesamt hatten wir 540 Termine zur Verfügung, 478 Termine wurden innerhalb von zweieinhalb Tagen telefonisch angefragt und reserviert. Die Stadtverwaltung hatte unmittelbar nach dem das Drive-In-Konzept feststand, den in Frage kommenden Personenkreis angeschrieben und im Rathaus innerhalb kürzester Zeit ein eigenes Reservierungssystem auf die Beine gestellt, das dann auch rege in Anspruch genommen wurde. Gleichzeitig konnten wir auch den ehrenamtlich von den Bremervörder Impfpaten koordinierten Fahrdienst anbieten, der in insgesamt 33 Fällen angefragt wurde. Auch hier konnten alle Anfragen von den Ehrenamtlichen bedient werden."

Auf dem Markt- und Messegelände wurde von 10 bis 16 Uhr geimpft, mittags gab es eine Pause. Die Autos wurden zu den einzelnen Stationen geleitet. Diese entsprachen denen im Impfzentrum: Empfang, Fieber messen, Papiere abgeben, Arztgespräch, Impfung und danach noch 15 Minuten warten, ob eine Impfreaktion erfolgt. Die Stationen konnten dementsprechend angefahren werden. Wer geimpft wurde, durfte nicht selber fahren, sondern sollte gefahren werden. Das wurde so festgelegt, damit nicht nach der Impfung leichte Impfreaktionen auftreten, die womöglich die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Der Vorteil einer Drive-In-Impfung ist, dass in der gleichen Zeit mehr Personen geimpft werden können als im Impfzentrum. Dort müssen für die Stationen mehrere Räume aufgesucht werden und das kostet Zeit, zumal die jetzt geimpfte Gruppe auch in vielen Fällen weniger mobil ist und dementsprechend länger für die einzelnen Strecken benötigt.

Der Landkreis ist zurzeit noch mit den anderen Kommunen im Gespräch, ob und wo noch weitere dezentrale Impfungen stattfinden können. Bisher gibt es fünf weitere Angebote für Kommunen, die eine längere Anfahrtszeit zum Impfzentrum in Zeven haben. Die Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahre der Samtgemeinden Geestequelle, Bothel, Fintel und Sottrum, der Gemeinde Scheeßel und der Stadt Visselhövede können sich vor Ort impfen lassen. Die Impfungen finden in Schulen oder im Dorfgemeinschaftshaus statt. Die Samtgemeinde Fintel und die Gemeinde Scheeßel haben gemeinsam Termine organisiert.

Die heute geimpften Männer und Frauen und auch alle Helferinnen und Helfer haben auf jeden Fall noch einen weiteren Termin im Kalender. Die Zweitimpfung finden in drei Wochen statt, also am Karsamstag, dieser wurde gleich bei der Anmeldung zur Erstimpfung mit vergeben. Denn nur wer sich zweimal impfen lässt ist sicher geschützt.

 „Unsere Priorität liegt zurzeit beim Impfen. Wir wollen den gelieferten Impfstoff so schnell wie möglich verimpfen und das geht in einem Flächenlandkreis wie unserem nur, wenn wir auch dezentral impfen. Dafür arbeiten wir eng mit den Kommunen zusammen und können auf viele engagierte Ehrenamtliche zählen, die diese Termine überhaupt erst ermöglichen. Ich freue mich zu sehen, dass der soziale Zusammenhalt bei uns noch funktioniert und wir gemeinsam innerhalb weniger Tage so etwas auf die Beine stellen können. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten.", so Landrat Luttmann.

(Quelle: Pressemitteilung des Landeskreises Rotenburg vom 13. März 2021)

Die Bremervörder Zeitung hat in ihrer Ausgabe von Montag, 15. März, über die Impfaktion berichtet. Nachzulesen ist der Bericht hier.

Potentielle Bewerber zeitgemäß ansprechen

Die Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geesteequelle arbeitet zwecks Personalrekrutierung jetzt mit einer Landingpage (Foto: St. Jeschke / DRK)

Personalsuche: Sozial- und Pflegestation beschreitet im Jubiläumsjahr mit Landingpage neue Wege

Bremervörde. Die Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle hätte vergangenes Jahr allen Grund zum Anstoßen gehabt, denn: Der Tag der (sich für die Entwicklung als zukunftweisend herausstellenden) Umwandlung der Gesellschaft in eine gemeinnützige GmbH jährte sich zum 25. Mal. Das Jubiläum rückte angesichts der täglichen Herausforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit der Pandemie allerdings in den Hintergrund.

Überdeutlich zeigte und zeigt sich in der Pandemie, dass insbesondere im Pflegebereich aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen und Einfluss äußerer Faktoren (demographischer Wandel, sprich: Überalterung der Gesellschaft bei gleichzeitig abnehmende Geburtenraten) ein Fachkräftemangel herrscht. Das ist für Geschäftsführer Rolf Eckhoff und seine Leitungskräfte Agnes Hildebrandt (Tagespflege Oerel), Doris Blank (Tagespflege Bevern), in besonderem Maße aber für Maria Kotthoff-Pieper und Sabrina Surau als Pflegedienstleitungen des am Huddelberg 22 in Bremervörde ansässigen ambulanten Pflegedienstes zwar nicht neu.

Aber: Die Verantwortlichen beschreiten in Sachen Personalrekrutierung jetzt einen neuen, zeitgemäßen Weg, um potenziell Interessierten gute Argumente an die Hand geben zu können, sich für eine Bewerbung bei der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle zu entscheiden. Und zwar mit Hilfe einer sogenannten Landingpage (hier), die von dem Bremervörder Unternehmen pixel-kraft entwickelt wurde. (Text: St. Jeschke/DRK)

Die Landingpage ist einerseits von der Startseite der bereits bestehenden Homepage www.sozialstation-bremervoerde.de getrennt, damit der Besucher nicht von anderen Menüpunkten abgelenkt wird (andererseits aber wiederum auch mit ihren aktuellen Stellenangeboten verlinkt) und spricht potenzielle Bewerber im „OnePage“-Stil emotional an.

Die Landingpage hat den Zweck, sich ganz gezielt einem einzigen Thema zu widmen, eine einzige Zielgruppe anzusprechen, nämlich Jobsuchende, und einen einzigen Zweck zu erfüllen: die Fokussierung auf das Thema Arbeiten oder sich ausbilden lassen bei der Sozial- und Pflegestation.

Der Besucher der Landingpage verfolgt einen Aufbau, der von Seitenkopf bis Seitenfuß einem werbewirksam von oben nach unten verlaufendem „roten Faden“ folgt, und zwar nach dem sogenannten AIDA-Prinzip, das für die englischen Begriffe Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Verlangen) und Action (Handlung) - in diesem Fall: Bewerbung - steht. 

„Ohne euch hätten wir ein Problem“

Tarmstedter DRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber sieht ehrenamtliche Einsatzkräfte bestätigt

 

Tarmstedt/Zeven. Keine Frage: Auf die Pandemie, die die Welt seit knapp einem Jahr in Atem hält, könnte auch Andreas Rothgeber gut und gerne verzichten. Aber: „Immerhin die Möglichkeit zu haben, dabei mitzuhelfen, Situationen einer derartigen Tragweite zu bewältigen und wieder Normalität herzustellen - auch für solche Fälle habe ich mich vor langer Zeit schon für ein Ehrenamt beim Roten Kreuz entschieden“, sagt der 52-jährige Tarmstedter.

Als Alternative zur Bundeswehr und dem Zivildienst fiel Rothgebers Wahl 1988 auf den parallel zur beruflichen Tätigkeit ableistbaren zehnjährigen Ersatzdienst im Zivil- und Katastrophenschutz, und zwar bei der damals von Johann Gerdes geleiteten Bereitschaft des Tarmstedter Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Diese Entscheidung ermöglichte dem gelernten Kraftfahrzeugschlosser direkt im Anschluss an seine Ausbildung bei der Mercedes-Benz-Niederlassung in Bremen den nahtlosen Übergang in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis eben dort. Inzwischen hat Rothgeber seinen Meisterbrief und ist dort als Ausbildungsgruppenführer und Diagnostechniker tätig.

Auch in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit übernahm er kontinuierlich mehr und mehr Verantwortung. Nach Beendigung des Ersatzdienstes blieb Rothgeber der DRK-Bereitschaft in seinem Heimatort erhalten, übernahm 2006 schließlich deren Leitung und hatte diesen Posten bis zur 2016 erfolgten Wahl als Kreisbereitschaftsleiter und der damit verbundenen Berufung ins Präsidium des DRK-Kreisverbandes Bremervörde inne.

Nachdem Rothgeber zusammen mit seinem Präsidiumskollegen Sven Hagemann (Bremervörde, Katastrophenschutzbeauftragter) und dem von der Bundeswehr entsandten Chris Knoblauch (Zeven, DRK-Einsatzzugführer und Leiter der DRK-Bereitschaft Zeven) bereits im Frühjahr 2020 von seinem Arbeitgeber freigestellt und für mehrere Wochen in den Corona-Krisenstab des Landkreises Rotenburg berufen wurde, stand Anfang Dezember fest: Auch bei der Einrichtung des vom Landkreis Rotenburg koordinierten Impfzentrums in dem ehemaligen Martin-Luther-Krankenhaus Zeven ist die tatkräftige Hilfe des DRK und die fachliche Unterstützung Rothgebers und seiner gut 100 Mitstreiter aus den Bereitschaften Tarmstedt, Gnarrenburg, Zeven und Bremervörde gefragt.

„Das Innenministerium in Hannover hatte das starke Infektionsgeschehen und die sich daraus ergebende Notwendigkeit einer schnellstmöglichen Massenimpfung gegen das Corona-Virus zum Anlass genommen, für Niedersachsen ein sogenanntes Ereignis von landesweiter Tragweite festzustellen“, berichtet Rothgeber und ergänzt: „Was für Außenstehende nach Behördendeutsch klingt, heißt in der Konsequenz ganz einfach so viel wie: Ehrenamtliche Einsatzkräfte sind ähnlich der kommunalen Ausrufung eines Katastrophenalarms von der Arbeit freizustellen und Einsatzfahrzeuge und -material von Hilfsorganisationen für den Aufbau sowie den Betrieb von Impfzentren anzufordern.“

Die Unterstützung des Landkreises Rotenburg durch das Bremervörder Rote Kreuz in den Bereichen Sanität, Technik und Betreuung ist vielfältig - angefangen bei dem Aufbau mehrerer beheizbarer Zelte, die den Zugang zum Impfgebäude ergänzen, über die Bereitstellung von Einsatzfahrzeugen und -personal (Fahrer/Sanitäter) für die Arbeit der vier Personen zählenden mobilen Teams (die das Pflegepersonal und die Bewohner in den stationären Pflegeeinrichtungen impfen). Dazu zählt überdies überdies die sanitätsdienstliche Ausbildung Landkreisbeschäftigter (für den Einsatz im Impfzentrum und die Begleitung der Impfteams), die vorübergehende personelle Unterstützung in den Bereichen Lager/Logistik und - je nach Verfügbarkeit von Impfstoff - die Registrierung von täglich bis zu 700 zu impfende Personen (davon 400 im Impfzentrum, der Rest über mobile Impfteams). Und weiterhin aktuell schließlich die Betreuung der Personen vor und nach deren Impfung im ehemaligen Zevener Krankenhaus.

„Was könnt ihr eigentlich nicht? Gut, dass ihr da seid. Ohne euch hätten wir ein Problem.“ Sätze, die Andreas Rothgeber seit Dezember oft gehört hat und auch weiterhin regelmäßig hört. „Das erfüllt uns alle natürlich mit Zufriedenheit, weil wir wissen, wofür wir uns alle haben ausbilden lassen“.

DRK-Kleidershop: Öffnung mit Terminvergabe

Silke Seidler, Leiterin des DRK-Kleidershops in Bremervörde (Foto: St. Jeschke / DRK Bremervörde)

Bremervörde. Der vom Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betriebene Kleidershop in der Gutenbergstraße 2 in Bremervörde öffnet wieder seine Türen. Ab Montag, 15. März, können Interessierte wieder auf Schnäppchenjagd gehen. Gemäß aktueller Pandemie-Verordnung dürfen sich zusätzlich zum Personal entsprechend der Ladengröße jedoch lediglich drei Kundinnen und/oder Kunden zeitgleich in dem Verkaufsraum aufhalten. Um die Besuche vorab koordinieren zu können, bitten die Shop-Verantwortlichen um vorherige telefonische Anmeldung unter der Rufnummer 04761/926 145 1. Möglich ist das Anmelden zu den dann aktuell geltenden Öffnungszeiten des Geschäftes: Montag (14 bis 17 Uhr), Dienstag (9 bis 12 Uhr), Mittwoch (14 bis 17 Uhr), Donnerstag und Freitag (jeweils von 9 bis 12 Uhr). An Feiertagen ist der DRK-Kleidershop grundsätzlich geschlossen. Auch Kleiderspenden nimmt das Rote Kreuz wieder entgegen, bittet aber darum, diese zwecks Kontaktvermeidung in die eindeutig dem DRK zuzuordnenden Container abzulegen. (Text: St. Jeschke/DRK)

Neue Kindertagesstätte in Tarmstedt: Arbeiten schreiten voran

Die Beteiligten trafen sich zu einem Ortstermin in Tarmstedt (Foto: St. Jeschke/DRK)

Tarmstedt. Ein Richtfest für die im Bau befindliche neue Kindertagesstätte im Tarmstedter Amselweg (Bauherr ist der DRK-Kreisverband Bremervörde) konnte nicht stattfinden, einen Überblick über den aktuellen Baufortschritt verschafften sich Tarmstedts Samtgemeindebürgermeister Frank Holle, Katrin Alpers (Haupt- und Personalamt), Ortsbürgermeister Wolf Vogel, Rolf Eckhoff (Geschäftsführer DRK-Kreisverband Bremervörde), Ute Semper-Biederstädt (Leiterin des benachbarten DRK-Kindergartens Fasanenweg) sowie die mit der Planung beauftragten Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege (Bremervörde) stattdessen bei einem Alternativtermin vor Ort. Dieser war zwecks Feinabstimmung der Fenster-, Türen- und Fassadengestaltung einberufen worden. Eckhoff zeigte sich sehr zufrieden mit dem Stand der Arbeiten und ist guter Dinge, dass das 1,9 Millionen Euro umfassende Bauprojekt (rund 700 Quadratmeter Nutzfläche sowohl für den Krippen- als auch Kita-Bereich) in direkter Nachbarschaft zur Kita Fasanenweg zu Beginn des  Kindergartenjahres 2021/2022 in Betrieb genommen werden kann. „Und wir dann hoffentlich auch als eine Art kombinierter Richtfest-Nachfeier und Einweihung die Arbeit aller Beteiligten würdigen können“, so Eckhoff, der sich über die dann bereits dritte Tarmstedter Kindertagesstätte in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes freut. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK Bremervörde)

„Das Jahr 2020 wäre ein abendfüllendes Thema“

Interview mit DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff über die Herausforderungen in einer Pandemie

Zum vermutlich ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges konnte pandemiebedingt in diesem Herbst keine Ordentliche Mitgliederversammlung als oberstes Beschlussorgan des DRK-Kreisverbandes stattfinden. Stattdessen soll sie planmäßig im Frühjahr 2021 abgehalten werden. DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff stand der „Wir vom DRK“-Redaktion kurz vor Erscheinen der aktuellen Dezember-Ausgabe zur Verfügung, um trotzdem Einblick in den Geschäfts- und Tätigkeitsbericht zu geben.

Herr Eckhoff, was hätten Sie den Delegierten der 16 Ortsvereine Anfang Dezember zur aktuellen Lage des Jahres 2020 aus Sicht des DRK-Kreisverbandes Bremervörde zu berichten gehabt?

Hauptsächlich wäre es ja zunächst ja mal um die Entlastung von Präsidium und Geschäftsführung für das Jahr 2019 gegangen. Und dazu hätte ich auf das reine Zahlenwerk bezogen ein erneut recht ordentliches Ergebnis präsentieren können. Und zu den vielseitigen Aktivitäten hätte ich sagen können, dass sich das Rote Kreuz mit all seinen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen wie gewohnt wieder sehr gut in das gesellschaftliche Mit- und Füreinander hier in unserer Region eingebracht hat. Vermutlich abendfüllend aber wären tatsächlich meine Ausführungen über das Jahr 2020 gewesen, das aufgrund der Besonderheit der Situation ja sicher nicht unerwähnt geblieben wäre.

2015/2016 waren die Jahre der Fluchtmigration und für den DRK-Kreisverband Bremervörde eng verbunden mit dem Betrieb der Notunterkünfte in Schwanewede und Visselhövede. Stellt die Pandemie jetzt - vier, fünf Jahre später - eine größere Herausforderung dar?

Die Ausgangslage ist eine andere als 2015/2016. Die Handhabe der alltäglichen Arbeit, die natürlich auch in einer Pandemie zwangsläufig nah am Menschen stattfinden muss, war in der Anfangszeit, als der Bestand an qualitativ hochwertigen Schutzmasken mangels Verfügbarkeit am Markt auf Kante genäht werden musste, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter… sagen wir  gewöhnungsbedürftig.

Mittlerweile bin ich gelassener, weil wir einen guten Vorrat an Masken haben und die Möglichkeit der bedarfsorientierten Testung sowohl unser Pflegebeschäftigten als auch optional unserer Pflegekunden an Bedeutung gewinnt. Und das Thema wird uns meiner Einschätzung auch noch weit in 2021 hinein beschäftigen, denn egal ob Familienhebammen, Kindertagesstätten, Schulassistenzen, Pflege und Rettungsdienst sowieso: Das DRK arbeitet aus seinem Selbstverständnis heraus immer nah am Menschen.

Die DRK-Kindertagesstätten sowie die Tagespflegen konnten beziehungsweise durften über einen langen Zeitraum lediglich eine Notbetreuung oder eingeschränkte Betreuung sicherstellen. Erste-Hilfe-Kurse und der Betrieb der Kleidershops hingegen waren über mehr als drei Monate überhaupt nicht möglich und auch die Straßen-Kleidersammlungen im Frühjahr und Herbst wurden abgesagt...

..weil die Kleiderverwertungsunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, in Kurzarbeit gegangen und bei ihnen außerdem die Lagermöglichkeiten erschöpft waren, sodass sie keine Altkleider mehr annehmen konnten - was bei uns zu einem deutlichen Einbruch auf der Ertragsseite geführt hat - über die wir in nicht unbedeutendem Umfang beispielsweise unseren ehrenamtlich getragenen Katastrophenschutz finanzieren.

Zur Veranschaulichung: Die Ausstattung und Ausbildung einer neun Personen umfassenden Sanitätsgruppe kostet circa 30.000 Euro. Und eigentlich gut beraten ist, wer in diesem Bereich eine Doppelt- bis Dreifachvorhaltung leisten kann, weil im Einsatzfall immer jemand krank ist, arbeiten muss oder anderweitig verhindert ist.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Parallel zu den wegbrechenden Erträgen stiegen gleichzeitig die Aufwendungen für Hygiene- und Schutzartikel für knapp 500 hauptamtliche Mitarbeiter. Die aus der Schließung der Tagespflegen resultierenden Mindererlöse werden uns möglichweise aus Mitteln des Krankenhausentlastungsgesetzes ersetzt, aber eine Aussage dazu ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, weil wir nicht exakt wissen, was in welchem Umfang anerkannt wird.

Aber vom Finanziellen mal ganz ab: Wir mussten unsere Anfang Februar in Bevern neueröffnete Tagespflege nach gerade einmal vier Wochen wieder schließen. Das tut weh, weil wenn eine solche Einrichtung nach knapp zwei Jahren Planungs- und Bauzeit endlich ans Netz geht, dann will man ja auch, dass der Betrieb im Sinne einer Entlastung pflegender Angehöriger läuft.

Hat die Pandemie etwas im DRK sichtbar gemacht, das Sie - oder andere - in der Vergangenheit als Stärke des DRK gar nicht oder als nicht so stark wahrgenommen haben?

Ich denke, vor allem bei all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere bei den Leitungskräften als Multiplikatoren für die Kolleginnen und Kollegen, die in den vielen und ganz unterschiedlichen Bereichen tätig sind, hat sich wieder einmal der Eindruck verfestigt, dass das DRK - sowohl das Haupt- als auch das Ehrenamt und auch der dem Kreisverband übergeordnete Landesverband des Roten Kreuzes - gerade in Krisenzeiten oder ungewöhnlichen Lagen zum Wohle aller sehr eng miteinander zu arbeiten in der Lage ist.

So haben wir schon sehr zügig nach Ausbruch der Pandemie anfangs wöchentlich tagende Krisenstäbe ins Leben gerufen und überdies ehrenamtliche und gut ausgebildete Katastrophenschützer in den Krisenstab des Landkreises entsandt. Und welche Organisation bei uns in der Region hat eigene Hygienespezialisten, und das zuhauf? Und das nicht erst seit Beginn der Pandemie, sondern schon weit vorher, weil Hygiene im Rettungsdienst und in der Pflege beispielsweise Tagesgeschäft ist.

Der Landkreis weiß das DRK als verlässlichen und kompetenten Partner zur Lösung anspruchsvoller Aufgaben zu schätzen. Stichwort: die geplante Einrichtung eines Impfzentrums in Zeven: Hat das Telefon schon bei Ihnen geklingelt - wie 2015, als Sie um den Betrieb der Flüchtlingsnotunterkunft in Visselhövede gebeten wurden?

Das Telefon hat nicht nur geklingelt, es gab in der Tat schon eine sehr konkrete persönliche Anfrage zwecks Unterstützung in personeller und materieller Hinsicht. Nach jetzigem Stand wären wir dazu in der Lage, zunächst in der Aufbauphase nicht nur für ein stationäres Impfzentrum Unterstützung zu leisten, sondern punktuell mit Fahrzeugen auch für eine mobile Impf-Einheit. Alles, was darüber hinaus geht, will gut durchdacht sein, denn der Betrieb eines Impfzentrums wird eine Aufgabe für viele Monate sein.

Zu Ihrer Basis, den Ortsvereinen, über die die knapp 5.000 Mitglieder organisiert sind: Halten die dem Roten Kreuz trotz ausgesetzter Angebote die Treue?

Mir ist nicht bekannt, dass es in einem unserer 16 Ortsvereine zu massenhaften Vereinsaustritten gekommen ist. Was sollen die Ortsvereine auch anderes machen als ihre Aktivitäten ruhen zu lassen? Sie können sich in Zeiten hoher Inzidenzzahlen ja schlecht über Gesetze oder Verordnungen der Bundesregierung und der Länder hinwegsetzen und Senioren- oder Kartenspielnachmittage mit gemeinsamen Kaffeetrinken stattfinden lassen und damit sich und andere in Gefahr bringen, schon garnicht unter dem Dach des Roten Kreuzes. Und die Motivation, einer Hilfsorganisation wie dem Roten Kreuz als Fördermitglied beizutreten ist glaube ich auch nochmal eine andere, als Mitglied beispielsweise eines Sportvereines zu werden.

Selbst die klagen meines Wissens ja nicht über einen pandemiebedingt verursachten Schwund an Mitgliedern. Auch die wissen nämlich oder haben verinnerlicht, dass sie Mitglied nicht eines gewinnorientierten Dienstleistungsunternehmens sondern einer Solidargemeinschaft sind, in der man gerade in schwierigen Zeiten selbstverständlich zusammenzustehen hat. So sehe ich es jedenfalls in meiner ehrenamtlichen Funktion als Vorsitzender des TuS Elsdorf. Und wenn ich mich im Kreis der im Kreissportbund organisierten Vereine umschaue, glaube ich nicht, dass ich diese Meinung exklusiv vertrete.

Trotzdem hat man nicht den Eindruck, dass das Rotkreuz-Ehrenamt seit Monaten kollektiv die Hände in den Schoß legt, sondern sich gerade in der Krise weiter einbringt.

Das ist ja auch das Wesen unserer Organisation. Nehmen wir die zahlreichen Blutspendehelferinnen und -helfer in den Städten und Dörfern unserer Region: Die wissen, dass die Patientenversorgung mit Blutprodukten aufrechterhalten werden muss, weil die Krankenhäuser ansonsten ihre Operationssäle schließen und die Lichter ausmachen könnten. Und wenn es personell eng wird, weil die Helferinnen und Helfer aufgrund ihres Alters einer Risikogruppe zuzurechnen sind, dann springen – wie in Bremervörde bereits seit März – Mitglieder der Bereitschaft ein, eine Gruppe junger Leute im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Sie und weitere Kollegen aus den Bereitschaften in Zeven und Tarmstedt waren es übrigens auch, die im November erst an Schulungen teilgenommen haben, um im Bedarfsfall Gesundheitsämter nicht nur im Landkreis Rotenburg sondern niedersachsenweit bei der Kontaktverfolgung COVID-19-Infizierter behilflich zu sein. Toll, oder?

Eine kreativer Geist und Erfindungsreichtum umweht erfahrungsgemäß doch immer die Mehrgenerationenhäuser in Oerel und Zeven. Welche Initiativen gehen in diesen Zeiten von dort aus?

Wegen der neuen, im November erlassenen Corona-Verordnung haben beide Einrichtungen und auch das Familienzentrum ihre Programme bis auf Weiteres stark eingeschränkt. Es finden im Prinzip nur noch Bildungs- und Beratungsangebote telefonisch oder in Eins-zu-Eins-Situationen statt. Eine Erweiterung des Programms um Online-Angebote ist aber in Planung. Und Bastelnachmittag gibt es jetzt zum Abholen. Darauf wäre von einem Jahr auch niemand gekommen, oder? 

(Text/Foto: St. Jeschke/DRK Bremervörde) 

„Spannende Zeit der Weichenstellung“

Thomas Hechler

DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff gratuliert Thomas Hechler zum 25-jährigen Dienstjubiläum

Bremervörde. Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde, gratuliert einem seiner dienstältesten Mitarbeiter: Thomas Hechler. Mitte Oktober 1995 stieß der 59-jährige Nieder Ochtenhausener zum Roten Kreuz und wurde fünf Jahre später unter Eckhoffs Vorgänger Peter Hoheisel und dem damaligen Vorsitzenden Rainer Brandt zum stellvertretenden Geschäftsführer und kaufmännischen Leiter ernannt.

Hechler, verheirateter Vater zweier erwachsener Söhne, wurde in Oldenburg geboren und wuchs in Augustendorf auf. Im Anschluss an seine in Bremerhaven absolvierte Ausbildung zum Steuerfachgehilfen verpflichtete er sich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Zum Ende seiner Soldatenzeit im August 1994 besuchte Hechler über einen Zeitraum von zwei Jahren und zur Vorbereitung auf die Rückkehr in einen zivilen Beruf die Bundeswehrfachschule in Hamburg, die er mit der Fachhochschulreife (Wirtschaft) und als staatlich geprüfter Betriebswirt verließ.

Der 15. Oktober 1995 markiert den Beginn von Hechlers Tätigkeit beim Roten Kreuz in Bremervörde - zunächst in der Finanzbuchhaltung, im Controlling des Rettungsdienstes sowie vertretungsweise in der Personalbuchhaltung. „Das war damals noch ein schnuckeliger DRK-Kreisverband mit kaum mehr als 100 Hauptamtlichen, ein Viertel davon Zivildienstleistende im Rettungsdienst“, erinnert sich Hechler.

Den unter Hoheisel und Brandt eingeleiteten sowie durch Eckhoff (seit 2006 Geschäftsführer) und Frank Pingel (trat Brandts Nachfolge als Präsident 2012 an) erfolgreich fortgesetzten Ausbau von mittlerweile mehr als 30 unterschiedlichen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen des Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde mit inzwischen 450 hauptamtlichen Beschäftigten bezeichnet Hechler als „sehr spannende Zeit der Weichenstellung für die Zukunft“.

Verbunden mit dem Wunsch für beste Gesundheit und Freude an der weiteren Zusammenarbeit sprach Rolf Eckhoff seinem Stellvertreter für dessen erfolgreiche Arbeit, Loyalität, Treue und Verbundenheit zum Roten Kreuz seinen dank aus.

(Text/Foto: St. Jeschke/DRK Bremervörde)

„Können wir uns sehr gut mit identifzieren“

Physiotherapie-Praxis Barkow & Kosch unterstützt Bremervörder DRK-Kinderhaus

Bremervörde. Freudige Überraschung für das DRK-Kinderhaus in der Robert-Koch-Straße: Aus den Händen von Physiotherapeutin Christina Rode (Barkow & Kosch, Praxis für Physiotherapie und Gesundheitstraining) nahm Einrichtungsleiterin Christhild Bütepage einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro entgegen.

Dabei handelt es sich um den Erlös eines alljährlich stattfindenden Ratespiels, das die Frage nach der Länge eines Therabandes zum Inhalt hatte. „An dem Gewinnrätsel konnten sich unsere Patienten per Kauf eines Loses zum Preis von zwei Euro beteiligen. Etwas weniger als 400 Euro sind dabei zusammengekommen, wir haben dann auf 500 Euro aufgerundet“, berichtet Christina Rode.

Geld, dass die Rotkreuz-Krippe für die Anschaffung einer Wild Climber genannten Bewegungslandschaft mit Rutsche, Sprossenleiter und Matten gut gebrauchen konnte. Das mehrteilige Kletterset fördert, so Bütepage, die Gesamtheit der körperlichen Bewegungsabläufe der Kinder. „Also auch den Gleichgewichtssinn und die Koordination – das passt schon. Damit können wir uns als Praxis sehr gut identifizieren“, so Christina Rode.

(Text/Foto: St. Jesschke/DRK)

 

 

Norbert Weber geht - und bleibt doch

Bisherige Stellvertreterin Dörte Lorenz-Klose neue Leiterin der DRK-Kindertagesstätte am Tannenkamp

Bremervörde. Rechtzeitig vor Verfügung neuer Kontaktbeschränkungen führte der Bremervörder Kindergarten des Roten Kreuzes (Standort: Am Tannenkamp) an mehreren aufeinanderfolgenden Abenden seine Elternabende durch. Diese fanden erstmalig unter neuer Leitung statt. Denn: Der bisherige Einrichtungsleiter Norbert Weber widmet sich auf eigenen Wunsch neuen Aufgaben innerhalb der Hilfsorganisation. „Eine rein fachliche und persönliche Entscheidung“, unterstreicht Weber.

Statt seiner leitet seine bisherige Stellvertreterin Dörte Lorenz-Klose (und deren Vertretung Andrea Koritke) seit Anfang September die Geschicke der Bildungs- und Betreuungsstätte. Sie und Weber waren seit Öffnung des Kindergartens 1996 ein Team, arbeiteten stets partnerschaftlich auf Augenhöhe „und wurden uns bei den Basis-Dingen schnell einig“, so Weber.

„Das Grundgerüst ist seit bald 25 Jahren das gleiche: feste Gruppen, verbindliche Regeln, immer wiederkehrende Rituale wie Morgenkreis, Frühstück, pädagogische Angebote und Projekte in Kleingruppen und gruppenübergreifend sowie Bewegungsaufbauten in der Spielstraße... Das alles gibt den Kindern Orientierung und somit Sicherheit“, so Weber und Lorenz-Klose, die sich außerdem freuen, dass die DRK-Einrichtung seit mehr als zehn Jahren schon vom Niedersächsischen Turnerbund (NTB) als Bewegungskindergarten zertifiziert ist.

Zu den immer wiederkehrenden Dingen zählen die beiden auch das (in diesem Jahr pandemiebedingt abgesagte) Lichterfest, das jährlich Ende November gefeiert wird. „Als es 1999 zum ersten Mal stattfand, haben wir gemerkt, dass wir als Einrichtung auf einem sehr guten Weg sind“, blickt Weber voller Zufriedenheit zurück.

„Das hat immer irgendetwas Magisches, Phantasievolles und auch Bewegung als Thema. Da spielen aufregende Geschichten und Abenteuer eine Rolle, aber eben auch Sicherheit und Vertrauen in die Erzieherinnen und Erzieher und zur Gruppe“, ergänzt Lorenz-Klose, die ihren Dank mit Blick auf das Lichterfest ausdrücklich auch an die Eltern der fast 900 Kinder richtet, die die Einrichtung im Laufe der bald zurückliegenden 25 Jahre durchlaufen haben.

Dass die 49-Jährige die Leitung der DRK-Kita am Tannenkamp übernommen hat, stimmt den sieben Jahre älteren Weber „total glücklich“. „Ich freue mich auch, dass das Team so mitzieht und mich als Leitung akzeptiert. Im Grundsatz sind wir alle der Meinung, dass wir konzeptionell so weiterarbeiten wie gehabt und hoffen, dass wir gut durch die Pandemie kommen“, so Lorenz-Klose.

Weber, der in den zurückliegenden Jahren eine Verschiebung seiner Tätigkeit immer mehr hin zu einem administrativen Job festgestellt hat, möchte sich künftig wieder mehr den erzieherischen und therapeutischen Aspekten seiner Arbeit widmen. Dabei geht es um Begriffe wie neuromotorische Entwicklungsförderung, Entspannungspädagogik, Hörverarbeitung und Psychomotorik. Entsprechende Fortbildungen hat ihm das Rote Kreuz ermöglicht. Das Wissen und die jahrelange Erfahrung aus diesen Zusatzqualifikationen soll künftig allen Kindertageseinrichtungen kontinuierlich in der praktischen Anwendung aber auch der Schulung und Begleitung von pädagogischen Fachkräften im DRK-Kreisverband Bremervörde zur Verfügung stehen.

„Ich begrüße es sehr, dass Norbert Weber unserer Organisation mit seinem Wissensschatz und seiner Erfahrung erhalten bleibt. Dörte Lorenz-Klose zu seiner Nachfolgerin zu ernennen, war eine einfach zu treffende Entscheidung. Beide haben unsere Kita am Tannenkamp mit aufgebaut und geprägt. Sie stehen für Kontinuietät“, unterstreicht DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff.

 

Aufklärung zur RTL-Sendung „Team Wallraff“

DRK kritisiert einseitige und tendenziöse Berichterstattung

Berlin, 20. Oktober 2020

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert die Berichterstattung der RTLSendung „Team Wallraff“ vom 19. Oktober 2020. „In der Sendung wurde in einem unseriösen und einseitigen Beitrag, gespickt mit vielen Halbwahrheiten, Stimmung gegen das DRK gemacht“, sagt DRKGeneralsekretär Christian Reuter. In einer Stellungnahme heißt es weiter:

„Durch die Sendung wird anhand weniger Einzelbeispiele die verdienstvolle Arbeit von mehr als 443.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und mehr als 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Misskredit gebracht. Wir sind eine Organisation mit 500 Kreisverbänden und mehr als 4.200 Ortsvereinen, in denen auch Fehler gemacht werden. Hinweisen auf Missstände in unserem Verband müssen wir nachgehen und darüber auf allen Ebenen auch eine offene Diskussion führen.

So distanzieren wir uns zum Beispiel ausdrücklich vom Einsatz aggressiver Haustürwerber. Auch bei der Haustürwerbung muss der Grundsatz der Freiwilligkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben.

Unsere Spender und Unterstützer erwarten vom DRK außerdem zu Recht einen professionellen und effizienten Umgang mit den uns anvertrauten Mitteln. Das DRK ist Mitglied im Spendenrat, der ebenfalls regelmäßige Qualitäts- und Transparenzkontrollen durchführt. Darüber hinaus lassen wir uns freiwillig jedes Jahr vom Deutschen Institut für soziale Fragen (DZI) prüfen, um das DZI-Spendensiegel zu erhalten. Anders als in der Sendung suggeriert, legt der DRK e.V. seine Aufwendungen für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung offen. Dieser Anteil lag beim DRK nach Angaben des DZI im Jahr 2017 bei 14,56 Prozent der Gesamtausgaben, also weit unter der vom DZI genannten Quote von maximal 30 Prozent.

Auch die Arbeit der Blutspendedienste wurde durch Halbwahrheiten in einem schlechten Licht dargestellt. Die DRK-Blutspendedienste sind die Pioniere des Blutspendewesens in Deutschland – es ist ein seit Jahrzehnten bewährtes System, das auf die Zusammenarbeit von ehren- und hauptamtlichen Kräften fußt. Die Blutspendedienste des DRK decken etwa 75% des bundesweiten Bedarfs an lebensrettenden Blutpräparaten ab und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung schwerkranker und verletzter Menschen, die ohne fremdes Blut nicht überleben würden, und damit zum Erhalt des Gesundheitssystems. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Nur gemeinsam gelingt es, die Versorgung kranker und schwerverletzter Mitmenschen weiterhin zu sichern.“

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist mit nationalen Gesellschaften in 192 Ländern die größte humanitäre Organisation der Welt.

Für eine Wiederbelebung ohne Zwangspausen

Bürgerstiftung der Zevener Volksbank unterstützt DRK bei Kauf einer LUCAS-Reanimationshilfe

Zeven. Freude beim Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): Die Bürgerstiftung der Zevener Volksbank, die seit ihrer Gründung 2002 mehr als 100.000 Euro für gemeinnützige und caritative Projekte in den Samtgemeinden Selsingen, Sittensen, Tarmstedt und Zeven zur Verfügung gestellt hat, berücksichtigte jetzt mit 7.000 Euro den DRK-Rettungsdienst. Genauer: die Ausstattung des an der Rettungswache Zeven stationierten Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF), das auch Einsatzfahrten der Wachenstandorte Sittensen und Tarmstedt mit abdeckt.

Die 7.000-Euro-Spende unterstützt den vom Landkreis Rotenburg mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragten DRK-Kreisverband Bremervörde bei der Anschaffung einer knapp 14.000 Euro teuren und LUCAS genannten mechanischen Reanimationshilfe. Die Bezeichnung LUCAS leitet sich ab aus den Anfangsbuchstaben der schwedischen Stadt Lund, der dortigen Universität (an der LUCAS entwickelt wurde) und den Begriffen Cardiopulmonary Assist System - zu deutsch und etwas sperrig: Herz-Lungen-Wiederbelebung-Unterstützungssystem.

Das berichtet Sascha Anselm, Medizinprodukteberater für den DRK-Rettungsdienst. In Abstimmung mit dem Landkreis Rotenburg und seinem Dienstherrn, DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, sowie dem Zevener Wachenleiter Jürgen Wolf zeichnete der 40-jährige Rettungsassistent für die Ausschreibung und Angebotseinholung für den LUCAS sowie die Einweisung seiner Kolleginnen und Kollegen an dem Gerät verantwortlich.

Je nach Bedarf und Konstitution des Patienten kommt der LUCAS zum Einsatz, beispielsweise bei Einsätzen, bei denen Betroffene zuvor einen Herzinfarkt mit Herzstillstand erlitten haben. Schon am Ort des Auffindens der Person, so Sascha Anselm weiter, werde dieser die Maschine mit Hilfe einer Rückenplatte und eines Stabilisierungsgurtes mittig auf den Brustkorb geschnallt und über einen sich hydraulisch anhebbaren und absenkbaren Saugnapf mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung mittels mechanischer Herzdruckmassage begonnen.

Vorteil für den Patienten: „Er erhält vom Ort seines Auffindens bis hin zur Übergabe an das Krankenhauspersonal eine durchgehend qualitativ gleichbleibende Reanimation – ohne Zwangspausen, beispielsweise wenn die betroffene Person auf einer Trage durch ein enges Treppenhaus getragen werden muss und kein Platz dafür ist, sie gleichzeitig wiederzubeleben“, sagt Anselm.

Vorteil für den Rettungsdienstmitarbeiter: „Er oder sie wird entlastet, weil es sehr anstrengend und anspruchsvoll ist, durchgängig in gleichbleibender Qualität und gleichbleibendem Rhythmus eine Reanimation mit pro Minute bis zu 120 Herzmassagen durchzuführen, wenn das nächste Krankenhaus zwischen 20 und 45 Minuten Fahrtzeit entfernt liegt“, weiß Anselm.

Er begrüßt die Anschaffung des Lucas auch vor dem Hintergrund der Arbeitssicherheit. Denn: „Wiederbelebung funktioniert in einem Fahrzeug ohne technische Unterstützung  nur im Stehen. Das Anlegen eines Sicherheitsgurtes ist für den Retter dann nicht möglich.“

Abgabe von Altkleider wieder möglich

Bremervörder Rotes Kreuz öffnet Sammelcontainer und Kleidershops wieder vollumfänglich

Bremervörde. Wie der Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bekannt gibt, hat der Kleidershop im Solferino-Haus (Gutenbergstraße 2) wieder in vollem Umfang geöffnet - und der Einkauf selbstredend aber weiterhin im Rahmen der aktuell gültigen Corona-Schutzbestimmungen stattzufinden. Sprich: Abstand halten, Hygiene beachten, Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Auch die auf öffentlichem und privatem Grund abgestellten Sammelcontainer, so die DRK-Verantwortlichen, könnten als Ablegemöglichkeit für Kleiderspenden wieder in vollem Umfang genutzt werden. Hintergrund laut DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff: „Die mit uns kooperierenden Kleiderverwertungsbetriebe sowie die ihnen zuarbeitenden Erfassungs- und Sortierunternehmen, die ihre Arbeit ab dem Frühjahr pandemiebedingt in erheblichem Maße einschränken mussten, haben wieder Kapazitäten frei. So können wir die Kleidermengen, die aufgrund ihres Zustandes nicht mehr für die Weitergabe an Bedürftige in Frage kommen oder alternativ gegen kleines Geld über den Kleidershop weitergegeben werden können, verkaufen.“

Woran das DRK indes festhält: Wie schon im Frühjahr wird es auch im Herbst keine Altkleider-Straßensammlung geben. „Die für die Sammlung vorgesehenen Tüten und deren Produktion sowie Verteilung an jeden Haushalt im Altkreis Bremervörde benötigen eine zu lange Vorlaufzeit, um das jetzt noch alles rechtzeitig bis zu den Herbstferien organisiert zu bekommen. Angesicht der unklaren Lage sahen wir uns ja bereits im Frühjahr dazu gezwungen, diese Entscheidung zu treffen. Und an ihr halten wir fest“, so Eckhoff.

Bürger, die ihren Kleiderschrank auf Vordermann bringen, sich von der einen oder anderen Textilie trennen und diese dem Roten Kreuz spenden möchten, hätten als Alternative zur Straßensammlung jetzt aber ja die Möglichkeit, diese in die Sammelcontainer abzulegen oder eben direkt im Shop im Solferino-Haus in Bremervörde abzugeben. Zu folgenden Öffnungszeiten ist letzteres möglich:  Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Montag und Mittwoch von 14 bis 17 Uhr sowie jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr (feiertags geschlossen).

Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen an Kunden der Kleidershops (in Zeven betreibt das DRK einen weiteren) erzielt das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötigt. So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Katastrophenschutz belaufen sich laut Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

FuD: wichtige Hinweise für die Einzel- und Gruppenbetreuung

Bremervörde. Durch die Corona-Pandemie war dem Familienunterstützenden Dienst (FuD) des DRK-Kreisverbandes Bremervörde e. V. eine Einzel- oder Gruppenbetreuung im häuslichem Umfeld und der Freizeit seit dem 16. März nur noch eingeschränkt oder teilweise gar nicht mehr erlaubt. Aufgrund der aktuellen Entscheidungen von Bund und Ländern ist es uns jetzt möglich, nach und nach unsere Angebote, wenn auch in veränderter Form, wieder anzubieten. Damit auch weiterhin die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln der Angebote umgesetzt werden können, hat FuD-Leiterin Meike Wittenberg zur Unterstützung ein Merkblatt (hier) mit den entsprechenden Inhalten zusammengestellt.

Eckhoff bittet, Kleiderspenden bis auf Weiteres zu verschieben

Bremervörde. Der DRK-Kreisverband Bremervörde appelliert erneut und nachdrücklich an die Bevölkerung, bis auf Weiteres von Kleiderspenden abzusehen und diese vorerst bei sich zu Hause zu belassen. Das gelte sowohl für die Ablage in die gut 50 über den Altkreis Bremervörde verteilten Sammelcontainer des Roten Kreuzes als auch für die Abgabe in den DRK-Kleidershops in Bremervörde und Zeven.

Hintergrund ist laut Geschäftsführer Rolf Eckhoff, dass die Sortierwerke, mit denen das hiesige Rote Kreuz in puncto Abnahme und Wiederverwertung des Spendengutes zusammenarbeite, an ihre Grenzen stießen, die Textilien zwischenzulagern - und überdies die erforderlichen Arbeiten mit einem pandemiebedingt verkleinertem Team und auch nur an wenigen Tagen in der Woche durchführen müsse.

„Wenn wir außerdem bereits jetzt schon bekanntgeben, dass wir auch die nächste, eigentlich erst für Oktober geplante Altkleider-Straßensammlung nicht werden durchführen können, zeigt das, wie dringlich unser aktueller Aufruf ist“, so Eckhoff.

Der DRK-Chef bittet die spendenwillige Bevölkerung um Geduld und darum, die eigentlich für den Altkleidercontainer oder die Kleidershops vorgesehen Textilien aufzubewahren und zu einem späteren Zeitpunkt dem Roten Kreuz zur Vergügung zu stellen. Denn: Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen „kleines Geld“ an Kunden der Kleidershops (seit Anfang Mai unter Auflagen wieder geöffnet) erziele das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötige.

So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe belaufen sich laut Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

Aderlass an ungewohnter Stelle

Bremervörde. An ungewohnter Stelle findet der nächste Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bremervörde am Dienstag nach Pfingsten, 2. Juni, statt. Nämlich: im DRK-Katastrophenschutzzentrum im Solferino-Haus (Gutenbergstraße 2, ehemals A.T.U). Zwischen 15 und 19.30 Uhr haben Spendewillige dort Gelegenheit, eine gute Tat zu vollbringen.

Ursprünglich sollte der bereits weit vor der Corona-Pandemie „eingetütete“ Termin im DRK-Haus am Großen Platz und in Kooperation mit der benachbarten Seniorenpflegeheim-Einrichtung stattfinden. „Diese Planung hat sich aufgrund der aktuellen Lage aber ja längst erledigt. Und da auch unser langjähriges Spendelokal, die Schule am Mahlersberg, an diesem Tag aus organisatorischen Gründen nicht zur Verfügung steht, musste eine Alternative her“, berichtet Stephan Jeschke (DRK-Ortsvereinsvorsitzender und -Öffentlichkeitsarbeit).

Und die wurde gefunden. Wie eingangs erwähnt, findet die Blutspende am Dienstag nach Pfingsten in der leergeräumten Fahrzeughalle der DRK-Bereitschaft im Solferino-Haus statt. Jeschke erinnert daran, dass der Besuch von Blutspendeterminen allgemein nicht den Bestimmungen der aktuellen Kontaktbeschränkungen unterliegt, weil die Versorgung von Patienten mit lebensnotwendigen Blutpräparaten eben trotz der Corona-Lage aufrechterhalten werden muss.

Jedoch seien die durch die Behörden erlassenen Ausnahmegenehmigungen zur Durchführung mit strikt einzuhaltenden Vorsichtsmaßnahmen verbunden - unter anderem Desinfektionsstationen, Messung der Körpertemperatur schon beim oder vor Betreten des Spendelokals, alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter tragen einen Mundschutz (für die Spender, die keinen eigenen Mundschutz besitzen, geben die Mitarbeiter des Blutspendedienstes Schutzmasken aus), Aufbau der Spendeliegen mit Sicherheitsabstand, Warteschlangen sollen durch zusätzliches Personal vermieden werden, Buffet wird durch die Ausgabe von Lunchpaketen ersetzt (um die Verweildauer im Spendelokal auf das notwendigste Maß zu reduzieren).

Weitere Blutspendetermine für Bremervörde und umzu sind im Internet nachzulesen unter www.drk-bremervoerde.de (Angebote/Bevölkerungsschutz und Rettung/Blutspende). Nähere Auskünfte zur Blutspende allgemein gibt es von Montag bis Freitag von 8 bis 17.30 Uhr unter der kostenlosen Service-Hotline mit der Rufnummer 0800 11 949 11.

Osterholzer zeigen sich beeindruckt

Vertreter des benachbarten DRK-Kreisverbandes besuchen Rotkreuz-Kleidershop Bremervörde

Bremervörde. Über Besuch aus dem benachbarten DRK-Kreisverband Osterholz freuten sich jüngst der hiesige Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Eckhoff, dessen Assistent Oliver Lütjen sowie Silke Seidler, hauptamtliche Leiterin des Bremervörder Kleidershops im Solferino-Haus in der Gutenbergstraße. Dorthin hatten sich die Osterholzer auf den Weg gemacht, um einen Einblick in die Konzeption und die Praxis des Shops zu bekommen.

Der Osterholzer DRK-Geschäftsführer Patrick Grotheer und dessen Mitarbeiterin Isa Hassler-Röhrmann (Ehrenamtskoordination) zeigten sich ob der ansprechenden Warenpräsentation und professionellen Führung beeindruckt von der Einrichtung. Eckhoff hatte zuvor die Entwicklung der über Jahrzehnte ursprünglich im Keller der Bremervörder Rettungswache „versteckten“ Kleiderkammer hin zu einem modernen und von der Öffentlichkeit gut wahr- und angenommenen Kleidershop Revue passieren lassen.

Auch wenn der Shop mit dem Slogan „Mode für Jedermann“ beworben werde und zunehmend Kunden diesen auch aus ökologischen Gründen (Stichwort: Nachhaltigkeit) frequentierten: „Viele unserer Kunden sind darauf angewiesen, dass sie bei uns ausnahmslos gut bis sehr gut erhaltene Kleidung mehr oder weniger zum Symbolpreis erhalten“, so Eckhoff gegenüber den Osterholzer Rotkreuzlern, die bislang zwei althergebrachte Kleiderkammern in ihrem Verbandsgebiet betreiben.

Das Rote Kreuz im Altkreis Bremervörde sei, so Eckhoff, stolz darauf, ein solches Angebot vorhalten zu können und dankbar all denen, die sich einerseits ehrenamtlich (zusammen mit einem weiteren DRK- Shop in Zeven etwa 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) engagierten, andererseits - ob Privatperson oder Firmen - Kleiderspenden zur Weitergabe zur Verfügung stellten.

Die Erlöse aus dem Kleidershop ermöglichten es dem DRK, weitere wichtige und ebenfalls durch das Ehrenamt getragene gemeinnützige Hilfsangebote zu bieten beziehungsweise die circa 100 Frauen und Männer zählende Katastrophenschutzeinheiten in Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven vorzuhalten.

„In eine sehr gefährliche Lage geraten“

Bremervörde. Jährlich wird am 8. Mai der Weltrotkreuztag als inoffizieller Gedenk- und Feiertag begangen. Dieser geht zurück auf das Leben und Wirken des am 8. Mai (1828) geborenen Gründers dieser internationalen Bewegung: auf den Schweizer Friedensnobelpreisträger Henry Dunant, der im Juni 1859 während einer Geschäftsreise zufällig Zeuge der Schlacht von Solferino in der Nähe des Gardasees (Norditalien) wurde - ein Ereignis, das 1863 schließlich zur Gründung des Roten Kreuzes führte. Nachfolgend ein Interview über die Herausforderungen des Kreisverbandes Bremervörde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Corona-Zeiten mit Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff.

Herr Eckhoff, wie haben die Bürger sich das vorzustellen und welche Mechanismen greifen im Zusammenspiel zwischen Landkreis Rotenburg als kommunal zuständiger Katastrophenschutzbehörde und Hilfsorganisationen wie DRK, wenn plötzlich eine Pandemie um sich greift, systemsrelevante Strukturen wie die des Rettungsdienstes oder Pflegetätigkeiten aber ja aufrechterhalten werden müssen?

Im konkreten Fall haben wir natürlich zunächst unsere eigenen Kernaufgaben wie den Rettungsdienst, die ambulante Pflege sowie die Tagespflegen aber auch die Kindertagesstätten und den Familienunterstützenden Dienst im Fokus gehabt. Parallel dazu hat uns der Landkreis unter der Führung von Landrat Hermann Luttmann Anfang März zu einem ersten Abstimmungsgespräch eingeladen. Für unseren Kreisverband waren neben mir und Rettungsdienstleiter Dirk Richter unser Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber, der Beauftragte für den Katastrophenschutz Sven Hagemann sowie der Zugführer unseres Einsatzzuges Chris Knoblauch Teilnehmer des Gespräches. Die drei letztgenannten, ehrenamtlich für unseren Kreisverband tätigen Führungskräfte der Bereitschaften waren dann teilweise über mehrere Wochen im Krisenstab des Landkreises mit der Erstellung eines Pandemieplanes und den sich daraus ergebenden Fragestellungen zur Bewältigung der Krise beschäftigt und haben wertvolle Arbeit geleistet.

Hygiene - ein Begriff, der sowohl im Rettungsdienst als auch in der Pflege schon ohne Pandemie eine bedeutende Rolle zukommt. Wie haben Sie die Diskussionen um die Verknappung von Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel und Desinfektionsmittel in Ihrem Verband erlebt?

Das ist sicher ein sehr wichtiges Thema, das wir - und damit meine ich nicht uns als konsumierende Hilfsorganisation, sondern die medizinische Versorgungsinfrastruktur unseres Landes - aufgreifen müssen. Die Bundespolitik hat dahingehend schon klare Aussagen getätigt, denn es zeigte sich ja mehr als deutlich, dass wir aufgrund einer rein betriebswirtschaftlichen Ausrichtung im Gesundheitswesen in eine sehr gefährliche Lage geraten sind. Zur Zeit beruhigt sich die versorgungstechnische Situation - und darüber bin ich auch überhaupt nicht böse, denn in den zurückliegenden Wochen gab es sicher keinen einzigen Tag, an dem ich nicht auf die Versorgung mit Mundschutz, Desinfektionsmittel oder Schutzkitteln angesprochen wurde.

Worin liegen die besonderen Herausforderungen mit Blick auf die sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, die unter der Regie des DRK betrieben werden, zu den vom Roten Kreuz vermittelten Schulassistenzen und schließlich zu den Familienhebammen, die Sie im Auftrag des Landkreises in die Haushalte junger Mütter und Väter entsenden?

Für unsere geschlossenen Kindertagesstätten haben wir mittlerweile in allen Einrichtungen Notgruppen eingerichtet. Für die Kinder von Beschäftigten der sogenannten kritischen Infrastruktur galt das schon seit Anfang der Schließung. Zu allen anderen Kindern und Eltern haben wir telefonisch oder per sozialen Medien Kontakt aufgenommen und gehalten. Gleiches gilt für die von unseren Schulassistentinnen betreuten Kinder. Und nicht zu vergessen die jungen Mütter und Väter mit ihren Kindern, die durch unsere Familienhebammen betreut werden. Wenn die Betreuung in den Kitas und Schulen weiter ausgeweitet wird, müssen wir aber gerade in diesem sehr sensiblen Bereich bedenken, dass die Hygiene- und Abstandsregeln deutlich schwieriger umzusetzen sein werden.

Die unter dem Dach des DRK-Kreisverbandes Bremervörde vereinten 16 Ortsvereine des Roten Kreuzes sowie organisationsungebundene Interessengemeinschaften kommt die wichtige Aufgabe der Organisation und Begleitung der Blutspende zu. Obwohl vereinzelnd Termine abgesagt werden mussten, dürfte die Resonanz der Spender Sie erfreut haben.

Der Besuch der ebenfalls systemrelevanten Blutspendetermine unterliegt nicht dem Kontaktverbot und die Termine finden weiter unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt, für deren Einhaltung gegenwärtig aber unter anderem auch ein höherer Personalbestand erforderlich ist. Wenn parallel beispielsweise zu dem am 30. März leider nicht stattgefundenen Blutspendetermin in Bremervörde am gleichen Tag 21 weitere Termine des Blutspendedienstes in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen angesetzt sind, müssen die Verantwortlichen angesichts des verhandenden Personal entscheiden, welche Termine besetzt werden können und welche nicht. Aus diesem Grund fand Bremervörde nicht statt. An solchen Stellen bekommt der Begriff Fachkräftemangel ein ganz konkretes Gesicht. Zur Eingangsfrage: Ja, wir hatten in den ersten Wochen der Krise auf den Terminen durchschnittlich 15 bis 20 Prozent mehr Zulauf als üblich. Nach allem, was ich höre, hat sich die Spendebereitschaft mittlerweile weitestgehend normalisiert.

Nehmen Sie für die rund 450 hauptamtlich Beschäftigten des DRK-Kreisverbandes Bremervörde etwas Positives aus dieser Krise mit, das sich bewährt hat und das Sie auch in der Zukunft so praktizieren wollen? Zur Organisation der Arbeitsabläufe haben Sie sich ja wahrscheinlich einiges einfallen lassen müssen. Stichwort: Videokonferenzen, Telefonkonferenzen und dergleichen.

Das stimmt. Ich denke, wir werden in Zukunft noch häufiger digitale Kommunikationsmittel einsetzen, zumal wir mit unseren verschiedenen Aufgabenfeldern teilweise im gesamten Gebiet des Landkreises Rotenburg tätig sind und somit für Besprechungen häufig lange Wegezeiten anfallen. Was ich aber als wirklich außerordentlich positiv aus den zurückliegenden Wochen mitnehme, ist der sehr große Zusammenhalt und die stetige Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter und, nicht zu vergessen, auch der vielen Ehrenamtlichen, insbesondere im Katastrophenschutz und der Blutspende. Alle stehen sehr verantwortungsvoll zu ihren Aufgaben innerhalb unserer Organisation. Das bestärkt mich auch darin, dass wir alle gemeinsam diese Krise selbst bei möglichen Rückschlägen meistern werden - etwa bei einer zweiten Welle der Pandemie. 

Zutritt nur für Einzelpersonen

Bremervörde/Zeven. Nach mehrwöchiger Schließung hat sich der DRK-Kreisverband Bremervörde dazu entschlossen, seine Kleidershops in Bremervörde und Zeven ab Montag, 4. Mai, wieder zu öffnen - „unter strengen Bedingungen, die logischerweise der Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus entsprechen und eingeschränkten Öffnungszeiten“, wie Geschäftsführer Rolf Eckhoff betont.

Wichtig: Es werde lediglich Einzelpersonen Zulass zu den Shops in der Gutenbergstraße 2 (Solferino-Haus) in Bremervörde beziehungsweise in der Godenstedter Straße 59 (DRK-Haus) in Zeven gewährt - selbstredend nur mit Mund- und Nasenschutz und unter Einhaltung der Mindestabstandsregelung, sowohl im Ladeninneren als auch vor dem Shop. „Gruppen- oder Familienausflüge in unsere Kleidershops kann und darf es nicht geben“, unterstreicht Eckhoff. In den Shops selbst dürfte sich aufgrund der räumlichen Bedingungen nur eine begrenzte Zahl an Kunden zeitgleich aufhalten. Personen mit Erkältungssymptomen erhielten keinen Zutritt.

Die bis auf Weiteres geltenden Öffnungszeiten des DRK-Kleidershops Bremervörde ab Montag, 4. Mai: Montag- und Freitagvormittag (jeweils 9 bis 12 Uhr) sowie Mittwochnachmittag (14 bis 17 Uhr); die Öffnungszeiten des DRK-Kleidershops Zeven: Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr, außerdem mittwochs von 14 bis 17 Uhr.

DRK bittet um Aufschub von Kleiderspenden

Bremervörde. Frühjahrsputz - eine willkommene Gelegenheit, den Kleiderschrank auf Vordermann zu bringen, sich von der einen oder anderen Textilie zu trennen und diese dann dem Roten Kreuz zu spenden. Nachdem die für Ende März vorgesehene Straßensammlung in Folge der Corona-Pandemie abgesagt werden musste und auch die Kleidershops in Bremervörde und Zeven geschlossen wurden, bitte das DRK die Bevölkerung jetzt, ihre Altkleider zunächst weiter zu Hause lagern.

Denn: Den DRK-Kreisverband Bremervörde erreichen Meldungen, wonach die mit dem Roten Kreuz zusammenarbeitenden Kleiderverwertungsbetriebe ihre Kapazität in erheblichem Maße reduzieren müssen, da die zuarbeitenden Erfassungs- und Sortierunternehmen ihre Arbeit aufgrund der von der Bundesregierung schon vor Wochen erlassenen Einschränkungen stark eingeschränkt haben.

Um eine geregelte Abnahme der anfallenden Alttextilmengen sicherstellen zu können, werden die mehr als 50 im Altkreis Bremervörde aufgestellten und eindeutig dem DRK zuzuordnenden Altkleidercontainer nur eingeschränkt gelehrt. Darauf weist Geschäftsführer Rolf Eckhoff hin, der die Bevölkerung bittet, deren für das Rote Kreuz gedachte Kleiderspende vorerst - wenn möglich - weiter zu Hause aufzubewahren, bis die in den kommenden zwei bis vier Wochen wieder vorgesehene Leerung der Altkleidercontainer bevorsteht - oder die Kleidershops wieder geöffnet werden.

Durch den Verkauf der Textilien an ein Verwertungsunternehmen oder Weitergabe gegen „kleines Geld“ an Kunden der Kleidershops erzielt das gemeinnützige DRK Einnahmen, die die Hilfsorganisation für die Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben benötigt. So beteiligt sich das Rote Kreuz am Katastrophenschutz, finanziert die Aus- und Fortbildung der gut 100 Ehrenamtlichen aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven und stellt entsprechende Fahrzeuge und Materialien bereit. Die jährlichen Ausgaben des DRK im Altkreis Bremervörde allein für den Bereich Katastrophenschutz belaufen sich laut Rolf Eckhoff auf jährlich knapp 100.000 Euro.

Blutspenden - vom Kontaktverbot ausgenommen

Bremervörde. Seit Wochenbeginn besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein Kontaktverbot, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Der Besuch von (aktuell unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen abzuhaltenden) Blutspendeterminen  unterliegt diesem Kontaktverbot nicht. Darauf weist der DRK-Kreisverband Bremervörde unter Berufung auf eine Mitteilung des für Niedersachsen zuständigen DRK-Blutspendedienstes hin.

Hintergrund ist die Aufrechterhaltung des medizinischen Versorgungsauftrages des Roten Kreuzes - sprich: die Belieferung von Krankenhäusern mit lebenswichtigen Blutpräparaten. Da täglich weiter Blutspenden für die Versorgung von Patienten in Therapie und bei Notfällen benötigt werden, fänden die Blutspendetermine in aller Regel weiter statt. 

Bei den Blutspendeterminen stehen für den Blutspendedienst die Sicherheit der Spender, Mitarbeiter und Helfer an vorderster Stelle. Termine, die räumlich nicht die neuen Standards zur Abstandshaltung erfüllten, würden aktuell geprüft und gegebenenfalls abgesagt. Aufgrund der dynamischen Lage bittet der DRK-Blutspendedienst Spender, bevor sich diese auf den Weg ins Spendelokal machten, sich im Internet (www.blutspende-leben.de/blutspendetermine) zu vergewissern, ob der Termin wie angekündigt stattfinde. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich unter der kostenlosen Telefonhotline (Rufnummer 0800/11 949 11) schlau zu machen.

Schon vor Verhängung des Kontaktverbotes durch die Bundesregierung fanden die Spendetermine in jüngster Vergangenheit unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt: Abstand zwischen Menschen und Spendeliegen, Temperaturmessung noch vor der Registrierung, Desinfektionstationen für die Hände und ein reduzierter Spenderimbiss (Lunchpakete zur Mitnahme) - letzteres, um die Aufenthaltszeit der Spender im Spenderlokal so gering wie möglich zu halten.

Nach Kenntnisstand von Stephan Jeschke (Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtskoordination im DRK-Kreisverband Bremervörde) sei die Bereitschaft der Bevölkerung, auch gerade in Krisenzeiten Blut zu spenden, groß. Dies könne bei den Terminen unter Umständen zu Wartezeiten und -schlangen führen. Genau wie im „richtigen Leben“ sei aber auch dabei der Körperabstand  von 1,50 Meter einzuhalten.

Das DRK weißt darauf hin, dass Blutspender auf den Terminen bei der Anmeldung laut Richtlinie der Bundesärztekammer seit längerer Zeit schon ihre Identität nachweisen müssen - entweder durch ihren Personalausweis, Führerschein oder Reisepass. Sozialversicherungsausweis, Krankenver-sicherungskarte, Firmenausweis, Schüler- oder Studentenausweise oder ähnliche Dokumente dürften bei der Registrierung hingegen nicht akzeptiert werden.

So reagiert das DRK auf Corona

Bremervörde. Die Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Bremervörde am Großen Platz in Bremervörde ist seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratungen zu Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen sind derzeit nur auf telefonischem Wege (Tel.: 04761/99370) und postalisch beziehungsweise per E-Mail ( info@drk-bremervoerde.de) möglich. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff hat gegenüber der Redaktion der Bremervörder Zeitung erläutert, was die Corona-Krise konkret für alle DRK-Angebote bedeutet - vom „Voralarm“ für die Bereitschaften bis hin zur Versorgung und der Betreuung von Corona-Patienten im Bedarfsfall.

 

 

  • Geschäftsstelle am Großen Platz in Bremervörde seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, Beratung zu den vielfältigen Hilfsangeboten und sozialen Dienstleistungen derzeit nur auf telefonischem Wege (04761-99370) und postalisch bzw. per Mail (info@drk-bremervoerde.de) möglich
  • somit ruhen auch alle Aktivitäten im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss (Kartenspieler, Seniorennachmittag, Seniorentanz- und gymnastik, Alzheimer-Selbsthilfegruppe, Jugendrotkreuz, Handarbeitsgruppe/Stricken für Krebspatienten) sowohl des DRK-Kreisverbandes als auch des DRK-Ortsvereins Bremervörde mit Mitgliedern und externen Teilnehmern, auch bei den übrigen 15 DRK-Ortsvereinen im Altkreis Bremervörde
  • Die derzeit sechs vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt sind geschlossen, Notgruppen werden bei Bedarf eingerichtet
  • niedrigschwellige Beratungs- und Betreuungsangebot in den vom DRK-Kreisverband Bremervörde betriebenen Mehrgenerationenhäusern in Oerel und Zeven sowie im DRK-Familienzentrum in Zeven werden bis auf weiteres ausgesetzt
  • die Kleidersammlung des DRK im Altkreis Bremervörde am 27./28. März sind abgesagt (weil die das DRK maßgeblich unterstützenden Feuerwehren derzeit angehalten sind, ausschließlich Brandeinsätze zu fahren und ansonsten die Aktivitäten ruhen zu lassen, um ihre für insbesondere in Krisenzeiten notwendige Infrastruktur nicht zu gefährden), außerdem sind die vom DRK betriebenen Kleidershops in Bremervörde und Zeven geschlossen
  • Schulung der Bevölkerung in Erster Hilfe bis zunächst 30. April ausgesetzt
  • Der Ambulante Pflegedienst der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle (Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführung DRK) ist eine Einrichtung des Gesundheitswesens und muss weiterbetrieben werden. Die Tagespflegen in Oerel und Bevern werden am morgigen Mittwoch, 18. März, ebenfalls geschlossen. Analog zur Regelung der Kindertagesstätten ist eine Notbetreuung vor Ort möglich.
  • Rettungsdienst: Die rund 160 Mitarbeitenden bilden die größte Beschäftigungsgruppe innerhalb innerhalb des DRK-Kreisverbandes Bremervörde (knapp 450 Mitarbeiter). Sie sind genau wie die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege für die augenblickliche Situation in besonderem Maße sensibilisiert (Abstand halten, kein Händeschütteln), die Einhaltung von Hygiene-Regeln gehören aber unabhänging von der aktuellen Lage ohnehin zum beruflichen Alltag
  • Am Wachenstandort Zeven hat das DRK einen zusätzlichen Krankentransportwagen (KTW) stationiert, der über die Rettungsleitstelle Zeven zum Transport von Corona-Patienten angefordert werden kann. Besetzt wird dieses Fahrzeug von ehrenamtlichen DRK-Mitarbeitern aus den Bereitschaften Bremervörde, Gnarrenburg, Zeven und Tarmstedt. Die Bereitschaften befinden sich laut DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff in Voralarm und werden im Bedarfsfall für die Betreuung und Versorgung von sich in Quarantäne befindlichen Corona-Patienten mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfes zur Verfügung stehen, sofern sie in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit abkömmlich sind. Dieser Personalpool umfasst circa 80 bis 90 Ehrenamtliche.
  • Blutspenden: Der in Berlin ansässige DRK-Bundesverband stellt mit seinen sechs regionalen Blutspendediensten mehr als 70 Prozent der Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland sicher, beobachtet die aktuelle Lage sehr aufmerksam und steht in engem Austausch mit den verantwortlichen Behörden. Die Verantwortlichen des für Niedersachsen zuständigen Blutspendedienstes teilen mit, wer gesund und fit sei, könne Blut spenden. Auf den Terminen herrschten hohe hygienische Standards. Und um die Verweildauer der Spender im Spenderlokal zu reduzieren, werde überlegt, bei der Verköstigung auf Lunch-Pakete umzustellen. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff weiß: „Es muss im Prinzip täglich neues Blut gespendet werden, um die Patientenversorgung in den Krankenhäusern abzusichern, weil einige Blutpräparate nur über einen kurzen Zeitraum haltbar sind.“ Ansonsten könne es schnell zu Engpässen kommen und infolgedessen in solchen Momenten Operationen oder Therapien nicht durchgeführt werden können - was in erster Linie Krebspatienten träfe, die auf die kontinuierliche Gabe von aus Spenderblut gewonnene Blutpräparaten angewiesen seien.

 

Wichtiger Beitrag für die Zukunft Beverns

Bevern. Eine außerordentliche Resonanz erfuhr der Tag der offenen Tür bei der offiziell eröffneten und drei Tage später in Betrieb genommen Tagespflege in Bevern. Sehr zur Freude von Rolf Eckhoff (Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bremervörde und der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle), der auch ein großes Interesse der Besucher an den ab sofort für Mieter zur Verfügung stehende Wohnungen mit Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) vernahm.

„Ich hatte gehofft und mir insgeheim auch gedacht, dass dieser Tag gut angenommen wird. Dass es aber soviele Besucher sein würden, hat mich doch schon ein bisschen überrascht. Das fand ich überragend“, zog Eckhoff ein mehr als zufriedenstellendes Resümeé.

Was ihn besonders gefreut haben: Die in persönlichen Gesprächen geäußerte Rückmeldung vieler Beverner, dass das Rote Kreuz als Bauherr und die Sozial- und Pflegestation als Betreiberin der Tagespflege etwas Zukunftsweisendes und für die ältere Generation Hilfreiches geschaffen habe.

Ins gleiche Horn stießen am Freitagvormittag bei der Eröffnung die Grußwortredner aus Politik und Verwaltung. Ortsbürgermeister Matthias Betz etwa sagte, das Gemeinsame, das von einer Tagespflege für deren Gäste ausgehe, sei für die Gemeinschaft eines Ortes wie Bevern unerlässlich. Dass auf dem Grundstück, auf dem die Einrichtung und die Wohnungen in den zurückliegenden elf Monaten errichtet wurden, 1986 die 1.000-Jahr-Feier stattfand, sei ein Sinnbild dafür.

DRK-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Sozial- und Pflegestation Frank Pingel brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Kosten- und Zeitplan vollumfänglich im Rahmen geblieben sei. Ausdrücklich dankten er und Eckhoff den bauausführenden Firmen für deren geleistete Arbeit sowie insbesondere auch den Bremervörder Architekten Ulrike Buttkus und Armin Hellwege. Sie überreichten Eckhoff einen symbolischen Schlüssel, den der Geschäftsführer wiederum an Pflegedienstleiterin Doris Blank weitergab. Frank Pingel ist nun voller Hoffnung, dass Tagespflege und Mietwohnungen „gut bevölkert“ werden und eine gute Zukunft in Bevern vor sich haben.

Daran hat Rotenburgs stellvertretender Landrat Erich Gajdzik (Elm) keinen Zweifel. „Schon 2010 gab es in Deutschland mehr Leute, die in Rente gehen, als Schulabgänger. Und wie wir wissen, wird sich die Bevölkerungsstruktur weiter stark verändern“, so Gajdzik. Tagespflegen generell seien eine ideale Ergänzung ambulanter Pflegedienstleistungen und förderten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf pflegender Angehöriger. „Und für Bevern ist eine solche Einrichtung ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der Ortschaft“, richtete Gajdzik seinen Blick auch in Richtung Betz.  

Uwe Matthias, stellvertretender Stadtbürgermeister und zusammen mit Erster Stadträtin Dr. Silke Fricke und Oerels Gemeindebürgermeister Stephan Meyer als Aufsichtsräte der Sozial- und Pflegestation bei der Eröffnung zugegen, zeigte sich nach einem Rundgang mit DRK-Ehrenvorsitzenden Rainer Brandt von dem auf knapp 6.000 Quadratmetern Fläche Geschaffenen beeindruckt und richtete sich anschließend voller Anerkennung direkt an Rolf Eckhoff: „Als sie uns vor mehr als zwei Jahren die Pläne für das Bauvorhaben vorgestellt haben, haben Sie nicht zu viel versprochen“.

Neues Angebot schließt eine Lücke

Bevern. Hocherfreut zeigen sich die Verantwortlichen des Bremervörder Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Präsident Frank Pingel und Geschäftsführer Rolf Eckhoff. Denn: Die offizielle Inbetriebnahme der Tagespflege durch die Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle sowie des Betreuten Wohnens in Bevern am Montag, 3. Februar, steht nach weniger als einem Jahr Bauzeit unmittelbar bevor.

Zunächst jedoch steht am Freitag, 31. Januar, eine Feierstunde für geladene Gäste auf der Tagesordnung, ehe im Ansschluss interessierte Bürger den Tag - oder besser: Nachmittag - der offenen Tür (14 bis 17 Uhr) zur „Abnahme“ nutzen können.

„Wir haben das ehrgeizig gesteckte Ziel, mit der Einrichtung spätestens Anfang Februar ans Netz gehen zu können, vollumfänglich eingehalten. Für die kompetente Begleitung dieses Projektes gilt unser ganzer Dank deshalb den Bau ausführenden Firmen, Architekten und Planern, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg in Sachen Bauleitplanung sowie dem Gesundheitsamt als zuständige Fachaufsichtsbehörde für Pflegeeinrichtungen“, unterstreicht Rolf Eckhoff.

In dem Wissen, dass für die vor vier Jahren in Betrieb genommene Tagespflege in Oerel schon bald nach ihrer Eröffnung eine Warteliste eingeführt wurde und Tagesgäste aus dem östlichen Teil der Stadt Bremervörde (Elm, Hesedorf, Bevern) mitunter zeitintensive Fahrten durch den Stadtverkehr mit dem Hol- und Bringdienst in Kauf nehmen mussten, wurde beim DRK-Kreisverband Bremervörde (Bauherr) im Sommer 2017 die Idee geboren, in Bevern eine weitere Tageseinrichtung zu errichten. Nach dem im April 2018 erfolgten Erwerb des mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundstückes im Bereich Selsinger Straße/Bockeler Ring begannen im Februar/März 2019 schließlich die konkreten Arbeiten. Die Tagespflege wird  - genau wie die in Oerel - werktags geöffnet sein und bietet täglich Platz für bis zu 20 Tagesgäste.  

Ferner hat das DRK auf dem Gelände elf senioren- und behindertengerechte Wohnungen errichtet, die zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sind und deren Mieter DRK-Serviceleistungen (Betreutes Wohnen) in Anspruch nehmen können. Ein Teil der barrierefreien und somit seniorengerechten Wohnungen, die über ein Blockheizkraftwerk geheizt werden, das wiederum für niedrige Mietnebenkosten sorgt, sind schon vermietet. Ansprechpartnerin für weitere Interessenten ist DRK-Mitarbeiterin Ulrike Blank (04761/9937-15).  

Laut DRK-Geschäftsführer Rolf Eckhoff zeigt sich, dass immer mehr alte Menschen ein Leben zu Hause dem Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim vorziehen, sich jedoch gezwungen sähen, in ein Alten- oder Pflegeheim zu ziehen. Denn: „Die ambulante Versorgung reicht nicht aus. Angehörige sind zwar bereit, ihre alt gewordenen Partner oder Eltern zu pflegen, diese Pflege überfordert sie aber langfristig in ihren zeitlichen, körperlichen und seelischen Möglichkeiten“, weiß Eckhoff.

Die Gestaltung und Umsetzung vernetzter wohnortnaher, gesundheitlicher und pflegerischer   Dienstleistungen für ältere Menschen gewönnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Die Zielsetzung, ambulante Pflegekonzepte anzubieten, sei ein erster Schritt, um den Bedürfnissen älterer Menschen im Gebiet der Stadt Bremervörde gerecht zu werden, so der DRK-Geschäftsführer weiter.

Wie Eckhoff ausführt, verfügten die Stadt Bremervörde und die Samtgemeinde Geestequelle über einen überdurchschnittlich hohen Anteil stationärer Pflegeplätze – mehr als 450, verteilt auf acht Altenpflegeheime. Auch die ambulante pflegerische Versorgung sei gewährleistet – drei ambulante Pflegedienste versorgten in einem Umkreis von zehn Kilometern circa 350 Patienten. Mehr als die Hälfte würden von den knapp 35 bei der Sozial- und Pflegestation beschäftigten Fachkräften angesteuert.

Im Vergleich zu anderen Regionen - zum Beispiel dem Landkreis Stade - sei die Versorgung an teilstationären Pflegeeinrichtungen (Tagespflegen) im Raum Bremervörde mit zusammen 33 Tagesplätzen hingegen eher unterdurchschnittlich. Das Angebot einer Tagespflege in Bevern (1.500 Einwohner) mit 20 Plätzen trage schon bald dazu bei, die häusliche Situation pflegebedürftiger Älterer weiter zu stabilisieren. Zusätzlich zu Bremervörde ergänzten dessen Nachbargemeinden Hesedorf (1.800 Einwohner) und Elm (1.500) sowie weitere angrenzende Ortschaften das Einzugsgebiet der künftigen Tagespflege.

Diese wird genau wie die in Oerel über einen hauseigenen Fahrdienst verfügen. Die Einrichtung wird von Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. „Es ist gewährleistet, dass während der Öffnungszeit eine examinierte Pflegekraft anwesend ist. Die Einrichtung wird - wie vom Gesetzgeber auch vorgesehen - mit einem Pflegepersonalstellenschlüssel von 1:5 ausgestattet. Der Stellenschlüssel für das Betreuungspersonal beträgt 1:20“, erläutert Eckhoff.

Art und Inhalt der Leistungen richten sich im Grundsatz nach den Rahmenvereinbarungen des Landes Niedersachsen, dem Versorgungsvertrag sowie den Inhalten der Anleitung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zur Prüfung der Qualität.

Die Leistungen umfassen Grundpflege (untergeordneter Leistungsbereich der Tagespflege), gegebenenfalls die medizinische Behandlungspflege, als Tätigkeitsschwerpunkt die soziale Betreuung in Form sogenannter tagesstrukturierender Maßnahmen (Handarbeiten, Spielen, Seniorentanz und -gymnastik, kleinere Ausflüge, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) sowie ärztlich verordnete therapeutische Angebote und Beratung.

Ferner ist die Speise- und Getränkeversorgung vorgesehen, die sich nach dem Nährstoffbedarf der Gäste richtet und individuelle Bedürfnisse auch bei Sonderkost und Diäten berücksichtigt.

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“

Brauel. 87 stimmberechtigte Delegierte aus allen 16 Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes im Altkreis Bremervörde hatten sich zur Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde in den Braueler Gasthof Zur Linde eingefunden, um das Tätigkeitsjahr 2018 Revue passieren zu lassen. „Schwarze Zahlen sagen vor allem eines immer aus: Es wurde gut oder sehr gut gearbeitet“, lautete das Fazit von Heinz Wöltjen.


Wöltjen, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Klenkendorfer Mühle, hatte die Entlastung des Präsidiums um Präsident Frank Pingel (Bremervörde) durch die Mitglieder beantragt. Die Abstimmung darüber fiel eindeutig aus: 100 Prozent Ja-Stimmen, ohne Enhaltungen. Gleiches traf auch für den ebenfalls von Geschäftsführer Rolf Eckhoff vorgelegten Wirtschaftsplan für 2020 zu. Zevens Samtgemeindebürgermeister Henning Fricke gab sein Debüt als Grußwort-Überbringer bei der DRK-Kreisversammlung und bekannte, er finde die Rotkreuzaktivitäten „echt beeindruckend“ - weltweit sowieso, aber auch auf lokaler Ebene.

„Ein doch ziemlich großer Gemischtwarenladen“ mag mancher Zuhörer gedacht haben, als Rolf Eckhoff den Tätigkeitsbericht des DRK-Kreisverbandes für 2018 vortrug. Angefangen über die zur Zeit sechs Kindertagesstätten in Bremervörde, Zeven und Tarmstedt, in denen mehr als 430 Mädchen und Jungen betreut werden (der Bau und Betrieb einer weiteren Kita für Tarmstedt ist in Planung), über die aktuell 44 Schulassistenzen, die Kindern und Jugendlichen mit Handicap den Besuch einer Regelschule ermöglichen, bis hin zur Koordinierungsstelle Familienhebammen, die, seit die Trägerschaft vor fünf Jahren vom Landkreis Rotenburg auf das DRK übertragen wurde, nicht weniger als 423 überwiegend junge bis sehr junge Paare oder Alleinerziehende betreut hat.

Zu den klassischen Hauptaufgabenfeldern des DRK führte Eckhoff aus, die aktuell mehr als 160 Mitarbeiter des landkreisweit tätigen DRK-Rettungsdienstes bildeten innerhalb der 446 Mitarbeiter zählenden hauptamtlichen Belegschaft die größte Gruppe der Beschäftigten. Hinzu kämen knapp 100 Frauen und Männer, die ehrenamtlich über die Katastrophenschutzeinheiten (Bereitschaften, Schnell-einsatzgruppen Rettung, Einsatzzug, Kriseninterventionsteam) aus Bremervörde, Gnarrenburg, Tarmstedt und Zeven bei Großschadenslagen und einem sogenannten Massenanfall von Verletzten den erweiterten Rettungsdienst bildeten.

194 Erste-Hilfe-Lehrgänge mit fast 3.000 Teilnehmern (überwiegend betriebliche Ersthelfer) meldete Andrea Grabau als hauptamtliche Ausbildungsbeauftragte nebst fünfköpfigem, ehrenamtlichen Ausbilderteam ihrem Dienstherrn Eckhoff für 2018. Nicht weniger als 123 Blutspendetermine fanden 2018 in 28 Ortschaften des Altkreises Bremervörde statt. Dazu erschienen 10.581 Spender - 157 weniger als im Jahr zuvor.

Eine über Jahre schon steigende Tendenz hingegen beobachtet Eckhoff bei der Vermittlung, Installation und Betreuung von Hausnotrufanschlüssen durch das DRK. Knapp 350 Kunden standen 2018 im Bestand. Und auch die Durchführung des Behindertenfahrdienstes nimmt sprichwörtlich immer mehr Fahrt auf: Im zurückliegenden Jahr schlugen laut Eckhoff 236 Fahrten zu Buche – 41 mehr als 2017.

„Sorgenkind“ ist und bleibt der Menüservice Essen auf Rädern. Die Auslieferung der Speisen, so wird Eckhoff schon seit Jahren nicht müde zu betonen, lasse sich aufgrund der wegen der großen Wegstrecken kostenintensiven Warmauslieferung durch hauptamtliches Personal nicht ansatzweise kostendeckend durchführen. Aber: „Wir sind eine gemeinnützige Hilfsorganisation und kein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen und werden dieses Angebot für Menschen, die auf uns angewiesen sind, deshalb aufrechterhalten.“ Und immerhin: Während die Umsätze im Raum Bremervörde laut des Geschäftsführers leicht rückgängig sind, seien sie in Zeven und umzu stark gestiegen.

Zur Nachwuchsrekrutierung führte Eckhoff aus, rund 250 Kinder und Jugendliche würden im Altkreis Bremervörde über das Jugendrotkreuz (JRK) und den Schulsanitätsdienst an die Ideale und praktische Arbeit des Roten Kreuzes herangeführt. Bemerkenswert: Der DRK-Landesverband Niedersachsen habe das Gymnasium sowie die Berufsbildende Schule in Bremervörde sowie die Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg zum Ende des Schuljahres 2018/2019 als Preisträger des Wettbewerbes Humanitäre Schule zertifiziert.

Was Eckhoff besonders wichtig war zu betonen: Die Zahl der über die Ortsvereine organisierten Mitglieder sei Dank einer Werbeaktion mit knapp unter 5.000 konstant geblieben. Deren Förderbeiträge und Spenden schlugen in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 119.000 Euro zu Buche.

Die Ertragsseite weist (hauptsächlich resultierend aus dem Betrieb des Rettungsdienstes und der Kindertagesstätten) 17,4 Millionen Euro aus, die Aufwandsseite (zu mehr als 80 Prozent bestehend aus Personalkosten) rund 17,2 Millionen Euro. Abzüglich der Bildung von Rücklagen weist die Bilanz (Volumen: 11,5 Millionen Euro, 710.000 Euro mehr als 2017)  für 2018 einen Gewinn von 245,05 Euro aus. 

„Es ist alles hervorragend in Ordnung“, schloss Schatzmeister Johann Heins (Selsingen) seinen  pointiert vorgetragenen Kassenbericht und gab dabei Einblick in die von drei Prüfern des DRK-Landesverbandes Niedersachsen erstellten Expertise über das Zahlenwerk des hiesigen Roten Kreuzes.

Venjakob, Rothgeber und Hagemann bestätigt

Brauel. Dr. Henning Venjakob (Seedorf) bleibt für weitere drei Jahre in seiner Funktion als sogenannter Kreisverbandsarzt Mitglied des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Bremervörde. Er stützt sich dabei auf das 100-prozentige Votum von 87 stimmberechtigen Delegierten aus 16 DRK-Ortsvereinen, die zur Kreisversammlung in Brauel erschienen waren.

Das ranghöchste Beschlussorgan bestätigte ferner die im Vorfeld von den Bereitschaften Bremervörde, Zeven, Tarmstedt und Gnarrenburg vorgenommene Wiederwahl Andreas Rothgebers (Tarmstedt) als Kreisbereitschaftsleiter. Und die Delegierten vernahmen mit Freude, dass das Kreisverbandspräsidium in einer vorangegangenen Sitzung Sven Hagemann (Bremervörde) erneut zum Katastrophenschutz-beauftragten und somit weiteres Mitglied des Präsidiums ernannt hatte.

Vorbehaltlich der für Anfang Dezember zu erwartenden Zustimmung durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes Niedersachsen bestätigte die Kreisversammlung außerdem Andrea Grabau (Bremervörde) als neue Kreisleitung Jugendrotkreuz (JRK). Delegierte aus den Ortsvereinen, denen entweder eine Jugendrotkreuz- oder eine Schulsanitätsdienstgruppe angegliedert ist, hatten Grabau Ende August zu ihrer Repräsentantin im Kreisverbandspräsidium gewählt. Die übergeordnete DRK-Instanz aus Hannover muss ihrer Wahl satzungsgemäß jedoch noch zustimmen, weil Grabau auch hauptamtlich für den DRK-Kreisverband Bremervörde tätig ist, nämlich als Ausbildungsbeauftragte im Bereich Erste Hilfe.

Bereits fest im Sattel sitzt Stefan Kniemeyer, der nach ordnungsgemäß intern erfolgter Wahl jetzt während der Kreisversammlung durch Andreas Rothgeber offiziell zum Leiter der Bremervörder DRK-Bereitschaft ernannt wurde.

Eine von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius unterschriebene und von Andreas Rothgeber überreichte Auszeichnungen erhielten  Niclas Kahrs und Stefan Blome sowie in Abwesenheit Lynn Höltge und Andre Lohmann. Sie alle wurden im Herbst 2018 beim Moorbrand in Meppen eingesetzt, um den dort betriebenen „Betreuungsplatz 500 Land Niedersachsen“ sanitätsdienstlich abzusichern.

 

Informationen zur künftigen Tagespflege in Bevern

Bevern. Tagespflege – was ist das eigentlich? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der DRK-Kreisverband Bremervörde im Rahmen einer Informationsveranstaltung, die am Freitag, 29. November, ab 15 Uhr in der Gaststätte „Beverner Schweiz“ (Selsinger Straße 16) in Bevern stattfindet. Hintergrund ist die vom Roten Kreuz für Anfang 2020 geplante Eröffnung der Einrichtung (und als separates Angebot Wohnen mit Serviceleistungen/Betreutes Wohnen), die künftig von der Sozial- und Pflegestation Bremervörde-Geestequelle betrieben wird. Und zwar nach dem Vorbild der bereits Ende 2015/Anfang 2016 in Betrieb genommenen Tagespflege in Oerel. Deren Leiterin Agnes Hildebrandt sowie DRK-Präsident Frank Pingel und -Geschäftsführer Rolf Eckhoff freuen sich, das Projekt interessierten Bürgern aus Bevern und umzu vorstellen zu können. (Text/Foto: St. Jeschke/DRK Bremervörde)

„Auf den Ernstfall gut vorbereitet“

Bremervörde/Wiepenkathen. Eine rundum positive Bilanz zieht der Tarmstedter Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter und Präsidiumsmitglied im Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), mit Blick auf eine jüngst stattgefundene Katastrophenschutzübung im Stade-Wiepenkathener Gewerbegebiet Ohle Kamp. An dieser waren mehr als 100 Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Stade, Rotenburg und eben Bremervörde, aber auch von den Stader Ortsgruppen der DLRG (Gesamteinsatzleitung), des THW und der örtlichen Feuerwehr (Verletztendarsteller) beteiligt.

Die Übung zog das Interesse hochrangiger Gäste auf sich – mit Holger Rathjens darunter ein Mitarbeiter des zuständigen Fachministeriums von Landesinnenminister Boris Pistorius, Wolfgang Kasperek (Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg als den Landkreisen Rotenburg und Stade vorgesetzte Katastrophenschutzbehörde), der Stader Landrat Michael Roesberg, vom Landkreis Rotenburg Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Silke Hinze (Leiterin Betrieb Rettungsdienst) und Ordnungsamtsleiterin Martina Karstens, Verbindungsoffiziere der Bundeswehr sowie Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Aus den DRK-Führungskreisen zugegen waren Gunter Armonat (Präsident DRK-Kreisverband Stade), Hans Eckert (stellvertretender Vorsitzender DRK-Kreisverband Rotenburg) sowie die Kreisgeschäftsführer Uwe Lütjen (Stade) und Rolf Eckhoff (Bremervörde).

Das Szenario der Übung: ein Zugunglück mit mehreren Dutzend Verletzten. Landkreisseitig wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Hauptamtliche Beschäftigte des DRK-Regelrettungsdienstes sowie des sogenannten Erweiterten Rettungsdienstes (Rotkreuz-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppen für Großschadenslagen) befinden sich bereits am Einsatzort. Zur Unterstützung dieser Einheiten und zur Entlastung umliegender Krankenhäuser treffen ergänzend - von der Rettungsleitstelle mit Verkehrssonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) ausgestattete - ehrenamtliche Sanitäts-, Betreuungs-, Technik- und Logistikkräfte aus den Bereitschaften der drei DRK-Kreisverbände ein.

Sie errichten aus mehr als einem halben Dutzend Zelte einen Behandlungsplatz 50 (kurz: BHP 50) - eine Einrichtung mit vorgegebener Struktur, in der pro Stunde bis zu 50 Patienten notfallmedizinisch versorgt werden können. Der Behandlungsplatz ist eingeteilt in die Bereiche Sichtung/Registrierung der Verletzten durch einen Notarzt, die anschließende Einteilung der festgestellten Verletzungen in Schweregrade (mittels roter, gelber oder grüner Karte, die dem Patienten umgehängt wird), Behandlung, Ausgangsregistrierung und schließlich Transport in weiterführende Versorgungseinrichtungen – oder die Übergabe an die Betreuungsdiensteinheit innerhalb des Behandlungsplatztes.

Dieser hat eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern – inklusive Zu- und Abfahrtswege für die gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge, darunter ein geländegängiger Rettungstransportwagen auf Unimog-Basis sowie ein Enduro-Motorrad für Erkundungsfahrten auf unwegsamen Gelände.

„Die Rotkreuz-Einsatzeinheiten aus Bremervörde, Rotenburg und Stade sind auf den Ernstfall gut vorbereitet“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rothgeber im Nachgang zur Übung mit Zufriedenheit fest. Die Führungskräfte hätten die Möglichkeit gehabt, die Abläufe nach kurzen Unterbrechung zu optimieren. Und auch für die Helfer habe die Übung einen durchaus als realistisch anzusehenden Einsatz dargestellt, den es im Ernstfall zu beherrschen gelte.

Was ihn, Rothgeber, gefreut habe: „Von unseren geladenen Gästen aus den Katastrophenschutzbehörden ernteten wir ausschließlich Lob. Alle sagten, sie seien beeindruckt von der Professionalität der Abläufe. Wir werten das als starke Anerkennung unserer Arbeit.“ (Text: St. Jeschke/DRK Bremervörde)